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WVG 1928 e. V. begrüßte 99 Segler in 54 Booten auf dem Inselsee

Der Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) hatte am vergangenen Wochenende zu den letzten großen Regatten der Segelsaison 2018 geladen. Aufgerufen waren die Klasse Pirat in der 15. Auflage des Nebelbeils sowie das olympische Finn-Dinghy zur 8. Nebelwelle. Amtierende Deutsche Meister, Europameister und internationale Segler waren der Einladung gefolgt.

45 Boote mit 90 Seglern in der Klasse Pirat und neun Boote und Segler in der Einhandklasse der Finn-Dinghys konnte der WVG-Vorsitzende Peter Anders stellvertretend für den Gastgeber begrüßen: „Das Teilnehmerfeld der Piraten ist alles überragend. Seit 2012 hatte keine Deutsche Meisterschaft 45 Starter. Bei den Finn-Dinghys haben zwei Absagen leider zu einem einstelligen Teilnehmerfeld geführt.“ Mit Zdeněk Rychtr/Pavel Moucha, Josef Rybacek/Vaclav Hendrych im Pirat und Martin Vacula im Finn-Dinghy fanden drei tschechische Boote vom Yachtclub Doksy den Weg zum WVG.

Bei den Piraten gingen Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt (Teterow) und die amtierenden Deutschen Meister und Europameister Svenja Thoroe/Karsten Bredt (Kiel/Hannover) als Favoriten auf den Kurs. Seit 2014 und damit zuletzt viermal in Folge gewannen die Teterower das „Nebelbeil“. In Abwesenheit der fünffachen Deutschen Meister Bernd Höft/Burkhard Rieck (Rostock) sollten aber auch Donald und Phyllis Lippert (Berlin) sowie Lukas Brüning/Femke Gosch (Kiel/Brunsbüttel) ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Die Güstrower Hoffnungen ruhten auf den amtierenden Vizemeistern Peter Anders/Peter Bark (WVG) sowie den Dritt- und Sechstplatzierten der Deutschen Meisterschaft Jens Bauditz/Susanne Thiel (WVG) bzw. Andreas Ebel/Martin Schlichting (WVG).

Zwei Anläufe brauchten sowohl die Finn-Dinghys wie auch die Piraten für die 1. Wettfahrt. Ein Abbruch mangels Wind sorgte für die Verzögerung. Doch bei 2-3 Beaufort aus südöstlicher Richtung konnte Wettfahrtleiter Andreas Möller (WVG) alle 54 Boote schließlich auf ihre Kurse schicken.

Hatten in der abgebrochenen 1. Wettfahrt Lippert/Lippert geführt, starteten nun Helms/Helms (Berlin) am besten und führten. Doch Platz um Platz mussten sie abgeben und am Ende gewannen Brüning/Gosch vor Thoroe/Bredt und Bernstengel/Salewski (Cottbus). Immerhin vier Güstrower Boote segelten in die Topten: 5. Hillenberg/Hein (WVG/Einheit), 6. Bauditz/Thiel (WVG), 7. Ebel/Schlichting (WVG) und 9. Anders/Bark (WVG). Mit Platz 23 kamen die Titelverteidiger Pingel-Heldt/Heldt ungewohnt schlecht in Fahrt.

In der 2. Wettfahrt führten zunächst wieder Brüning/Gosch, die aber noch zehn Plätze abgeben sollten. Thoroe/Bredt übernahmen ab der 3. Bahnmarke die Führung und segelten dann einem ungefährdeten Sieg entgegen. Ebel/Schlichting (2.) und Lippert/Lippert (3.) folgten auf den Plätzen. Schon mit Rückstand kamen Anders/Bark als 7. ins Ziel. Deutlich verbessert zeigten sich Pingel-Heldt/Heldt mit Platz 5.

In der letzten Wettfahrt des Tages dominierten Pingel-Heldt/Heldt und führten mit 200 Metern, ehe ihnen der Fauxpas unterlief, zu früh Richtung Ziel zu segeln. Lippert/Lippert nutzen die Chance zum ersten Tagessieg vor Anders/Bark und Thoroe/Bredt. Die amtierenden Meister führten nun auch in der Gesamtwertung vor Brüning/Gosch und Lippert/Lippert. Theoretische Siegchancen hatten auch noch Anders/Bark und Ebel/Schlichting; Letztere segelten in der 3. Wettfahrt auf Platz 9.

Die 4. Wettfahrt am Sonntag war die große Stunde von Ebel/Schlichting. Nach einer tollen Startkreuz zeigten sie, welch Potential in der jungen Güstrower Crew steckt. Ungefährdet segelten sie ihrem ersten Tagessieg entgegen. Mit Platz 2 dahinter übernahmen Lippert/Lippert nun die Gesamtführung. Bauditz/Thiel (5.) und Anders/Bark (6.) rundeten das gute Ergebnis ab.

In der letzten Wettfahrt zeigten Pingel-Heldt/Heldt ihr wahres Können, segelten die Bahn richtig ab und siegten deutlich vor Lippert/Lippert (2.) und Anders/Bark (3.). Während Lippert/Lippert so ihr erstes Nebelbeil gewannen, schoben sich Anders/Bark noch auf Gesamtplatz drei hinter Thoroe/Bredt, die in der letzten Wettfahrt 7. wurden. Ebel/Schlichting, die zwischenzeitlich auch in dieser Wettfahrt führten, wurden bis Platz 13 durchgereicht und erreichten so am Ende mit einem Punkt Rückstand den undankbaren 4. Platz. Bauditz/Thiel belegten nach Platz 5 in der letzten Wettfahrt Gesamtplatz sechs.

In Abwesenheit von Topfavorit und Rekordsieger Andre Budzien versprachen die Duelle bei den Finn-Dinghys große Spannung. Doch Friedrich Müller (Emden) zeigte schon am Samstag in den ersten drei Wettfahrten und mit den Plätzen 1, 1, 2 seine Klasse. Einzig Erik Schmidt (Sternberg) hielt mit den Plätzen 2, 7, 1 den Gesamtsieg offen. Der ehemalige Güstrower Carsten Niehusen (3, 3, 5) kämpfte um das Podium. Mit den Sieg in der 4. Wettfahrt durch Erik Schmidt wurde die Entscheidung tatsächlich auf die letzte Wettfahrt vertagt. Doch diese gewann plötzlich der heutige Schweriner Carsten Niehusen, sodass Friedrich Müller Platz zwei zu seinem ersten Sieg bei der Nebelwelle ausreichte. Wiedermal wurde Erik Schmidt Zweiter und Carsten Niehusen Dritter.

„Drei Güstrower Piraten unter den ersten sechs, 54 Boote, 99 Segler, sommerliches Segeletter – was will das Seglerherz mehr?“, strahlte Peter Anders. Am 20. Oktober schließen alle Güstrower Segler die Segelsaison 2018 mit dem Absegeln endgültig.

Jörn-Christoph Jansen

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