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62. Auflage des „Silbernen Beils“ startet am Wochenende beim WVG 1928 e. V.

Am kommenden Wochenende wird auf dem Güstrower Inselsee das 62. Silberne Beil ausgesegelt. Diese Regatta ist die letzte Ranglisten- und damit Qualifikationsregatta zur diesjährigen Deutschen Meisterschaft auf dem Steinhuder Meer rund zwei Wochen später. Meldeschluss dafür ist unmittelbar am Montag nach der Güstrower Regatta. Die „finale“ Rangliste und damit die Qualifikation entscheiden sich also in Güstrow.

Zum Meldeschluss stehen 31 gemeldete Boote mit 62 Seglern aus Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Hamburg und natürlich aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zu Buche. Nachmeldungen sind jedoch noch bis kurz vor dem geplanten Start am kommenden Sonnabend möglich.

„Wir sind mit der Vormeldezahl erstmal zufrieden. Die Piraten sind dieses Jahr nicht im Programm der 81. WARNEMÜNDER WOCHE 2018 vertreten, sodass Güstrow nicht etwas ‚auf dem Weg nach Warnemünde‘ liegt. Außerdem steigen aufgrund der Zeugnisübergabe und des Abiballs viele Jugendsegler am Wochenende nicht ins Boot“, so Peter Anders, Vorsitzender des WVG.

Die Kommandos innerhalb des Wettfahrtkomitees wird am kommenden Wochenende Andreas Möller (WVG) geben. Am Sonnabend pünktlich um 11:00 Uhr erfolgt das erste Ankündigungssignal. „Fünf Wettfahrten – und damit eine mehr als sonst – sind vorgesehen. Drei davon planen wir am Samstag. Nur wenn wenigstens vier Wettfahrten erreicht werden, wird die schlechteste Wertung jedes Bootes gestrichen“, erklärt Wettfahrtleiter Andreas Möller, der von Stellvertreter Jörg Hillenberg (WVG) unterstützt werden wird.

Titelverteidiger sind die Güstrower Peter Anders/Peter Bark (WVG). Schon dreimal, 2008, 2009 und eben 2017, konnten sie das Silberne Beil gewinnen. Nach dem ersten Triumph 2008 wechselten sie das Boot und auch in diesem Jahr gehen sie mit einem neuen Schiff an den Start. „Ob das ein gutes Omen ist, wissen wir Sonntagmittag. Aber natürlich wollen wir das Silberne Beil am liebsten in Güstrow behalten“, umreißt Vorschoter Peter Bark das Ziel.

„Wer gewinnen will, muss allerdings Thomas Heldt/Ulf Lorenz und Bernd Höft/Burkard Rieck besiegen“, weiß Peter Anders um die Stärke der Konkurrenz. Sieben der letzten acht Deutschen Meistertitel gingen an die Ausnahmecrews. Zweimal gewannen die Teterower Pingel-Heldt/Heldt. Fünfmal siegten die Rostocker Höft/Rieck; sie reisen als amtierende Deutsche Meister nach Güstrow. Dreimal konnten auch sie sich schon auf dem Silbernen Beil verewigen.

Doch die Rekordsieger sind Pingel-Heldt/Heldt. Ohne Steuer- und Ehefrau Ines Pingel-Heldt, die auf einem der zahlreichen Abibälle tanzen wird, reist dieses Mal Thomas Heldt nach Güstrow. Doch so oft wie er als Steuermann – insgesamt siebenmal – gewann auch noch niemand das Silberne Beil. Zwischen 2013 und 2016 kamen außerdem vier Titel in Serie an der Vorschot seiner Ehefrau hinzu. Dieses Jahr bildet er mit Ulf Lorenz (WVG) ein Team. Beide segelten schon oft gemeinsam und verpassten in Warnemünde mal die Deutsche Meisterschaft denkbar knapp. Ulf Lorenz könnte sein erstes Silbernes Beil gewinnen.

Während es für viele Segler eine Art Meisterschaftsgeneralprobe sein wird, werden die amtierenden Deutschen Meister Höft/Rieck in Güstrow gar ihren Jahreshöhepunkt im Pirat segeln. Ihren Titel bei den Deutschen Meisterschaften können sie nicht verteidigen, weil Steuermann Bernd Höft im Flying Dutchman zeitgleich in Medemblik (Niederlande) um eine gute Platzierung bei den Weltmeisterschaften kämpfen wird.

Neben Anders/Bark drücken die Güstrower vor allem Jens Bauditz/Peter Merten (WVG/Schwerin) und Andreas Ebel/Martin Schlichting (WVG) die Daumen. Jens Bauditz hat eigentlich schon alle „großen Titel“ gewonnen – Deutscher Meister, Europameister, Tschechischer Staatsmeister, Türkischer Meister – doch das Silberne Beil fehlt. Auf Stammvorschoterin Susanne Thiel muss er verzichten. „Peter Merten hat im Jahr 2000 schon mal an der Vorschot gewonnen. Jetzt greifen wir zusammen an“, schmunzelt Jens Bauditz. Andreas Ebel und Martin Schlichting segeln erstmals bei einer Regatta in Güstrow mit ihrem werftneuen Schiff. GER 4490 ist die höchste Nummer am Start. Was möglich ist, haben sie Pfingsten in Kiel mit Platz drei schon mal angedeutet.

Ein Blick auf die Konkurrenz zeigt jedoch, warum es so schwer ist, das Silberne Beil zu gewinnen: Die Deutschen Vizemeister von 2016 Daniel Reinsberg (Röbel) mit dem Güstrower Alfred Seeger (WVG) möchten ihren ersten Sieg. Mit Karl-Herrmann Wildt (Berlin), der mit seiner Frau Gabriele an den Start geht, weiß einer wie es geht: Der Deutsche Vizemeister von 2015 hat das Silberne Beil schon zweimal gewonnen. Erneut zählt er zum erweiterten Titelkreis. Nicht unterschätzen darf man den Berliner Donald Lippert. Der vierfache Europameister und zweifache Deutsche Meister der O-Jolle steigt ebenso wieder in den Pirat wie der neunfache und amtierende Deutsche Meister im Ixylon, Volker Schoen (Sternberg). Unter Experten gelten die Berliner Brüder Björn und Marc Helms als Geheimtipp. Aus dem Landkreis Rostock muss man schließlich auch die ehemaligen Junioreneuropameister Benjamin Schnepf/Fabian Jäckel (Teterow), die eigentlich immer vorne dabei sind oder aber Frank Martens/Uwe Sauer (Teterow/SV Einheit Güstrow) auf dem Zettel haben.

Insgesamt werden mindestens 18 Güstrower Segler in 12 Booten die Farben der Barlachstadt vertreten. Seit 1957 organisiert der Wassersport-Verein-Güstrow die größte Piratenregatta in Mecklenburg-Vorpommern.

Jörn-Christoph Jansen

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