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Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt gewinnen hauchdünn 63. Silbernes Beil

40 Boote mit 80 Seglern fanden sich am vergangenen Wochenende zur 63. Auflage des Silbernen Beils ein. „Nach einer Absage und einer Nachmeldung war am Samstagvormittag der Beteiligungsrekord der bisherigen Saison perfekt. Mit Zdenek Richter und Pavel Moucha vom Yachtclub Doksy sorgte eine tschechische Crew für internationale Beteiligung“, sagte Peter Anders, Vorsitzender des veranstaltenden Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V. (WVG), sichtlich stolz.

Das Wettfahrtkomitee um Andreas Möller (WVG) konnte wieder ein hochklassiges Feld mit insgesamt drei Deutschen Meistern, einem Europa- und drei Weltmeistern begrüßen. Zu den klaren Favoriten gehörten die fünffachen Deutschen Meister Bernd Höft und Burkard Rieck aus Rostock sowie die Rekordsieger Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt (Teterow). Ein breites Verfolgerfeld bildete sich dahinter, das von Detlef Hegert/Matthias Haase (Brandenburg/Berlin), über Daniel Reinsberg/Alfred Seeger (Röbel/WVG) bis hin zu Björn Helms/Ulf Lorenz (Berlin/WVG) reichte.

Die Güstrower Hoffnungen ruhten auf den dreifachen Siegern Peter Anders/Peter Bark, Andreas Ebel/Martin Ebel (alle WVG), sowie dem gemixten Team Daniel Reinsberg/Alfred Seeger (Röbel/WVG). Auch Benjamin Schnepf/Fabian Jäckel (Teterow) konnte man vorne erwarten.

Mit viel Sonne und Wind um 9 Knoten begrüßte der Inselsee alle 40 Boote am Sonnabendvormittag. Pünktlich um kurz nach 11 Uhr klappte der zweite Start wie im Bilderbuch. Obgleich Reinsberg/Seeger der beste Start gelang, segelten Anders/Bark wie vom anderen Stern und hatten nach der Startkreuz 30 Sekunden Vorsprung auf Reinsberg/Seeger. Auf dem Vorwindkurs schob sich das Feld zusammen und der Vorsprung schrumpfte. Zu den Verfolgern gehörten auch Pingel-Heldt, die Boot um Boot gut machten und sich auf der zweiten Kreuz ein spannendes Duell mit Anders/Bark lieferten. Knapp in Führung liegend rundeten sie die zweite Bahnmarke und ließen sich fortan den Sieg nicht mehr nehmen. Anders/Bark brachten Platz zwei vor Reinsberg/Seeger ins Ziel. Helms/Lorenz als 5. und Schnepf/Jäckel als 6. folgten dahinter.

In der zweiten Wettfahrt starteten die Mitfavoriten Höft/Rieck, die sich in der 1. Wettfahrt mit Platz 14 begnügen mussten, furios und lagen an der ersten Bahnmarke vor Hillenberg/Hain (Güstrow) und Köhler/Ernst (Heiligenhafen/Berlin) in Führung. In Lauerstellung fanden sich Reinsberg/Seeger, Anders/Bark und Bernstengel/Merten (Berlin/Schwerin) wieder. Während Höft/Rieck einen Start-Ziel-Sieg vor Bernstengel/Merten und Hillenberg/Hain einfuhren, segelten sich Anders/Bark nach hinten und wurden als 10. auf der Zielkreuz noch von Pingel-Heldt/Heldt überholt, die so Platz 9 belegten.

Die dritte und letzte Tageswettfahrt folgte unmittelbar im Anschluss. Plötzlich meldeten sich Hegert/Haase, die mit den Plätzen 23 und 19 in den ersten Wettfahrten hinter den Erwartungen blieben, zurück und gewannen die Startkreuz. Auch Reinsberg/Seeger starteten wieder sehr gut, wodurch sie sich den Preis als beste Starter verdienten. Auf dem ersten Vorwindkurs lagen gleich sechs Boote gleichauf, darunter auch Anders/Bark, Höft/Rieck und Pingel-Heldt/Heldt. Nach zahlreichen Positionskämpfen gewannen am Ende doch noch Hegert/Haase vor Monegel/Jacobs (Teterow/WVG) und Anders/Bark. Höft/Rieck (4.) und Pingel-Heldt/Heldt (5) folgten dahinter.

Vor dem zweiten Wettfahrttag konnten noch drei Crews gewinnen: Anders/Bark und Pingel-Heldt/Heldt lagen punktgleich vier Punkte vor Höft/Rieck.

Bis zu 17 Knoten und knapp 30°C luden am Sonntag zum Segeln ein. Auch in der 4. Wettfahrt waren die Favoriten zunächst nicht ganz vorne. Bernstengel/Merten (Berlin/Schwerin) gewannen die Startkreuz vor Hagemann/Hagemann (Iserlohn). Dahinter folgten gleich mehrere Boote nahezu gleichauf. Doch nur Pingel-Heldt/Heldt waren unter den Top sechs. Aber auch Hegert/Haase knüpften an die Leistungen der 3. Wettfahrt an und waren wieder „bei der Musik“. Schon auf der zweiten Kreuz waren Pingel-Heldt/Heldt im Angriffsmodus und Bernstengel/Merten hatten das Nachsehen, doch sie ließen sich nicht abschütteln. Ein spannender Zweikampf bis ins Ziel war die Folge und erst die letzte Wende entschied zugunsten der Favoriten. Sie verwiesen Bernstengel/Merten und Schnepf/Jäckel auf die Plätze. Weil Anders/Bark nur 11. und Höft/Rieck nur 14. wurden, hatten Pingel-Heldt/Heldt ihren 5. Gesamtsieg in den letzten sieben Jahren sicher.  Für Thomas Heldt, der 2018 als Steuermann gewann, war es gar der sechste Sieg in den letzten sieben Jahren und der 13. Sieg insgesamt.

Die fünfte und letzte Wettfahrt sollte über die übrigen Plätze entscheiden und wieder waren es Hegert/Haase, die um den Sieg mitreden wollten. Nach gutem Start lagen sie vor Anders/Bark und Schnepf/Jäckel. Erst im Verfolgerfeld waren Pingel-Heldt/Heldt zu finden, die von ihrem Sieg noch gar nichts wussten. Doch den Schlusspunkt wollten Anders/Bark setzen, die sich zur Hälfte der Wettfahrt an die Spitze setzten und vor Witte-Wahrendorf/Kinner (Berlin) sowie Kiene/Kiene (Cottbus) gewannen. Hegert/Haase sicherten sich mit Platz vier in der letzten Wettfahrt auch den vierten Platz in der Gesamtwertung und damit den „Wilhelm-Jansen-Gedächtnispokal“.

„Ines Pingel-Heldt und Thomas Heldt sind die verdienten Sieger eines grandiosen Segelwochenendes. Wir hatten Wind, Sonne und 40 Boote am Start. Die Kulisse auf dem Inselsee war beeindruckend. Wir freuen uns als WVG über eine rundum gelungene Veranstaltung“, resümierte Peter Anders, der selbst punkgleich Zweiter wurde und seinen vierten Gesamtsieg nur um einen Punkt verpasste. Die bessere Einzelplatzierung gab letztlich den Ausschlag zugunsten der Teterower.

Für die Piratensegler geht es schon nächste Woche mit der 82. WARNEMÜNDER WOCHE weiter. Ende Juli folgt dann auf der Schlei die Deutsche Meisterschaft. Nach der Europameisterschaft in der Türkei gibt es ein Wiedersehen am Inselsee zum 16. Nebelbeil am 12./13. Oktober in Güstrow.

Jörn-Christoph Jansen

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