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Wassersport-Verein-Güstrow plant neue Wettfahrtserie ab Oktober 2011

Mit einem neuen Termin hat der Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V. auf die Wünsche der Segler reagiert und die Finn-WM-Revanche, die seit 1996 parallel zum Inselseefest stattfand, zwei Wochen später ausgeschrieben. Zu laut waren im letzten Jahr die Bässe, die über den Inselsee hallten. Auch das Drachenbootrennen nimmt die Möglichkeit, den ersten See zu besegeln und so den Segelsport publikumswirksam auszutragen. Mit 14 Vorabmeldungen machten sich jedoch die Verantwortlichen beim WVG schon ihre Gedanken: „Ab 10 Meldungen ist die Regatta zwar eine Ranglistenregatta nach DSV-Statut, doch der Aufwand der Organisation ist für so wenig Boote zu groß“, erklärt der Vorsitzende Peter Anders.

Bei regnerischem Wetter reisten am Sonnabend wenigstens noch 12 Segler an. Nicht dabei der amtierende Deutsche Meister und Sieger der Warnemünder und Travemünder Woche 2010, Jan Kurfeld, der sich ausdrücklich entschuldigte, weil er in England am Weltcup teilnahm. Begrüßt werden konnte aber mit André Budzien (Schweriner Yachtclub) ein dreifacher Mastersweltmeister (Altersklasse 40 bis 49). Erst im Mai 2010 konnte er bei der Weltmeisterschaft in Split wieder den Vizeweltmeistertitel erringen, nachdem er zuvor von 2007 bis 2009 Weltmeister wurde und 2009 die Finn-WM-Revanche gewann. Auch der zweitbeste Deutsche und beste deutsche Grandmaster (Altersklasse 50 bis 59) Carsten Niehusen (Schweriner Yachtclub) reiste wie jedes Jahr in seine alte Heimat, denn in Güstrow erlernte er das Segeln. Beide zählten ebenso zum Favoritenkreis wie Klaus-Dieter Götz, der für den heimischen WVG an den Start ging, und Eckhard Drephal (Schweriner Yachtclub), der ebenso wie Budzien schon zweimal hier gewinnen konnte.

Bei strömendem Regen und knapp 2 Beaufort gewann André Budzien erwartungsgemäß die erste Wettfahrt. Überraschend Zweiter wurde Erik Schmidt aus Sternberg vor Klaus-Dieter Götz. Carsten Niehusen wurde zunächst nur Fünfter hinter Eckhard Drephal. Schon in der zweiten Wettfahrt drehte Niehusen den Spieß um und gewann. Wiederum Zweiter wurde Schmidt (Sternberg) vor Drephal, der fast die ganze Wettfahrt in Führung lag. Noch hinter Götz auf Platz 4 kam Budzien nur auf Platz 5. Während es weiter regnete veränderte Wettfahrtleiter Carsten Jansen den Kurs. Statt des olympischen Dreiecks wurde nun – etwas ungewohnt – ein Up-an-Down-Kurs gesegelt, wie er heutzutage Standard beispielsweise bei olympischen Segelwettbewerben ist. „Die Finn-Dinghys sind olympische Klasse, da müssen sie den Kurs ja kennen“, so Carsten Jansen mit einem Augenzwinkern. „Tatsächlich hat der Wind gedreht und den Seglern bot der Up-and-Down-Kurs mehr taktische Möglichkeiten“, so Jansen weiter.

André Budzien nutzte diese Möglichkeiten am besten und gewann die dritte und vierte Tageswettfahrt vor Eckhard Drephal bzw. Erik Schmidt. Schmidt war es nun auch, der das Gesamtrennen offen hielt: Mit drei 2. Plätzen und einem 4. Platz konnte er am Sonntag theoretisch Budzien noch abfangen, da das schlechteste Rennen nach fünf Wettfahrten gestrichen werden würde. Spannung pur auch auf den Plätzen 3 bis 5: Niehusen, Drephal und Götz lagen punktgleich im Gesamtklassement, sodass zwischenzeitlich nur die beste Wettfahrt für Niehusen, der das 2. Rennen gewonnen hatte, den Ausschlag gab.

Der Sonntag sollte also genug Spannung bieten, doch die Windvorhersage trübte die Stimmung und sie sollte leider halten, was sie versprach. Fast spiegelglatt präsentierte sich der Güstrower Inselsee am Sonntagmorgen. Dennoch schickte Wettfahrtleiter Carsten Jansen alle Boote auf den Inselsee und versuchte immer wieder mit seiner Crew einen Kurs zu legen, wenn ein bisschen Wind aufkam. Erschwerend kam hinzu, dass der Inselsee zunehmend verkrautet. Bereits vor der 4. Wettfahrt am Sonnabend hatte sich sogar ein Motorboot festgefahren. „Es wird wirklich Zeit, dass die Stadt etwas gegen das Kraut unternimmt, sonst ist hier bald kein Segelsport mehr möglich. Der Inselsee muss großflächig gemäht werden, wie dies in anderen Gemeinden auch gemacht wird“, fordert Carsten Jansen nicht zum ersten Mal.

Um die Mittagsstunde beendete die Wettfahrtleitung schließlich das Warten und aus dem Zwischenergebnis wurde das Endresultat. Zum dritten Mal gewann damit André Budzien den begehrten Fair-Play-Pokal der Finn-WM-Revanche. Nur Eberhard Bieberitz (auch Schweriner Yachtclub) konnte zu seiner aktiven Zeit als Finnsegler noch einmal mehr gewinnen.

Auf der Siegerehrung gab der WVG-Vorsitzende Peter Anders bekannt, dass dies die letzte Finn-WM-Revanche war und ab 2011 eine neue Finnregatta parallel zum Nebelbeil gemeinsam mit den Piraten gestartet werden soll, was allgemein auf hohe Zustimmung stieß. Bereits in diesem Jahr soll dazu ein Test erfolgen – dann noch ohne Ranglistenpunkte. Auch ein Name scheint schon gefunden: „Nebelwelle“ soll die neue Regatta in Anlehnung an die Doppelwelle als Symbol der Finnklasse dann heißen. „Durch Güstrow fließt die Nebel, eine Donauwelle gibt es ja auch und das Ganze passt zum Nebelbeil der Piraten“, erläutert Peter Anders – augenzwinkernd.

Jörn-Christoph Jansen

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