Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V., An den Bootshäusern 13, 18273 Güstrow info@wvg1928.de

Deutsche Meisterin möchte Hattrick in ihrem „Wohnzimmer“

59. Auflage des „Silbernen Beils“ startet am Wochenende auf dem Inselsee
 
Am kommenden Wochenende wird auf dem Güstrower Inselsee das 59. Silberne Beil ausgesegelt. Diese Regatta, eine der beliebtesten Piratenregatten Deutschlands, findet nur eine Woche vor der 78. Warnemünder Woche statt.
 
Zum offiziellen Meldeschluss stehen 38 Meldungen mit 76 Seglern aus 5 Bundesländern zu Buche. Teilnehmer werden aus Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Hamburg und natürlich aus ganz Mecklenburg-Vorpommern erwartet. Angekündigt, aber bei Redaktionsschluss noch nicht gemeldet, haben sich zudem Segler aus Tschechien und Österreich.

„Wir sind mit der Vormeldezahl sehr zufrieden. Vielleicht kommt der eine oder andere noch dazu, aber wir erwarten mehr Teilnehmer als 2014. Man darf nicht vergessen, dass die Europameisterschaft Anfang Mai in Österreich und damit das Saisonhighlight bereits gelaufen ist. Zudem segeln einige Stammgäste auch in anderen Bootsklassen bei der Kieler Woche“, so Peter Anders, Vorsitzender des veranstaltenden Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e.V. (WVG). „Für die Warnemünder Woche haben 22 Boote und für die Deutsche Meisterschaft, die ebenfalls in Warnemünde stattfindet, 32 Boote gemeldet. Da brauchen wir uns jedenfalls nicht zu verstecken“, erklärt der WVG-Vorsitzende. Auch in Warnemünde wird der WVG als Co-Ausrichter dann die Wettfahrtleitung stellen und mit seinem gesamten Equipment an die Ostsee reisen.
 
„Wer noch einmal unter Wettkampfbedingungen bei einem großen Feld trainieren möchte, kann das in Güstrow, auch wenn die Bedingungen auf der Ostsee natürlich andere sind“, weiß Carsten Jansen, der die Wettfahrtleitung in Warnemünde leiten wird. Ob der Altmeister in Güstrow in den Piraten steigt, ist noch ungewiss. Zur Stunde macht er die Kieler Woche im Kutter ZK 10 unsicher.
 
Die Kommandos innerhalb der Wettfahrtleitung wird am kommenden Wochenende Andreas Möller (WVG) geben. Am Sonnabend pünktlich um 11.00 Uhr soll gestartet werden. „Vier Wettfahrten sind vorgesehen. Drei davon planen wir am Samstag. Nur wenn diese auch erreicht werden, wird die schlechteste Wertung jedes Bootes gestrichen“, erklärt Wettfahrtleiter Andreas Möller.
 
Favorit im Feld ist das Teterower Team Ines Pingel-Heldt / Thomas Heldt. Schon 2013 und 2014 gewannen sie das Silberne Beil. Zudem sind sie die amtierenden Deutschen Meister. Thomas Heldt möchte gar seinen insgesamt 10. Sieg ersegeln, siebenmal gewann er als Steuer- und zweimal als Vorschotmann. Zum zweiten Mal könnte er gar den Hattrick schaffen. Bereits 1985 bis 1987 gewann er dreimal in Folge. Aber einen zweiten „silbernen“ Hattrick hat es noch nie gegeben. Für seine Frau, die dreifache Weltmeisterin in der 470er-Klasse, Ines Pingel-Heldt wäre es der erste Hattrick. „Güstrow ist keine Auswärtsregatta. Wenn wir hierherfahren, kommen wir immer irgendwie nach Hause. Für Boris Becker war Wimbledon sein Wohnzimmer. Für uns ist es der Inselsee“, so die sympathische Seglerin.
 
Um den Hattrick zu schaffen, muss wieder eine starke Konkurrenz besiegt werden. So werden auch die dreifachen Deutschen Meister Bernd Höft und Burkhard Rieck (Rostock) an den Start gehen. Dreimal zwischen 2007 und 2012 konnten sie das Silberne Beil schon gewinnen. Bei der Europameisterschaft und der Deutschen Meisterschaft werden die Ausnahmesegler leider fehlen. „Güstrow ist für uns der Saisonhöhepunkt“, freut sich Bernd Höft.
 
Zum Kreis der Favoriten muss man auch Detlef Hegert (Brandenburg) mit Vorschotmann Matthias Haase (Berlin) zählen. Der Sieger des Silbernen Beils von 2010 gewann 2013 überlegen die Europameisterschaft und möchte nun seinen zweiten Sieg in Güstrow.
 
Um den Titelhattrick zu schaffen müssen Pingel-Heldt / Heldt ihr ehemaliges Meisterschiff hinter sich lassen, das nun von den Bronzemedaillengewinnern der Deutschen Meisterschaft 2014, Peter Merten / Jörgen Mohns (Schwerin/Güstrow), gesegelt wird. Beide sind in guter Form, gewannen schon die erste Ranglistenregatta mit diesem Boot und gelten als Geheimtipp unter den Kennern der Segelszene. Interessant wird auch das Abschneiden von Simone Witte-Wahrendorf (Berlin) und Andreas Schickel (Sternberg) sein, die bei der Europameisterschaft Platz 6 erreichten und damit beispielsweise auch Merten / Mohns und Hegert / Haase hinter sich lassen konnten.
 
Die Güstrower drücken Peter Anders / Peter Bark (WVG) die Daumen. Zweimal – 2008 und 2009 – hat das schon geholfen. „Es wird wieder Zeit“, so Peter Bark. Bei der Europameisterschaft ließen die Güstrower nur einen Tag ihr Können aufblitzen, als sie Platz 1 in einer der Tageswettfahrten ersegelten. Dass sie gewinnen können, haben sie gerade erst auf den Langen See bewiesen, wo sie zum vierten Mal in Serie das „Goldene Beil“ gewannen.
 
Dem ersten Sieg beim Silbernen Beil jagen Jens Bauditz (WVG), mehrfacher Deutscher Meister und ehemaliger Europameister, und Vorschoterin Susanne Thiel (WVG) nach. Anfang des Jahres haben sie das Boot von Altmeister Carsten Jansen erworben, der zwischen 1972 und 1988 fünf Mal das Silberne Beil gewann. „Jetzt muss es eigentlich klappen. Jedenfalls weiß das Boot, wo wir lang müssen“, verrät Jens Bauditz schmunzelnd.
 
Neben den Topfavoriten und einigen Güstrower Hoffnungsträgern sind viele Segler für einen Überraschungssieg gut, wie zum Beispiel die Junioreneuropameister von 2012 Benjamin Schnepf / Fabian Jäckel (Teterow), die eigentlich immer vorne dabei sind oder aber Frank Martens / Uwe Sauer (Teterow / SV Einheit Güstrow). Besonders freuen sich die Güstrower auf Magnus Hillenberg (WVG), der erst am Mittwoch nach einem halben Jahr auf See von einem Bundeswehreinsatz – hoffentlich gesund – zurückkehrt und keine 72 Stunden später gemeinsam mit Johannes Hain (SVEG) an den Start geht.
 
Leider absagen musste der Sieger von 1982 und 1996, Udo Müncheberg. Der Rostocker kämpft um seine Gesundheit. „Haltet mir zum 60. Silbernen Beil 2016 einen Startplatz frei“, schreibt er in einer E‑Mail an den WVG. „Wir machen das sehr gerne und freuen uns auf sein Comeback“, so Peter Anders. Apropos Comeback: Eigentlich hat Helmut Loos 2014 seine Segelschuhe an den Nagel gehängt, doch nun hat er einen „Rückfall“ erlitten. Der Deutsche Meister von 1977 steigt gemeinsam mit Bernd Anderssohn in den Pirat. „Wir wollen Spaß haben. Darum geht es“, erklärt das WVG‑Ehrenmitglied Helmut Loos, der eigentlich für das Schiedsgericht eingeplant war.

Insgesamt werden 22 Güstrower Segler in 13 Booten die Farben der Barlachstadt vertreten. Mit mindestens 6 Jugendbooten wird es dabei auch eine eigene Wertung geben. Diese Zahl hat sich im Vergleich zu 2014 sogar verdoppelt.

Das Silberne Beil

Die größte Güstrower Segelregatta wird traditionsgemäß in Gemeinsamkeit des Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e.V. und des SV „Einheit“ Segeln Güstrow veranstaltet. Viele Sponsoren werden diese Veranstaltung zu einem Highlight und zu einer Werbung für die Sportstadt Güstrow werden lassen. Vorab dazu schon ein Dankeschön der Organisationsleitung an alle Unterstützenden.
 
 
Jörn-Christoph Jansen

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