Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V., An den Bootshäusern 13, 18273 Güstrow info@wvg1928.de

Güstrower Segler auf der 78. WARNEMÜNDER WOCHE

WVG in Wettfahrtleitung, Schiedsgericht und mit Seglern auf der Ostsee vertreten
 
Die 78. WARNEMÜNDER WOCHE ist Geschichte. Für den Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V. (WVG) war es die vierte Auflage dieses Events als Co-Ausrichter und Unterstützer des Warnemünder Segel-Clubs 1925 e.V. Dabei reiste der WVG nicht nur mit Seglern nach Warnemünde, sondern auch mit einem kompletten Team der Wettfahrtleitung. Zudem ist der WVG im Internationalen Schiedsgericht vertreten.
 
Anders als in den vergangenen Jahren hat der WVG noch mehr Verantwortung übernommen. Von 2012 bis 2014 betreute der WVG ausschließlich die paraolympische Bootsklasse der 2.4mR. Doch nun riefen die Piraten, die in Warnemünde ihre Deutsche Meisterschaft austrugen. „Die Piratenklasse hat uns gebeten, diesen Kurs zu übernehmen und weil am Wochenende zuvor auch die Regatta um die WARNEMÜNDER WOCHE ausgetragen werden sollte, übernahmen wir das gleich mit“, erklärt Carsten Jansen, der als Wettfahrtleiter den WVG in Warnemünde vertrat. „Neben den 23 Piraten kamen außerdem noch 16 Ixylons und 23 Flying Junior auf die Bahn Foxtrott, die vor Markgrafenheide liegt“, so Carsten Jansen weiter. Das Programm für die ersten vier Tage versprach anspruchsvoll zu werden. Doch zunächst galt es, sämtliche Equipment einzupacken: Flaggen, Signalhörner, Gewichte für die Tonnen, Segelsachen, Computertechnik, Fahrräder und vieles mehr. „Viele denken, wir machen uns eine schöne Woche in der Sonne des Ostseebades, aber das stimmt nicht. Wir stehen hier vor 6 Uhr auf und legen eine Stunde vor den Seglern ab“, so Jörg Hillenberg (WVG), stellvertretender Wettfahrtleiter.

Während bei den Ixylons und den Flying Junior keine WVG-Segler aktiv sein sollten, gingen bei den Piraten Magnus Hillenberg (WVG) mit Johannes Hain (Einheit Güstrow) und Refa-Maria Jacobs (WVG) mit Hannes Vater (Cottbus) an den Start. Doch am ersten Tag konnte bei schwachen Winden nur eine Wettfahrt gesegelt werden, bei der Hillenberg / Hain Platz 13 und Jacobs / Vater Platz 22 belegten. Es gewannen die Sieger des Güstrower Silbernen Beils Ines Pingel-Heldt / Thomas Heldt aus Teterow. Schon am Sonntag war mangels Wind keine Chance auf eine Wettfahrt. Nach einigem Warten auf dem Wasser wurden alle Wettfahrten auf Montag verschoben. Am Montag bot sich ein komplett anderes Bild: Wind mit 5 und in den Böen bis zu 7 Beaufort prägten die Ostsee. Lediglich sechs Piraten kamen überhaupt zu den Wettfahrten, darunter Hillenberg / Hain, die nach den Plätzen 4, 3 und 4 insgesamt Vierter wurden. Es gewannen Jonas Hentschel / Justus Klemme vom SV Wedel-Schulau. Pingel-Heldt / Heldt (Teterow) konnten aus beruflichen Gründen nicht antreten.
 
Für die Piraten war am Dienstag und Mittwoch Ruhetag, bevor Donnerstag die Deutsche Meisterschaft beginnen sollte. Lediglich die Bootsvermessung stand an. Zur Deutschen Meisterschaft reisten nun auch noch die WVG-Crews Jens Bauditz / Ulf Lorenz, Peter Anders / Peter Bark, Peter Merten (Schwerin) / Jörgen Mohns sowie Marko Monegel (Teterow) / Ludger Wetzke an. Topfavoriten waren Pingel-Heldt / Heldt (Teterow), deren Titelverteidigung allenfalls durch Svenja Thoroe / Karsten Bredt (Kiel/Hannover) sowie Marko und Thomas Anderssohn (Cottbus) gefährdet werden konnte. Letztere errangen auf der Ostsee 2006, als die Deutsche Meisterschaft zuletzt in Warnemünde Station machte, den Meistertitel.
 
Der Donnerstag bot jedoch alles, was auf der Ostsee möglich war. Windstärken um 8 mit Böen bis zu 10 Beaufort machten ein Segeln unmöglich und für Freitag war in etwa dasselbe vorhergesagt. Es kam wie angekündigt. Dementsprechend entschied Hauptwettfahrtleiter Robert Nimczewski (Berlin) früh, dass ein Verlassen des Hafens verboten ist und an beiden Tagen keine Wettfahrten stattfinden würden. Es verblieben also zwei Tage für 12 Wettfahrten, die ausgeschrieben waren. „Segeln ist eine Outdoorsportart, bei der wir vom Wind und Wetter abhängig sind. Um Mensch und Material nicht zu gefährden, war es völlig richtig, im Hafen zu bleiben“, teilte Carsten Jansen die Entscheidung von Robert Nimczewski.
 
Bei nun wieder abflauendem Wind um 3 Beaufort konnten am Sonnabend immerhin drei Wettfahrten ausgetragen werden. Mit den Plätzen 1, 8 und 1 führten Pingel-Heldt / Heldt (Teterow) die Gesamtwertung auch gleich wieder an. Gut im Rennen lagen auch Merten / Mohns (Schwerin / WVG), die mit den Plätzen 2, 12 und 2 auf Gesamtplatz 2 in der Zwischenwertung lagen. Bauditz / Lorenz (WVG) mit den Plätzen 13, 3, 10 und Anders / Bark (WVG) 22, 7 und 14 ersegelten durchwachsene Ergebnisse. Besser lief es für die Güstrower am letzten Wettfahrttag, bei dem noch einmal vier Wettfahrten gesegelt werden konnten. Hier errangen Pingel-Heldt / Heldt mit den Plätzen 5, 3, 1 und 5 ihren zweiten Meistertitel in Folge. Mit neun Punkten Vorsprung auf Karl-Herrmann Wildt (Berlin) / Kai Arendholz (Niedersachsen) war die Titelverteidigung letztlich souverän, obwohl nach 5 Wettfahrten die Gesamtführung sogar kurz verloren ging. Punktgleich mit den Silbermedaillengewinnern segelten Thoroe  /  Bredt (Kiel / Hannover) auf den Bronzerang. Anderssohn / Anderssohn (Cottbus) belegten nur einen Punkt hinter dem Zweiten und dem Dritten den undankbaren vierten Platz. Dahinter folgten Merten / Mohns (Schwerin / WVG) auf Platz 5, Bauditz / Lorenz (WVG) auf Platz 6 und Anders / Bark (WVG) auf Platz 7, die die letzte Wettfahrt als Sieger beenden konnten.
 
„Bei völlig unterschiedlichen Bedingungen geht eine interessante aber auch anstrengende Segelwoche für uns zu Ende. Im Grunde braucht man jetzt eine Woche Urlaub“, so Carsten Jansen, den neben seinem Stellvertreter Jörg Hillenberg eine weitere 10-köpfige Crew mit Stephan Kruse, Marco Bachmeyer, Niklas Jakobs,  Marlit Hillenberg, Susanne Anders, Regine Schebeko, Johann Wiedewald, Tobias Bayer, Theo Ranis und Peter Karstens unterstützte.
 
Die gesamte Woche im Schiedsgericht erlebte auch Jörn-Christoph Jansen. Der Jurist ist seit 2009 Teil der Internationalen Jury, wo er in diesem Jahr den Jurychairman Gode Sevecke (Hamburg) als Vize unterstützte. Gemeinsam mit elf weiteren Schiedsrichtern hatte er ein Auge auf 2.000 Segler aus 22 Nationen. „Das Schiedsgericht bestand in diesem Jahr aus fünf Nationen. Neben Deutschland, waren Schiedsrichter aus Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich vertreten. „Abgesehen von den Wettfahrtregeln blieb aber aufgrund des wenigen oder des viel zu vielen Windes genug Zeit, sich über viele andere Dinge abseits des Segelns auszutauschen. Die gemeinsame Sprache im Schiedsgericht ist dabei dann natürlich Englisch“, verriet der Güstrower.
 
„Mit insgesamt 28 Protesten liegen wir etwas über dem Vorjahr. Allerdings mussten wir auf dem Wasser nur 12 Mal die gelbe Flagge für Regelverstöße zeigen. Gemessen an 147 Wettfahrten und über 800 Booten ist das nicht viel“, zeigte sich Jörn-Christoph Jansen zufrieden. Vielleicht hat dazu auch ein Regelkundeseminar beigetragen, dass Jansen gemeinsam mit zwei Internationalen Schiedsrichtern, Dr. Rainer Kornfeld (Österreich) und Peter Stucki (Schweiz), gegeben hat. „Mir hat das jedenfalls sehr geholfen“, so die dreifache Weltmeisterin der 470er- und nunmehr auch zweifache Deutsche Meisterin der Piraten-Klasse, Ines Pingel-Heldt (Teterow).
 
Ab der 79. WARNEMÜNDER WOCHE 2016 stellen die Güstrower dann den Chairman und damit den Vorsitz der Internationalen Jury der WARNEMÜNDER WOCHE. Der veranstaltende Warnemünder Segel-Club hat Jörn-Christoph Jansen dieses Amt angetragen. „Ich habe das gerne angenommen, weil es eine Ehre ist. Natürlich ist es auch Verantwortung und Verpflichtung, aber ich bin in der Jury auch nicht alleine“, so Jansen, der dieses Amt vom scheidenden Chairman Gode Sevecke (73) übernimmt, der aus Altersgründen aufhört.
 
Während für den Schiedsrichter Jörn-Christoph Jansen noch sechs weitere Deutsche Meisterschaften anstehen, sind auch andere auf die gute Wettfahrtleitung des WVG aufmerksam geworden. Anfang Oktober reist die WVG-Crew nach Plau am See und wird dort die Deutsche Meisterschaft der 2.4mR betreuen. Für die Segler sind die Saisonhöhepunkte mit den Meisterschaften hingegen bereits gelaufen. „Das 12. Nebelbeil im Oktober ist unsere nächste seglerische Herausforderung. Zuvor sind wir allerdings auch noch Gastgeber einer großen Jugendregatta auf dem Inselsee“, umreißt der WVG-Vorsitzende Peter Anders die nächsten Monate. „Die Saison hat doch gerade erst angefangen“, schiebt er schmunzelnd nach.
 
Jörn-Christoph Jansen

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