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WVG 1928 e. V. veranstaltete hochrangige Wettkämpfe auf dem Inselsee

Der Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) hatte am vergangenen Wochenende zu den letzten großen Regatten der Segelsaison 2016 geladen. Aufgerufen waren die Klassen Pirat in der 13. Auflage des Nebelbeils sowie die olympische Finn-Dinghy-Klasse zur 6. Nebelwelle.

23 Boote mit 46 Seglern in der Klasse Pirat und 11 Boote und Segler in der Einhandklasse der Finn-Dinghys konnte der WVG-Vorsitzende Peter Anders stellvertretend für den Gastgeber begrüßen: „Mit dem Teilnehmerfeld sind wir zufrieden. Bei den Piraten sind die ersten fünf der Deutschen Meisterschaft 2016 am Start gewesen. Bei den Finn-Dinghys haben mehr gemeldet als 2015 und manch einer konnte aufgrund ausgefallener Flüge bei TUIfly nicht mehr anreisen. Zudem haben wir mit Martin Sieker einen Piratensegler als Wettfahrtleiter an unseren Nachbarverein ‚verloren‘.“

Obwohl bei den Deutschen Meisterschaften nicht unter den Topten gingen Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt (Teterow) dennoch als Favoriten auf den Kurs. Seit 2014 sind die zweifachen Deutschen Meister auf dem Inselsee unbezwungen, gewannen 2013 bis 2016 das Silberne Beil und seit 2014 auch das Nebelbeil. Aber auch die vierfachen Deutschen Meister und amtierenden Titelträger Bernd Höft/Burkhard Rieck (Rostock) sollten ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Gespannt blickten die Beobachter der Szene auf Peter Merten/Jörgen Mohns (Schwerin/WVG), die nach längerer Pause zurückkehrten. Die Güstrower Hoffnungen ruhten zudem auf Peter Anders/Peter Bark (WVG) und Jens Bauditz/Susanne Thiel (WVG), die in Ungarn bzw. Österreich in dieser Saison Erfolge feierten. Bei den Finn-Dinghys war André Budzien (Schwerin), der die Nebelwelle bereits viermal gewann, klarer Favorit.

Bei Wind um 4 und in Böen um 5 Beaufort aus nordöstlicher Richtung schickte Wettfahrtleiter Andreas Möller (WVG) zuerst die Piraten auf einen dreifachen Up-an-Down-Kurs: Der 1. Start glückte prompt und die amtierenden Deutschen Meister zeigten prompt ihre gute Form: Führung an der ersten Bahnmarke für Höft/Rieck (Rostock) vor Merten/Mohns (Schwerin/WVG). Dahinter befanden sich die Güstrower Bauditz/Thiel, Anders/Bark und Hillenberg/Hain auf den Plätzen drei bis fünf in Lauerstellung. Pingel-Heldt/Heldt folgten mit leichtem Abstand auf Platz sieben. Nach der ersten Runde bot sich jedoch ein anderes Bild: Merten/Mohns führten vor Höft/Rieck und Martens/Sauer (Teterow/Einheit Güstrow). Pingel-Heldt/Heldt hatten sich schon auf Rang fünf vorgearbeitet. Doch das Feld war eng beisammen und die Plätze wechselten ständig hin und her. Spannende und faire Positions- und Führungskämpfe konnte nicht nur das Schiedsgericht beobachten. Am Ende gewannen Merten/Mohns. Auf Platz zwei folgten Monegel/Wetzke (Teterow/WVG), die sich in einem Bilderbuchfinish erst an die Spitzengruppe heransegelten und dann auf der Ziellinie Höft/Rieck (3.), Martens/Sauer (4.) und kurz zuvor schon Pingel-Heldt/Heldt (5.) überholten. Anders/Bark ersegelten Platz sechs vor Bauditz/Thiel und Hillenberg/Hain.

In der 2. Wettfahrt zeigten die Güstrower Lokalmatadoren auf der Startkreuz ihr ganzen Können: Doppelführung an Bahnmarke eins für Bauditz/Thiel vor Anders/Bark. Nur Lippert/Lippert (Berlin) folgten direkt. Etwas abgeschlagen schon Höft/Rieck (5.) und Pingel-Heldt/Heldt (10.). Beiden Ausnahmecrews kam jedoch die Länge der Wettfahrt zugute, denn nun wurde ein vierfacher Up-and-Down-Kurs gesegelt. Schon an Bahnmarke zwei trafen vier Boote zugleich ein. Auch Pingel-Heldt/Heldt hatten sich nun nach vorne geschoben. Von Platz eins bis Platz sieben waren es nur wenige Bootslängen. „Die Leistungsdichte ist meisterschaftswürdig. Man darf sich keinen Fehler erlauben, dann wird man sofort von drei Booten kassiert“, so Peter Anders, der sich verbessert zeigte und am Ende der 2. Wettfahrt nach einem packenden Duell als Zweiter nach Höft/Rieck ins Ziel kam. Es folgten Pingel-Heldt/Heldt, Schnepf/Jäckel (Teterow) und Merten/Mohns. Die Güstrower Hillenberg/Hain (11.) und Bauditz/Thiel (12.) fielen zurück.

In der 3. und letzten Wettfahrt zeigte der dreifache O-Jollen-Europameister und amtierende Deutsche Vizemeister Donald Lippert (Berlin), dass er auch in der Piratenjolle gut unterwegs ist und gewann die Startkreuz vor Pingel-Heldt/Heldt, die es nach Platz fünf und drei nun wissen wollten. Doch Lippert/Lippert waren starke Gegner und konnten die knappe Führung behaupten. Im Verfolgerfeld fanden sich Höft/Rieck (4.) und etwas weiter zurück auch Merten/Mohns – leider aber keine Güstrower. Stattdessen waren Bauer/Postrach (Kirchmöser), die seit den 1980er Jahren zu den Stammgästen auf dem Inselsee gehören, ganz vorne dabei. Auch die dritte Wettfahrt bei deutlich nachlassendem Wind war ein vierfacher Up-and-Down-Kurs, bei dem Pingel-Heldt/Heldt das bessere Ende für sich hatten. Auch Merten/Mohns (2.) und Höft/Rieck (3.) zogen noch an Lippert/Lippert (4.) vorbei. Anders/Bark (6.) und Bauditz/Thiel (8.) konnten noch nach vorne aber nicht nach ganz vorne segeln.

Auch bei den Finn-Dinghys glückte der erste Start und schon an der Luvbahnmarke konnten sich André Budzien, Lars Haverland und Erik Schmidt (Sternberg) absetzen. Deutlich zurück lag Alexander Goltz, der jedoch eine furiose Aufholjagd startete und bis auf Platz drei im Ziel alle Boote einholte. Den ersten Tagessieg holte sich jedoch André Budzien vor Lars Haverland. Erik Schmidt ersegelte den vierten Platz.

Die 2. Wettfahrt bei den Finn-Dinghys sollte noch spannender werden. Alexander Goltz bot André Budzien und Lars Haverland nun Paroli. Praktisch gleichauf kamen die drei Schweriner an die zweite Bahnmarke. Nur Eckehard Zülow (Brandenburg) konnte noch folgen. Wie entfesselt segelte Alexander Goltz und führt nach zwei Runden schon deutlich, ehe Lars Haverland wieder aufholte und sogar vor Alexander Goltz die Ziellinie überquerte. Der eigentliche Favorit, André Budzien, musste beide ziehen lassen und belegte am Ende Platz drei. Wie schon in der ersten Wettfahrt landete Erik Schmidt auf dem undankbaren 4. Platz.

Erneut war es Alexander Goltz, der das Feld zu Beginn der dritten und letzten Tageswettfahrt dominierte. Mit gut 50 Metern Vorsprung erreichte er die erste Bahnmarke vor Ralf Heim (Berlin). Deutlich zurück lagen André Budzien und Lars Haverland auch nach der zweiten von vier Runden. Routine und Können von André Budzien bescherten ihm allerdings doch noch den zweiten Tagessieg knapp vor Alexander Goltz. Lars Haverland als Dritter und Erik Schmidt als „ewiger Vierter“ folgten.

Weder bei den Piraten noch bei den Finn-Dinghys war der Sieg vergeben. Die zwischenzeitlich Führenden Höft/Rieck wie auch Merten/Mohns und Pingel-Heldt/Heldt konnten aus eigener Kraft noch gewinnen. Bei den Finn-Dinghys hieß das Duell André Budzien gegen Lars Haverland.

Entsprechend nervös zeigte sich das Piratenfeld am Sonntag bei 3-4 Beaufort und Nieselregen. Beim zweiten Startversuch ging das Feld auf die Bahn und vom Start weg führten Pingel-Heldt/Heldt. Schon sechs Bootslängen dahinter folgten Merten/Mohns. Während Schnepf/Jäckel, Reinsberg/Seeger (Röbel/WVG) und Lippert/Lippert das Verfolgerfeld bildeten, folgten Höft/Rieck überraschend erst im letzten Drittel. Platz um Platz holten Höft/Rieck auf, doch der Rückstand auf die ersten beiden Plätze war schon zu groß. Nach drei Runden hatten sich Merten/Mohns bis auf eine Bootslänge an Pingel-Heldt/Heldt herangekämpft und es wurde noch mal spannend. Doch mit weltmeisterlicher Routine segelten die Teterower zu ihrem zweiten Tages- und dritten Gesamtsieg in Serie. Auf Platz zwei in der vierten Tageswettfahrt und der Gesamtwertung folgten Merten/Mohns. Bis auf Platz fünf konnten sich Höft/Rieck noch nach vorne segeln und kamen hinter Edinger/Bajon (Berlin) und Schnepf/Jäckel ins Ziel. Während Bauditz/Thiel noch Platz acht ersegeln konnten, lief es für Anders/Bark mit Platz 13, der aber zu Patz vier insgesamt reichte, weniger gut.

Bei den Finn-Dinghys war die Ausgangslage ebenso klar wie spannend: Wer die letzte Wettfahrt gewinnt, gewinnt auch gesamt. André Budzien und Lars Haverland hatten beide noch Siegchancen. Der Routine von Budzien setzte sich jedoch schon an der ersten Bahnmarke durch und Haverland war nicht einmal auf Platz 2, auf dem Ralf Heim lag. Zwar konnte Haverland sich noch bis auf Platz zwei vorkämpfen, aber Budzien ließ sich den dritten Tagessieg an diesem Wochenende und den fünften Gesamtsieg bei der Nebelwelle nicht mehr nehmen.

„Am 15. Oktober schließen alle Güstrower Segler die Segelsaison 2016 mit dem Absegeln endgültig. Dennoch werden einige Güstrower noch die Nikolausregatta in Potsdam segeln“, weshalb Peter Anders noch kein Saisonfazit ziehen wollte und konnte.

Jörn-Christoph Jansen

 

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