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63. Auflage des „Silbernen Beils“ startet am Wochenende beim WVG 1928 e. V.

Am kommenden Wochenende wird auf dem Güstrower Inselsee das 63. Silberne Beil ausgesegelt. Diese Regatta ist die vorletzte Ranglisten- und damit Qualifikationsregatta zur diesjährigen Deutschen Meisterschaft auf der Schlei in Borgwedel Ende Juli. Die letzte folgt Qualifikationschance folgt eine Woche später auf der Ostsee zur 82. WARNEMÜNDER WOCHE 2019.

Zum Meldeschluss stehen 40 gemeldete Boote mit 80 Seglern aus Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und natürlich aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zu Buche. Außerdem hat eine Piratenbesatzung aus Tschechien gemeldet: Zdenek Richter und Pavel Moucha vom Yacht Club Dosky. Noch bis kurz vor dem geplanten Start am kommenden Sonnabend sind Nachmeldungen möglich.

Silbernes Beil

„Wir sind mit der Vormeldezahl sehr zufrieden. Es kündigt sich das größte Piratenfeld der bisherigen Saison in Güstrow an. Im Programm der Warnemünder Woche, bei der wir Co-Ausrichter sind, sind die Piraten nach einjähriger Pause auch wieder vertreten, sodass Güstrow ‚auf dem Weg nach Warnemünde‘ liegt“, freut sich Peter Anders, Vorsitzender des WVG.

Die Kommandos innerhalb des Wettfahrtkomitees wird am kommenden Wochenende Andreas Möller (WVG) geben. Am Sonnabend pünktlich um 11:00 Uhr erfolgt das erste Ankündigungssignal. „Fünf Wettfahrten sind vorgesehen. Drei davon planen wir am Samstag. Nur wenn wenigstens vier Wettfahrten erreicht werden, wird die schlechteste Wertung jedes Bootes gestrichen“, erklärt Wettfahrtleiter Andreas Möller, der von Stellvertreter Jörg Hillenberg (WVG) unterstützt werden wird.

Die Titelverteidiger Thomas Heldt (Teterow) und Ulf Lorenz (WVG) treten nun gegeneinander an. Im letzten Jahr half der Güstrower Lorenz beim Teterower Heldt an der Vorschot aus und gewann prompt. Nun tritt Thomas Heldt wieder an der Vorschot von Ehefrau Ines an. Schon fünfmal konnten Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt gemeinsam gewinnen, davon alleine viermal in Serie von 2013 bis 2016. Thomas Heldt, der mit 12 Titel Rekordsieger ist, gewann gar fünfmal in den letzten sechs Jahren.

„Wer gewinnen will, muss auch in diesem Jahr Ines-Pingel-Heldt/Thomas Heldt und sicherlich auch Bernd Höft und Burkhard Rieck schlagen die “, weiß Peter Anders um die Stärke der Konkurrenz. Alleine sieben Deutsche Meistertitel vereinigen diese beiden Ausnahmecrews aufeinander. Zweimal gewannen die Teterower Pingel-Heldt/Heldt. Fünfmal siegten die Rostocker Höft/Rieck. Dreimal konnten auch sie sich schon auf dem Silbernen Beil verewigen, zuletzt vor sieben Jahren 2012.

Die Güstrower Peter Anders und Peter Bark konnten beide schon besiegen. 2018 gewann die WVG-Crew Silber bei den Deutschen Meisterschaften. Außerdem beendeten sie 2017 die Siegesserie von Pingel-Heldt/Heldt beim Silbernen Beil – ihr dritter Triumph nach 2008 und 2009. „Bei einer Wochenendregatta darf man sich im Prinzip in keiner Wettfahrt einen Fehler erlauben, wenn man gewinnen möchte. Dafür ist das Piratenfeld zu ausgeglichen und die Konkurrenz zu stark“, umreißt Vorschoter Peter Bark die Herausforderung für einen vierten Sieg beim Silbernen Beil.

Ulf Lorenz wird nun an der Vorschot des Berliners Björn Helms an den Start gehen. Die Chancen auf eine Titelverteidigung stehen dabei gar nicht schlecht, denn der sympathische Berliner gilt als Geheimfavorit. Bei den Landesmeisterschaften Schleswig-Holsteins Anfang Juni in Ratzeburg gewann er souverän mit seinem Bruder Marc und dominierte die Konkurrenz zeitweise. Mit Ulf Lorenz hat er nun einen echten Inselseekenner an Bord. Für Björn Helms wäre es der erste Sieg in Güstrow.

Nicht nur die Rekordsieger Pingel-Heldt/Heldt, die fünffachen Deutschen Meister Höft/Rieck oder die Lokalmatadoren und amtierenden Vizemeister Anders/Bark werden Helms/Lorenz für den Sieg schlagen müssen. Zahlreiche weitere Siegkandidaten gehen in Güstrow an den Start. Zu ihnen gehören der Europameister von 2013 und Deutsche Meister von 2008 Detlef Hegert (Rangsdorf), der mit Matthias Haase (Berlin) nach einigen Jahren Pause wieder dabei sein wird. Auch der zweifache Sieger des Silbernen Beils und ehemalige Vizemeister Karl-Hermann Wildt mit Gabriele Wildt wird vorne erwartet. Die Deutschen Vizemeister von 2016 Daniel Reinsberg (Röbel) mit dem Güstrower Alfred Seeger (WVG) möchten endlich ihren ersten Sieg. Fehlen werden hingegen die amtierenden Europameister und Deutschen Meister Svenja Thoroe/Karsten Bredt (Kiel/Hannover), die auf der Kieler Woche in anderen Bootsklassen antreten oder aber – urlaubsbedingt – die Sieger des Nebelbeils 2018, Donald und Phyllis Lippert.

Gespannt gucken die Güstrower auf die aufstrebende Crew Andreas Ebel/Martin Schlichting. Die WVG-Segler gehörten schon 2018 zu den Top 6 in Deutschland und werden 2019 noch stärker erwartet. Aus dem Landkreis Rostock muss man schließlich auch die ehemaligen Junioreneuropameister Benjamin Schnepf/Fabian Jäckel (Teterow), die eigentlich immer vorne dabei sind oder aber Frank Martens/Uwe Sauer (Teterow/SV Einheit Güstrow) auf dem Zettel haben.

Insgesamt werden mindestens 22 Güstrower Segler in 15 Booten die Farben der Barlachstadt vertreten. Seit 1957 organisiert der Wassersport-Verein-Güstrow die größte Piratenregatta in Mecklenburg-Vorpommern.

Jörn-Christoph Jansen

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