Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V., An den Bootshäusern 13, 18273 Güstrow info@wvg1928.de

Segler kämpften mit Windstärke 6 auf dem Inselsee

Heldt/Pingel gewinnen erneut Nebelbeil / Carsten Niehusen siegt bei Nebelwelle

Mit 21 Meldungen startete der Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) in die 7. Auflage des Nebelbeils in der Klasse Pirat. Außerdem wollten sechs Finn-Dinghys die Testregatta um die „Nebelwelle“ bestreiten. Gerade in der Piratenklasse war zunächst mit einer höheren Meldezahl gerechnet worden, doch einige krankheitsbedingte Absagen dezimierten das Teilnehmerfeld. Besonders bedauernswert war der Ausfall von Peter Merten und Jörgen Mohns. Die Crew gehörte in ihrem ersten Startjahr für den WVG zu den stärksten des Vereins. Auch die amtierenden Deutschen Meister Bernd Höft und Burkhard Rieck aus Rostock mussten schweren Herzens absagen, weil sie sich auf die Meisterschaft der Meister vorbereiten, die am 30./31. Oktober auf der Hamburger Außenalster ausgetragen wird. Weil bei den dort gesegelten Kielbooten vom Typ Laser SB-3 drei Mann benötigt werden, sagte mit Udo Müncheberg noch ein weiterer Rostocker ab, der mit Höft/Rieck um diesen einmaligen Titel kämpfen wird.

Schon beim Auslaufen der insgesamt 27 Boote konnte Wettfahrtleiter Jörg Hillenberg (WVG) 5 Beaufort messen und legte einen entsprechend großen Kurs, auf den zuerst die Finn-Dinghys geschickt werden sollten. Mit Carsten Niehusen vom Schweriner Yachtclub und Klaus-Dieter Götz vom WVG und dem Sternberger Erik Schmidt hatte das kleine Feld gleich drei Favoriten. Den Favoritenkreis bei den Piraten bildeten die Teterower Titelverteidiger Thomas Heldt / Ines Pingel, die Güstrower Peter Anders / Peter Bark und Carsten Jansen / Tilo Maaß sowie die Brandenburger Detlef und Luisa Hegert.

Schon während der ersten Wettfahrt nahm der Wind immer mehr zu. Carsten Niehusen und Klaus-Dieter Götz lieferten sich ein spannendes Duell um den Sieg, während in der Piratenklasse „ums Überleben gekämpft“ wurde. Offensichtlich gut mit dem starken Wind kamen Anders / Bark zurecht, die mit großem Vorsprung das Feld anführten. Dahinter folgten alle Favoriten. Schon auf dem ersten Dreieck kenterten die Anwärter auf den Jugendsieg Frederic und Roderic Frantzheld aus Berlin. Die Braunschweiger Hendrik Oberheid / Steffen Stein konnten zwar gerade noch ausweichen, aber das Schiff nicht mehr halten und kenterten direkt daneben. Beide konnten ihre Schiffe wieder aufrichten und weiter segeln. Nur Minuten später sollte es auch die Güstrower Jürgen Kitta / Holger Siatkowski erwischen, die das Rennen jedoch nicht fortsetzen konnten.

An der Spitze wurde der Vorsprung von Anders / Bark indes immer größer und nichts schien die beiden aufhalten zu können – nichts außer einer Kenterung! Eine Halse unter Spinnaker wurde zum Verhängnis und so zogen sieben Boote an den bis dato Führenden vorbei. Heldt / Pingel übernahmen die Spitze. Auf dem letzten Dreieck holten vor allem die Altmeister Carsten Jansen / Tilo Maaß zusehends auf und lagen schon auf Platz drei, als auch sie ebenfalls unter Spinnaker zweimal kurz hintereinander kenterten und zwischenzeitlich sogar ihrem Boot hinterher schwammen. Direkt neben ihnen kenterten die amtierenden Kreismeister Jens Bauditz und Susanne Thiel und damit die vierte Mannschaft vom WVG innerhalb weniger Minuten. Von diesem Moment an segelten viele Crews vorsichtshalber ohne Spinnaker weiter.

„Zwischenzeitlich haben wir einmal kurz sieben Windstärken gemessen. Beständig waren es jedoch sechs Beaufort“, erläutert Jörg Hillenberg die Windverhältnisse. An der Spitze duellierten sich nunmehr Heldt / Pingel und Monegel / Wetzke (Teterow/WVG). Überraschend behielten Monegel / Wetzke die Nase vorne und gewannen dieses spektakuläre erste Rennen. Hinter Heldt / Pingel kamen Hegert / Hegert ins Ziel, die jedoch nicht weiter segelten, weil der Wind doch zu viel war. Bedingt durch ihre Kenterungen steuerten auch Jansen / Maaß (Platz 10) und Frantzheld / Frantzheld (Platz 15) den sicheren Hafen an. Bei den Finn-Dinghys gewann Carsten Niehusen die erste Wettfahrt vor Klaus-Dieter Götz.

Zur zweiten Wettfahrt traten nur noch 13 der ursprünglich 21 Piraten und nur noch vier von sechs Finn-Dinghys an. Die verbliebenen Segler hatten sich nun besser auf den Wind eingestellt und so gab es in der zweiten Wettfahrt keine Kenterungen mehr. Bei den Finn-Dinghys wiederholte sich das packende Duell zwischen Niehusen und Götz, wobei diesmal Götz das bessere Ende für sich hatte. Souverän gewannen Heldt / Pingel die zweite Wettfahrt bei den Piraten vor Bauditz / Thiel und Anders / Bark.

Die dritte und letzte Tageswettfahrt sollten noch elf Piraten bestreiten. Wiederum unterstrichen Heldt / Pingel ihre Ausnahmestellung und siegten vor gleich drei Crews aus Güstrow. Erfreulich war hierbei das Abschneiden der WVG-Jugend Hillenberg / Hain auf Platz 2 vor Bauditz / Thiel und Anders / Bark. Bei den Finn-Dinghys gewann erneut Carsten Niehusen diesmal vor dem Sternberger Erik Schmidt. Auf Platz drei folgte Klaus-Dieter Götz.

Nach fast fünf Stunden bei sechs Windstärken warteten im Seglerheim heiße Getränke und Suppen auf alle Aktiven. Als sie die Suppe schon riechen konnten, kenterten auch noch Bauer / Postrach eine Bootslänge vor dem WVG-Steg. Es war die achte Kenterung des Tages. In der Zwischenwertung führten Heldt / Pingel vor Monegel / Wetzke und Bauditz / Thiel, wobei der Sieg den Teterowern nicht mehr zu nehmen war. Bei den Finn-Dinghys lagen Niehusen, Götz und Schmidt innerhalb von vier Punkten. Am Abend wurden bei gemütlichem Beisammensein die Bilder des Tages, die von den zahlreichen spektakulären Kenterungen geprägt waren, genossen.

Am Sonntag präsentierte sich der Inselsee bei nur noch 2 Beaufort und zeitweisem Sonnenschein ganz anders. Nunmehr waren wieder 20 Piraten und 5 Finn-Dinghys am Start. Nach zahlreichen Positionswechseln gewannen letztlich wieder verdient Heldt / Pingel vor der einzigen Frauencrew Anne Bauditz / Annika Oline Großmann, die sich kontinuierlich in der Wettfahrt nach vorne gesegelt hatten. Mit dem dritten Platz im Sonntagsrennen sicherten sich Jens Bauditz / Susanne Thiel Platz 2 in der Gesamtwertung. Monegel / Wetzke wurden mit Platz 10 Gesamtdritte. Vierte in der Sonntagswettfahrt und insgesamt wurden Anders / Bark. Hervorgehoben werden muss die Leistung der erst 9-jährigen Clara Prüß (WVG), die an der Vorschot am Sonnabend bei Starkwind zwei Wettfahrten durchhielt, ohne zu kentern und am Sonntag mit ihrem Vater gar Fünfter wurde. In der Jugendwertung gewannen Paul Bachmeyer und Magnus Pentzlin vom WVG.

Deutlich spannender war es bei den Finn-Dinghys. Klaus-Dieter Götz lieferte sich diesmal ein Duell mit Norbert Winkler, dem der leichtere Wind offensichtlich besser lag. Carsten Niehusen fand sich noch hinter Erik Schmidt wieder und musste mit ansehen, wie Götz dem Sieg entgegensteuerte. Jubelnd fuhr Götz vermeintlich durchs Ziel, wobei er jedoch Start- und Zielschiff verwechselte. Als er seinen Irrtum bemerkte, war der Tagessieg schon passé und Norbert Winkler der Sieger. Mit dem zweiten Platz war Götz zwar punktgleich, konnte Niehusen, der mehr Tagessiege errungen hatte, aber nicht den Gesamtsieg nehmen, dem so sogar Platz vier ausreichte.

Bevor es in die Winterlager geht, feiern die Güstrower Segelvereine gemeinsam am kommenden Sonnabend Absegeln. „Erst danach ziehen wir Bilanz unserer Segelsaison. Klar ist heute schon, dass sich das Nebelbeil als Event der Piraten etabliert hat und die Nebelwelle im nächsten Jahr als Ranglistenregatta der Beginn einer ähnlichen Erfolgsstory sein kann. Wir werden unser Möglichstes dafür tun“, so der WVG-Vorsitzende Peter Anders abschließend.

 
Jörn-Christoph Jansen

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