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Der Wettfahrtkalender der Kutter ist eng, für viele Freunde des so wunderbaren Schweinetroges wohl zu eng. Denn obwohl im Rahmen der Warnemünder Woche 2018 die Deutsche Meisterschaft Kutter ZK 10 ausgetragen wird, fanden nur neun! Kutter den Weg auf die Ostsee. Klar, das Wetter war heftig - Regen, Regen, Regen, aber wir sind doch die am besten gegen Wasser ausgerüsteten Sportler und das Warnemünder Revier gilt unter Regattakennern als das beste Regattarevier Deutschlands. Ich persönlich würde das aber noch um einige andere Reviere, wie Boltenhagen, das Stettiner Haff u.a.m. ergänzen. Zur diesjährigen Warnemünder Woche starteten wir von der „Teamwork“ wieder mit veränderter Besatzung. Gutschi war dieses Mal wieder Steuermann, am Besan saßen Markus und Volker(Tüdels Sohn), an der Großschot Carsten, an der Genua Walter, am Spi Tüdel, im Vorschiff agierte Ludger. Die Crewveränderungen waren durch beruflich bedingte Verpflichtungen als auch gesundheitliche Handicaps, wie auch des zu engen Regattakalenders nötig geworden.

Der Kutter stand bereits in Güstrow auf dem WVG-Gelände. Hansi hatte ihn am Sonntag davor in Richtung Güstrow gebracht. So startete ich am Freitagvormittag den 30.06.2017 mit dem Kutter im Schlepp in Richtung Warnemünde. Den „Teamwork on tour“ - Wohnanhänger sollte Volker am frühen Abend nachbringen Meine Frau Monika war als Brötchenschmiererin und Bierwagenangestellte im Rahmen der W’mder Woche verpflichtet worden und war so meine Begleiterin. Ich hatte große Mühe die Hutkoffer und erste Geige-Sachen der weiblichen Begleitung zu verstauen, wollte schon den Kutter abdecken und noch etwas Gepäck darin ablegen, aber irgendwie gelang es doch alles im Auto zu verstauen. In W’mde angekommen war die erste Amtshandlung Ölzeug und Seestiefel anlegen, den Südwester auf, Frau am Eincheckservice abladen, Kutter zum Kranen fahren. Tüdel hatte auf Grund des Sauwetters, wobei Sauwetter eigentlich nicht der richtige Ausdruck ist, denn Wasser ist Leben!!!, was wären wir ohne Wasser, dann könnten wir nur im Wüstensand segeln, aber dann gäbe es uns ja gar nicht… also sollten wir eigentlich froh sein über das bisschen tröpfeln, ja, er hatte arbeitsfrei. Das spielte dem Kutter Kranen, Schleppen, Tüdern und aufbauen in die Karten. Denn kurz danach tauchte er auf. Er zog sein altersschwaches Ölzeug an. Das hielt dann genau eine Stunde dem Regen stand, dann war er vollkommen durch. Ja Monsche, prima Idee für ein Weihnachtsgeschenk, falls du keine Idee haben solltest. Zum Glück war es warm. So verbrachten wir dann sieben Stunden im Ölzeug. Der eine im Ölzeug was dichthielt und der andere im Ölzeug, was nicht dichthielt. Letzteres verwandelte den Schweiß und das Regenwasser in eine wohlige Umgebung, wie Tüdel mir versicherte. Mit Wehmut dachte ich an das Jahr zuvor, wo mir die Hexenkuttensegler aus Leipzig bei ähnlichem Wetter Asyl in ihrem Zelt gewährt hatten und mich mit  Trunk und wunderbarem Römerbraten speisten...Tolle Typen!!!

Kranen, Hänger zum Trailerplatz an der Werft.  Zurück im Yachthafen Schlepp des Kutters zur Mittelmole im Yachthafen Steganlage West organisiert, angelegt, Kutter aufbauen. Am Alten Strom, gegenüber 3 Stunden Grölen angesagt, am nächsten Tag übrigens wieder. Wie halten die Warnemünder das nur aus??? Das sind die Junggesellenabschiede die Woche für Woche am Freitag und Sonnabend den ganzen Sommer hindurch, wie uns die W‘mder Kuttersegler erklärten, stattfinden. Wir beide sind uns einig, hier möchten wir nicht wohnen, aber segeln schon. Boot aufbauen, Quartier machen, Volker traf ein, endlich ein Dach über dem Kopf. Aber sowohl Auto als auch Wohnmobil hatten sofort gefühlte 100% Luftfeuchtigkeit. Auch Markus war zwischenzeitlich eingetroffen. Am späten Nachmittag traf dann auch die andere Teterower Crew von der „Resi“ ein. Die „Poseidon“ hatte auf Grund der Wetterlage den Besuch abgesagt. Damit war unser Claim trotzdem ziemlich voll.

Wir beschließen auf Grund des Wetters nicht zu den Kutterseglern in Warnemünde sondern, auf Empfehlung von Markus in das nahe gelegene „Pelegrini“ Am Alten Strom zu gehen.  Nach seiner Meinung, er ist Koch in Markgrafenheide und wird uns jetzt leider in Richtung Schweiz verlassen, stimme hier das Preis-Leistungsverhältnis recht gut.  Wir wurden nicht enttäuscht, tolle italienische Bedienung mit Superservice - es wurde ein netter Abend. Danach ab in die Koje, Gutschi war zwischenzeitlich auch eingetroffen, Ludger sollte am Morgen des 1. Juli, seinem Geburtstag, nachreisen. Ludger kommt an und wir gratulieren ihm mit tollem Geschenk und geschenklichen Auflagen, hoffentlich erinnert er sich daran.

Sonnabendmorgen: Nach dem Frühstück bei Warnemünder Kuttersegelclub Kutter aufklaren. Wir melden uns an, bekommen alle tolle Basecaps, und T-Shirts der Größe 2 XL, ja Kutterer sind bekannt als Moppelbandenmitglieder,  wie unser Skipper zu sagen pflegt, das hat sich auch bis W’mde rumgesprochen. Ich werde das meinige als Nachthemd einweihen, dann heiß waschen…ähmm…das kann ich ja gar nicht, macht aber meine liebe Frau. Dann wird es wohl zur Parade am Alten Strom körpereng geworden die Blicke der Frauen auf sich lenken und die werden dann denken: Das sind ja tolle Typen die Kuttersegler! Ja, so ist das im wahren Leben.

Skippers Meeting. Rainer Arlt vom hiesigen Kutterclub ist unser Wettfahrtleiter. Wir segeln pünktlich  raus auf den Kurs, diesig, in Höhe der Mole werden wir zurückgepfiffen, Startverschiebung wegen der Unsichtigkeit und unserer Sicherheit. Ja, das Bier in W‘mde schmeckt tatsächlich besser als das in Gedser, dazu ist es auch noch billiger – eine weise Entscheidung der Wettfahrtleitung. Ab zum Schlafplatz. Unterwegs trifft man im Yachthafen immer wieder alte Gesichter. Wiedersehensfreude,  Schnack über dies und das – man muss echt Zeit einplanen, wenn man von A nach B will. Der Yachthafen verstopfte immer mehr durch die anreisenden Crews mit ihren Booten. Fazit: Frühe Anreise war goldrichtig!

Dann um 13:00 Uhr Freigabe des Starts. Unser Kurs liegt in Höhe Wilhelmshöhe, mörderischer Anmarschweg, bei leichtem Niesel, gegen den Freitagsdauerregen ist das fast ein gefühlter Sonnentag.

1. Wettfahrt:
Wind NW 3 – 4, drehig, bedeckt. Kurs lt. Segelanweisung L 2: Start – 1 - 1a - Gate -1 - 1a - Ziel. 1a fehlt, ist nicht kritisch, konnte wohl nicht ausgelegt werden, oder war vertrieben. Spierenmarke in lee ist, wie in jeder folgenden Wettfahrt, begünstigt, mal mehr, mal weniger. Start: Alle starten mit Bb-Bug. Wir machen gute Fahrt, gehen auf Platz zwei mit zwei mörderisch langen Schlägen (Die Bahnmarke 1 lag gefühlt an der Robbensandbank vor Gedser) um Bahnmarke eins, in Führung „Resi“ vor „Teamwork“. „Habakuk II“ hat sich zu weit nach Gedser verholt und geht folglich erst als sechster um die BM1a. Zweite Kreuze: „Resi“ geht links raus, wir wenden irgendwann weg. Nur „Habakuk“ fährt gefühlt bis Heiligendamm und schafft es tatsächlich beinahe vor „Resi“ aber doch kurz hinter „Resi“ und kurz  vor uns um die BM 1a zu gehen. Unglaublich dieser Schlag nach Westen, sie haben bestimmt ca. 400 bis 500 m aufgeholt. Zieleinlauf mit achterlichem Wind unter Spinnacker. 1. „Resi“, 2. „Habakuk“, 3. „Teamwork“, Das Timing stimmt. Kurze Pausen, Bahn wird etwas verkürzt, wir als Dritte waren in der ersten Wettfahrt genau 1:10 h unterwegs. Bei diesen Winden und nicht zu großer Welle geht der Kutter ab.

2. Wettfahrt:
Wind dito, Welle auch nicht schlecht. Kurs L 2: Start - 1 - 1a - Gate -1 - 1a - Ziel. 1 a ist jetzt vorhanden
Wir starten wieder mit Bb-Bug. Kommen ganz gut weg. „Resi“ wieder vorne, die mörderische Höhe können wir nicht halten. Unser Speed ok, aber Höhe von „Resi“ besser. An Bahnmarke eins „Resi“ vor „Teamwork“ und „Habakuk II“. So fahren wir zwei Mal über den Kurs. Zieleinlauf dito. Wieder kurze Pause. Das hat der Rainer prima im Griff!!!

3. Wettfahrt:
Wind dito, Wetter dito, Wellen dito. Kurs L 2: L 2: Start - 1 - 1a - Gate -1 - 1a - Ziel.
„Resi“ wieder vorne, wir ziehen kurz vor der BM 1 unten durch „Teamwork“. Dahinter „Habakuk“. Am Gate fahren wir mit Stb- Bug in Richtung Reede. Irgendwann dreht der Wind um ca. 20 ° für uns wir haben eine  mörderischen Vorsprung. Hinter uns „Torpedo reloaded“, dann „Habakuk“ dann Resi“. So bleibt es bis ins Ziel. Nach dieser Wettfahrt weht die Anlegerbierflagge auf dem Zielschiff. Beim Reinfahren schauen wir noch bei den Lasern und der 2.Segelbundesliga zu. Nicht uninteressant. Meine Meinung: in Deutschland gibt es zu viele Bootsklassen mit Meisterschaftsstatus. Die buhlen um die Segler und die Bundesliga macht das nicht einfachen.  Es wachsen einfach zu wenige talentierte Segler nach.

Am Abend hatten uns die Segler vom Warnemünder Kuttersegelclub zum Grillen in ihr Domizileingeladen am südlichen Alten Strom eingeladen. Dort waren fanden sich dann nach und nach alle anderen Kutterbesatzungen ein. Wir wurden dieses Mal nicht zum Low-Budget Preis -  nein, wir wurden umsonst begrillt. Tolle Gastfreundschaft der Warnemünder Kutterfreunde!!! Wir wurden rundum am Sonnabend und Sonntag versorgt. Sowohl die Speisen und Getränke waren kostenfrei. Ganz toll! Das nötigt Respekt ab und verdient ein ganz großes Dankeschön an die Gastgeber und mit ihren rührigen Frauen  - das war Kutter geil!!! Dieses Mal war kein Fußball, wie im vergangenen Jahr, so musste Basti von der „Medusa“ nicht auf dem besten Platz sitzend nach 15 min das Spiel schlafend verfolgen musste. Im Frühjahr in Rangsdorf wollte Bastis Frau das in Abrede stellen, denn er würde sich gar nicht für Fußball interessieren. So, so…!
Nach diesem Tag hatten die „Teamwork“ und die „Resi“ je sechs Punkte, die „Habakuk“ acht Punkte. Damit war noch nichts entschieden.

Sonntag: Wieder lecker Frühstück beim Warnemünder Kuttersegelclub. Nochmals 1000 mal Danke schön für eure tolle Gastfreundschaft. Die verdient mindestens doppelt so viele Kutter am Start!!! Dann ab zum Kutter und pünktlich raus zum Start wieder in Höhe Wilhelmshöh.

4. Wettfahrt:
Wind etwas stärker als am Vortag 4 bis 5 Bft, NW, Wetter etwas besser im Laufe des Tages, Welle baut sich langsam auf dito. Kurs L 2: Start - 1 - 1a - Gate -1 - 1a - Ziel.
„Habakuk“ und „Resi“ mit Stb –Start. Wir mit Bb-Start. Unser Timing haut nicht ganz hin, müssen sie ziehen lassen. Holen aber auf Heiligendammseite gut auf und gehen kurz hinter „Resi“ als zweiter um BM 1. „Habakuk“ ist dritter, alles wie gehabt. Nächste Runde das gleiche Spiel, die gleiche Platzierung. Auf der Achterlichen laufen wir bei weiter insbesondere in Regenböen auffrischenden Winden auf. Kurz vor dem Ziel erwischen wir eine Mörderwelle, wir surfen mit flatternden Segeln an der „Resi“ in lee vorbei. Wir sind selbst überrascht, die Resicrew hat auch offene Münder. Toll! Das macht Spaß!!! Dritter wird „Habakuk“.
Jetzt sind vorne. Mit einem Punkt Vorsprung. Mit Streicher sind wir wieder punktgleich.

5. Wettfahrt:
Wind 4 bis 5 Bft, die 6 Bft tangierend, NW, Wetter, Welle baut sich weiter. Kurs L 2: Start - 1 - 1a - Gate -1 - 1a - Ziel.
„Habakuk“ und „Resi“ mit Stb –Start. Wir mit Bb-Start. Ich versaue das Timing, weil ich meine, dass wir zu schnell sind. Shit, müssen die anderen sehr knapp auf Stb ziehen lassen. Im Nachhinein frage ich mich aber auch, wie das wohl ausgegangen wäre??? Hypothetisch, aber wenn auf Dauer immer die Leestarts bevorteilt sind, sollte die WFL reagieren. Zugegeben, mit dem Kutter als Pin-Endleger bei der Welle nicht ganz einfach. „Resi“ vorne, „Teamwork“ zweiter, „Habakuk“ dritter. Dahinter wechseln die Platzierungen. Gerade bei „Nautilus“ kann man das Potential erkennen. Zieleinlauf wie Platzierung an BM 1.

Jetzt liegt die „Resi“ vorne mit einem Punkt vor uns. Die sechste Wettfahrt würde also die Entscheidung bringen, d.h., wer in dieser Wettfahrt siegt, „Resi“ oder „Teamwork“ würde Gesamtsieger sein. Besser geht es doch gar nicht.

6. Wettfahrt:
Wind und Wetterbedingungen gleich bleibend, Kurs wie gehabt: L 2: Start - 1 - 1a - Gate -1 - 1a - Ziel.
Jetzt wollen wir es wissen. Auch Start mit StB-Bug. Da wir das aber nicht probiert haben, sind wir vom Timing zu spät. Segeln mühsam durch das Feld. Reihenfolge nicht wie gehabt,  „Resi“ vor „Habakuk“ und der „Teamwork“. In der zweiten Kreuze geben wir alles und schaffen es an „Habakuk“ vorbeizukommen. Zieleinlauf: „Resi“ vor „Teamwork“ und „Habakuk“ das ist auch der Endstand. Herzlichen Glückwunsch an die Sieger! Sie haben auch diese W’mder Woche wieder einmal hochverdient gewonnen.

Der PRO (Principal Race Officer – zu Deutsch Hauptwettfahrtleiter) Peter Ramcke ließ es sich nicht nehmen die Kutter zu ehren, tolle Geste. Er bat aber auch um größere Teilnehmerfelder. Die Kuttersegler dankten dem Veranstalter und dem Kuttersegelclub Warnemünde mit einem dreifachen Kutter geil. Dito wurden so die überragenden Sieger der „Resicrew“ geehrt, sie gewannen fünf Wettfahrten, eine davon trotz Frühstarts und gewann überlegen die Warnemünder Woche 2016 vor der Rostocker Crew von der „Habakuk II“, „Teamwork“ und der stark auftrumpfenden „Poseidon“. Wir bekommen richtig große Medaillen mit dem Warnemünder Regattalogo, da wird ja jeder Olympionike neidisch.

Mit Platz eins und zwei landeten die Teterower Crews für die Bergringstadt einmal mehr überzeugende Erfolge. Stark aber auch die anderen Kutter, die von weit her angereist waren und auch bei Wetterbedingungen ihren Frau bzw. ihren Mann standen. Danke an euch, die ihr da wart!!!

Wir verladen, verabschieden uns von unseren Crewmitgliedern und anderen Seglern. Ich bin ab Montag Helfer auf See und in Höhe Düne am Bierwagen. Die Paraolympische Bootsklasse 2.4 mR wurde auf Grund der parallel stattfindenden Weltmeisterschaft abgesagt. Eigentlich die Baustelle unsers Vereins des WVG 1928 e.V. als Wettfahrtleitung Damit ergab sich die einmalige Gelegenheit endlich mal an der Rudenregatta in Peenemünde teilzunehmen.

Nochmals ein ganz dickes Dankeschön an die Veranstalter der Warnemünder Woche und ganz besonders an den Warnemünder Kuttersegelclub, ihr habt tolles geleistet!!! Das verlangt eigentlich mehr Starter. Im nächsten Jahr ist die 81. Warnemünder Woche und gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft. Also ihr Freunde der Kutterrundseln:
KURS WARNEMÜNDE 2018! Früher durften wir nicht, heute dürfen wir! Aber es kommen zu wenige. So ist es halt, Verbotenes hat einen höheren Reiz…

In diesem Sinne Goode Wind!
Carsten Jansen
Mitglied der Teamworkcrew

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