Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V., An den Bootshäusern 13, 18273 Güstrow info@wvg1928.de

WVG-Crew stellt Wettfahrtleitung bei Deutscher Meisterschaft der 2.4mR

Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V. hilft auf dem Plauer See aus

Der Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V. (WVG) hat vom 02. bis 04. Oktober auf dem Plauer See die Wettfahrtleitung bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der paralympischen 2.4mR-Klasse gestellt. Erfahrung mit dieser Klasse haben die Güstrower als Co-Ausrichter der WARNEMÜNDER WOCHE. Bereits von 2012 bis 2014 haben sie hier die 2.4mR auf den Kurs geschickt.
 
„So kam die Anfrage des Plauer-Hai-Live e.V. (PHL) bereits im vergangenen Frühsommer 2014. Der PHL ist ein sehr kleiner Verein, der auf diese Bootsklasse spezialisiert ist“, erklärt Jörg Hillenberg (WVG), der als Wettfahrtleiter fungierte. Ihm zur Seite stand nicht nur seine Frau Marlit Hillenberg (WVG) sondern mit Carsten Jansen auch ein weiterer Wettfahrtleiter mit nationaler Lizenz des Deutschen Segler-Verbandes. Diese ist Voraussetzung um Wettfahrten auf dem Niveau einer Deutschen Meisterschaft überhaupt durchführen zu dürfen. Mit Jörn-Christoph Jansen (WVG) brachten die Güstrower auch den Obmann des Schiedsgerichts gleich mit, der Unterstützung von vier Schiedsrichtern aus Schwerin, Berlin, Hannover und Plön erhielt, die wie er allesamt über die nationale DSV-Schiedsrichterlizenz verfügen. Alle „Offiziellen“ wurden vom Deutschen Behindertensportverband (DBSV) extra berufen.

Der 2.4mR ist ein kleines Kielboot, das in Deutschland mit rund 60 Schiffen noch eher selten vertreten ist, aber rasant wächst. Weltweit jedoch ist das „Two-point-four“ ein Begriff, da es sich um die Klasse handelt, mit der bei den Paralympischen Spielen auch 2016 in Rio de Janeiro die Einzelwettbewerbe im Segelsport ausgetragen werden. So gingen auf dem Plauer See auch nicht nur deutsche Segler, sondern auch Segler aus den Niederlanden und Tschechien an den Start.
 
Seinen Namen hat der 2.4mR nach seinem Vermessungswert. Zudem ist er die „kleine Ausgabe“ der America´s-Cup-Yachten von 1980, weshalb er auch „Mini-Zwölfer“ genannt wird. Das 1983 entworfene Kielboot hat eine Segelfläche von 7,53 qm und seit Sydney 2000 olympischen Status. Bei Deutschen Meisterschaften segeln, wie in der Klasse allgemein üblich, behinderte und nicht behinderte Segler ohne Unterschied auf der gleichen Regattabahn gegeneinander um den Sieg. Lediglich am Ende der Meisterschaft gibt es eine „handicapped“-Wertung für die behinderten Sportler. Häufig gewinnen diese aber auch die Gesamtwertung. Um eine Vergleichbarkeit zu erreichen, wird das Boot dabei den Bedürfnissen des Seglers angepasst. Im Normalfall wird es mit Pedalen gesteuert. Für Menschen, die an Lähmungen oder verschiedenen Arten von Amputationen leiden, können die nötigen Änderungen im Cockpit durchgeführt werden. „Man muss vor diesen Sportsmännern und ‑frauen den Hut ziehen. Hier in Plau am See startete beispielsweise ein Segler mit Sehbehinderung, der mit Hilfe technischer Unterstützung die Bahnmarken nach Gehör angesteuert hat“, erklärt Carsten Jansen (WVG).
 
Favorit auf den Sieg in Plau war Heiko Kröger (Norddeutscher Regatta-Verein, Hamburg), der bereits 2013 und 2014 gewann und zudem im Jahr 2000 olympisches Gold und 2012 auch Silber gewann. Die Aufzählung all seiner Erfolge ist gar nicht möglich. Von 1999-2002 und zuletzt 2014 war er Weltmeister. Von 2013 bis 2015 gewann der heute 48-jährige auch den Champions Sailing Cup Kiel.
 
Sein größter nationaler Konkurrent ist Lasse Klötzing (Potsdamer Yachtclub). Der 24-jährige gewann bereits mehrfach die Vizemeisterschaft und ist mehrfacher tschechischer Meister.
 
Mit Ullrich Libor (Segel-Club Bosen), der nur „Ulli“ genannt wird, ging zudem eine echte Segelsportlegende an den Start. Ulli Libor, heute 75 Jahre alt, gewann im Flying Dutchman 1968 in Acapulco die olympische Silbermedaille und 1972 in Kiel Bronze. Sein Segel-ABC lernte er auf dem Pirat, mit dem er von 1956 bis 1959 Deutscher Jugendmeister war. Zu seinen zahlreichen Erfolgen gehören Deutsche Meistertitel im Flying Dutchman und der Europameistertitel 1960 in der Bootklasse „Snipe“. Noch 2008 war er sowohl Gewinner der „Regatte Royal“ als auch des „Coupe de Dragon“ in der Drachen-Klasse.
 
„Für Freitag waren vier Wettfahrten vorgesehen, aber es konnten nur zwei durchgeführt. Nebel, Winddrehungen und Flaute machten uns und den Seglern das Leben schwer“, so Jörg Hillenberg. Beide Wettfahrten gewann Heiko Kröger. Lasse Klötzing belegte je einmal Platz 4 und Platz 2. Ulli Libor kam auf Platz 7 und 5. Vorne mit dabei war auch Jürgen Freiheit (Verein Berliner Segler), der sonst in der Piraten-Klasse zu Hause ist, aber auch schon die WARNEMÜNDER WOCHE im 2.4mR gewann und nun Platz 5 und 4 ersegelte.
 
Fast dasselbe Bild bot sich am Samstag. „Wieder begannen wir mit Nebel, mussten oft den Kurs verlegen, eine Pause einlegen, aber wir haben vier Wettfahrten zustande gebracht“, so Carsten Jansen, der als Tonnenleger und Startlinienboot wohl die stressigste Aufgabe hatte. Alle vier Wettfahrten gewann Heiko Kröger, dem damit erneut der Meistertitel kaum zu nehmen war. Auf Gesamtplatz zwei lag bereits sicher Lasse Klötzing, der die Plätze 3, 2, 2 und 7 ersegelte. Um Platz drei sollten nun die punkgleichen Bernd Zirkelbach (Yacht-Club Berlin-Grünau) und Jürgen Freiheit segeln; nur zwei Punkte dahinter lag Ulli Libor.
 
„Am Sonntag bot sich bestes Segelwetter. Es konnten drei Wettfahrten gesegelt werden“, so Jörg Hillenberg (WVG). Die erste Wettfahrt gewann wieder Heiko Kröger, der in insgesamt sieben von neun Wettfahrten siegte. In der 8. Wettfahrt musste er sich zum ersten Mal Lasse Klötzing geschlagen geben. In der 9. Wettfahrt hatten beide einen Frühstart. Die Bronzemedaille errang Jürgen Freiheit, zwei Punkte vor Bernd Zirkelbach und Ulli Libor. Heiko Kröger gewann vor Lasse Klötzing auch die „handicapped“-Wertung, in der der Tscheche Daniel Bina den 3. Gesamtrang belegt.
 
„Die Segler waren sehr fair. Sofern es Regelverstöße gab, wurden Strafen direkt auf dem Wasser angenommen. Dadurch gab es keine Proteste. So soll es sein“, so Jörn-Christoph Jansen (WVG).
 
„Es ist bemerkenswert, was dieser kleine Verein auf die Beine gestellt hat. Manch ein Vereinsmitglied hat drei Tage lang eine Mahlzeit nach der anderen gekocht, um die Verpflegung sicherzustellen. Alle Vereinsmitglieder haben geholfen. Wir haben gerne unsere Unterstützung geleistet und werden ganz sicher wieder kommen“, resümierte Jörg Hillenberg. Zum Ende der Veranstaltung stellte der Deutsche Behindertensportverband in Aussicht, bald wieder eine Deutsche Meisterschaft in Plau am See austragen zu wollen. Der WVG wird dann gerne wieder mit seiner Crew dabei sein.

Jörg Hillenberg (r.) und Marlit Hillenberg (m.) vom WVG
Jörg Hillenberg (r.) und Marlit Hillenberg (m.) vom WVG


Jörn-Christoph Jansen

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