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Peter Anders/Peter Bark (WVG) beenden Siegesserie von Pingel-Heldt/Heldt (Teterow)

Foto: Ralph Linow, bildagentur saralin

33 Boote mit 66 Seglern fanden sich am vergangenen Wochenende zur 61. Auflage des Silbernen Beils ein. „Die eine oder andere krankheitsbedingte Absage hat uns leider kurz vor Beginn erreicht. Dennoch hatte in der bisherigen Saison keine Piratenregatta über 30 Boote am Start“, weiß Peter Anders, Vorsitzender des veranstaltenden Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V. (WVG), die Meldezahl einzuordnen. „Es wäre schön, wenn ebenso viele Piratensegler den Weg nach Warnemünder finden würden, damit wir Teil dieser Ostseeregatta bleiben“, startete Peter Anders zugleich einen Meldeaufruf für die 80. WARNEMÜNDER WOCHE, die am kommenden Sonnabend beginnen wird und die der WVG als Co-Ausrichter seit 2012 begleitet.

Die Wettfahrtleitung um Andreas Möller (WVG) konnte wieder ein hochklassiges Feld mit insgesamt fünf Deutschen Meistern, drei Europa- und drei Weltmeistern begrüßen. Zu den klaren Favoriten gehörten die Sieger der vergangenen vier Jahre Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt (Teterow) und die vierfachen und zugleich amtierenden Deutschen Meister Bernd Höft und Burkard Rieck aus Rostock. Ein breites Verfolgerfeld bildete sich dahinter, das von Detlef Hegert/Matthias Haase (Brandenburg/Berlin), über Donald Lippert/Ralf Goepfert (Berlin) und Karl-Hermann Wildt/Gabriele Wildt (Berlin) bis hin zu den Brüdern Björn und Marc Helms (Berlin) reichte.

Die Güstrower Hoffnungen ruhten auf den Siegern von 2008 und 2009 Peter Anders/Peter Bark, auf Jens Bauditz/Susanne Thiel (alle WVG) sowie dem gemixten Team Daniel Reinsberg/Alfred Seeger (Röbel/WVG), die 2016 Vizemeister waren.

Wenig Sonne und 5 Beaufort aus Südwest erwarteten die Segler an der Startlinie am Sonnabendvormittag und das Feld benötigte zwei Startversuche, wobei schon der zweite unter der neuen Flagge „Uniform“ stattfand, womit jeder Frühstarter disqualifiziert worden wäre. Doch es gab keinen. Den besten Start erreichten die Berliner Björn und Marc Helms, die an der 1. Bahnmarke knapp vor Höft/Rieck und Pingel-Heldt/Heldt führten. Im Verfolgerfeld lauerten auch Bauditz/Thiel (4.) und Anders/Bark (8.). Auf dem ersten Vorwindkurs zeigte sich die Stärke der favorisierten Crews aus Teterow und Rostock, sodass Höft/Rieck knapp vor Pingel-Heldt/Heldt die Leebahnmarke rundeten. Stark segelten Bauditz/Thiel, die als Ditte knapp vor Helms/Helms lagen. Mit Platz fünf hatten sich Anders/Bark schon nach vorne gesegelt. Über die gesamte zweite Kreuz duellierten sich Pingel-Heldt/Heldt und Höft/Rieck mit dem leicht besseren Ende für die Teterower dicht gefolgt von Anders/Bark. Helms/Helms lagen nur minimal hinter Köhler/Steffen (Heilgenhafen/Neustrelitz) auf Platz fünf. Auf dem zweiten Vorwindkurs zauberten Helms/Helms und rundeten die Leebahnmarke als erste. Nur Anders/Bark folgten ihnen noch auf der Zielkreuz. Letztlich segelten die Berliner ihren Vorsprung von gut 30 Metern souverän ins Ziel. Anders/Bark belegten Platz zwei vor Pingel-Heldt/Heldt und Leja/Leja (Röbel). Platz 6 ersegelten Bauditz/Thiel, die gar Höft/Rieck (8.) noch überholten.

Ohne Pause wurde zur zweiten Wettfahrt gestartet. Der Wind frischte weiter auf und stellenweise konnten 6 Beaufort gemessen werden. Alle Favoriten starteten gut und Helms/Helms gewannen sofort wieder die Startkreuz. Doch Anders/Bark waren wieder auf Tuchfühlung, die ein Feld von acht weiteren Verfolgerschiffen anführten. In dieser Gruppen lagen auch Pingel-Heldt/Heldt, Hegert/Haase und Lippert/Goepfert. Die hier noch fehlenden Höft/Rieck spielten Vorwind ihre Klasse aus und überholten Boot um Boot und rundeten die Leebahnmarke schon als Fünfte. Vorne hatten sich Helms/Helms vor Anders/Bark etabliert. Den Niedersachsen Bunte/Nyhuis (4.) gelang es Pingel-Heldt/Heldt auf Distanz zu halten. Die wie entfesselt segelnden Berliner beherrschten das Feld auf der zweiten Kreuz. Anders/Bark ließen sich aber einfach nicht abschütteln. Pingel-Heldt/Heldt (3.), Höft/Rieck (4.) und Bunte/Nyhuis (5.) folgten schon mit etwas Rückstand. Auf dem zweiten Vorwindkurs segelten Anders/Bark auf Angriff und sollten an der Leebahnmarke die Führung übernehmen. Höft/Rieck (2.) und Pingel-Heldt/Heldt (3.) folgten. Helms/Helms (4.) hatten das Nachsehen. Nach einer starken Zielkreuz holten Anders/Bark den Wettfahrtsieg. Mit Pingel-Heldt/Heldt und Monegel/Rix folgten gleich zwei Teterower Crews. Höft/Rieck (4.) und Helms/Helms (6.) verloren nochmals Plätze. Leja/Leja (5.) segelten erneut gut, Bauditz/Thiel (17.) eher nicht.

Der Regenradar verhieß nichts Gutes und so stand sofort die dritte und letzte Tageswettfahrt an. Neben Lippert/Goepfert starteten vor allem Pingel-Heldt/Heldt und Anders/Bark hervorragend. An der ersten Bahnmarke führten Pingel-Heldt/Heldt mit einer Bootslänge vor Anders/Bark. Mit Monegel/Rix (3.) und Bauditz/Thiel (4.) folgten zwei weitere Boote aus dem Landkreis. Höft/Rieck lauerten auf Platz fünf. Auf dem ersten Vorwindkurs folgten zahlreiche Positionswechsel. Zwar führten immer noch die Teterower Pingel-Heldt/Heldt, doch Anders/Bark waren nunmehr Vierte. Insbesondere Hegert/Haase (2.) hatten sich stark nach vorne gesegelt. Unter den ersten zehn lagen immer noch Bauditz/Thiel und auch Helms/Helms. Der Wind frischte weiter auf und Böen um 6-7 Windstärken führten zu Kenterungen von gleich vier Booten. Während die Rettungsboote sich um die Bergung kümmerten, setzten sich Pingel-Heldt/Heldt und Anders/Bark wieder ab. Nur Höft/Rieck konnten folgen. Als der Wettfahrtsieg von Pingel-Heldt/Heldt sich abzeichnete, rutschten Anders/Bark quasi auf der Ziellinie im Fotofinish noch durch. Ohne die Videoaufnahme zu studieren, war Platz eins auch in dieser Wettfahrt den Güstrowern nicht zu nehmen. Damit standen Peter Anders und Peter Bark nach 2008 und 2009 zum dritten Mal als Sieger des Silbernen Beils bereits vorzeitig fest. „Wir wussten, dass uns diese Bedingungen wirklich liegen, aber das es so gut gelaufen ist, überrascht uns selbst“, so ein überglücklicher Steuermann Peter Anders. Für die entthronten Seriensieger Pingel-Heldt/Heldt reichte es zu Gesamtplatz zwei, der schon vor der letzten Wettfahrt ebenfalls sicher war. Höft/Rieck ersegelten Platz drei und sollten am Sonntag mit Helms/Helms (8.) um den Bronzerang kämpfen.

Am Sonntag hatte der Wind um 10 Knoten auf drei Windstärken deutlich nachgelassen. Strömender Regen bei der Ausfahrt sorgte nicht für die beste Stimmung, aber es versprachen gute Bedingungen zu werden. Pünktlich zur letzten Wettfahrt setzte der Regen aus und es gelang im zweiten Versuch der Start. Während Pingel-Heldt/Heldt nicht mehr antraten und das Material schon für die WARNEMÜNDER WOCHE schonten, starteten Köhler/Steffen, Höft/Rieck und Lippert/Goepfert hervorragend. So lautete auch die Reihenfolge an der ersten Luvbahnmarke. Anders/Bark hielten sich merklich zurück und reihten sich als 9. hinter Hegert/Haase ein. Der ehemalige Bundeskadersegler Andreas Ebel (WVG) mit Martin Schlichting (Hamburg) verfolgte die Altmeister die Topten komplettierend. Höft/Rieck demonstrierten, wie man Spinnaker segelt und hatten einen Vorsprung von sechs Bootslängen schon an der ersten Leebahnmarke. Der gleiche Abstand lag zwischen den Zweiten Wildt/Wildt (Berlin) und Hegert/Haase (3.), denen Köhler/Steffen (4.) folgten. Während der Abstand des Ersten und Zweiten zunahm, waren die Duelle um Platz drei und zwischen Anders/Bark und Ebel/Schlichting spannend. Auf der zweiten Kreuz mischten sich nun auch Reinsberg/Seeger und Bauditz/Thiel in den Kampf um Platz drei ein, den inzwischen Lippert/Goepfert erobert hatten. Bis zum Ziel blieb dieser Kampf prägend. Während Höft/Rieck demonstrierten, warum sie viermalige Deutsche Meister sind und souverän vor Wildt/Wildt gewannen, entschieden den Kampf um Platz drei doch Köhler/Steffen für sich. Weil Hegert/Haase nicht Dritter sondern „nur“ Vierter wurden, gewannen Helms/Helms (11.) doch den Wilhelm-Jansen-Gedächtnispokal, der alles andere als ein Trostpreis für den „undankbaren Vierten“. Bauditz/Thiel (7.) erreichten erneut die Topten vor Anders/Bark (8.) und Ebel/Schlichting (9.).

„Man hat wieder gesehen, welche Ausnahmesegler Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt und Bernd Höft/Burkhard Rieck sind. Schlägt man den einen, gewinnt meist der andere doch. So war es jetzt sechs Jahre. Wir sind froh, dass es dieses Mal für uns gereicht hat. Der Sieg ist so schön, weil er so überraschend gekommen ist“, strahlte Vorschotmann Peter Bark, vor einer Woche auch brandenburgischer Landesmeister der 15er Jollenkreuzerklasse.

Stark verbessert zeigten sich Alban Romanus/Tobis Bayer (WVG), die erneut die Jugendwertung für sich entschieden und damit für die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft (IDJM) qualifiziert sind. Noch am Freitag hatten sie ein Privattraining mit den amtierenden Deutschen Meistern Bernd Höft und Burkard Rieck genießen dürfen. „Das war große Klasse von den beiden und hat sich schon ausgezahlt. Wenn Alban und Tobias zur IDJM nach Travemünde möchten, bekommen sie vom WVG selbstverständlich jede Unterstützung“, versprach Peter Anders.

Für die Piratensegler geht es nun Anfang Juli zur 80. WARNEMÜNDER WOCHE, im August zur Deutschen Meisterschaft nach Ratzeburg und im September zur Europameisterschaft nach Röbel/Müritz. Ein echtes Wiedersehen am Inselsee kann es dann zum 14. Nebelbeil am 14./15. Oktober in Güstrow geben.

Jörn-Christoph Jansen

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