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Dr. Jörn-Christoph Jansen (WVG) leitete erneut Internationale Segeljury

Die 82. WARNEMÜNDER WOCHE 2019 ist inzwischen Geschichte. Die Segler sind abgereist und die die Helfer haben wieder alles abgebaut. Rund 300 Ehrenamtliche haben das Regattageschehen rund um 1.400 Segler aus 38 Nationen u. a. von den Cayman Islands, aus Taiwan, den Vereinigten Arabischen Emiraten, über Neuseeland, Australien, aus Argentinien, Mexiko, Kanada oder Hong Kong und ganz Europa gemanagt. Höhepunkte der Wettfahrten vor Warnemünde waren zweifelsohne die Weltmeisterschaften der J22-Kielboote und der Raceboarder sowie der Europacup der olympischen Laserklasse.

Seit 2009 gehört Jörn-Christoph Jansen vom Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) zu jenen, die zehn Tage vor Ort sind. Der Güstrower ist nationaler Schiedsrichter des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) und leitet seit 2016 als Chairman die Internationale Jury. „Wir hatten zum ersten Mal Schiedsrichter aus Rumänien, Schweden und Russland im Team. Insgesamt bestand die Jury aus 14 Nationen und war international wie nie zuvor“, erläuterte Jansen, der seit 2012 auch Teil des ehrenamtlichen Organisationsteams der WARNEMÜNDER WOCHE ist. Neben Rumänien, Schweden und Russland stammten die Schiedsrichter aus Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Groß Britannien, Israel, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, der Türkei und Deutschland.

Internationale Jury 2019 (v. l. n. r.): Jens Villumsen (Dänemark), Utz Müller (Neubrandenburg), Max-Leopold Käther (Berlin), Stephen Procter (Groß Britannien) Cosmin Andronic (Rumänien), Jos Spijkerman (Niederlande), Ron Barak (Israel), Eva Andersson (Schweden), Sylvie Harlé (Frankreich), Yana Dobzhitskaya (Russland, kniend), Pınar Coşkuner Genç (Türkei), Tonny Veddeler Jensen (Norwegen), Dr. Jörn-Christoph Jansen (Güstrow), Dr. Rainer Kornfeld (Österreich), Hans Vengberg (Dänemark), Vic De Smedt (Belgien), Keijo Tulomäki (Finnland), Stefan Ibold (Hannover)

„Der Tag beginnt üblicherweise mit der großen Lagebesprechung, die vom Hauptwettfahrtleiter geleitet wird. Hier kommen alle Bahnwettfahrtleiter, die Wasserwacht, das Landteam, das Pressebüro, die Wasserschutzpolizei und die Jury zusammen. Zunächst empfangen wir einen ausführlichen Livewetterbericht vom DWD. Nach einem kurzen aber guten Frühstück folgt dann das Jurymeeting mit allen 18 Schiedsrichtern unter meiner Leitung. Die Amtssprache innerhalb der Jury ist Englisch“, so Jörn-Christoph Jansen, der seine elfte WARNEMÜNDER WOCHE in der Jury erlebte.

Nachdem die Schiedsrichter auf die Bahnen ‚Alpha‘ bis ‚Hotel‘ verteilt sind, geht es auf die Ostsee. Hier schiedsen immer zwei Schiedsrichter zusammen. Auf einem Kurs sind oft zwei bis drei Schiedsrichterboote verteilt, insgesamt also vier bis sechs Schiedsrichter. „Nach Rückkehr warten wir ab, ob es Proteste gibt und verhandeln diese möglichst noch am selben Abend. Nicht selten haben Tage 12 bis 14 Stunden“, so Jörn-Christoph Jansen.

Doch der WVG stellt nicht nur den Jurychairman, sondern ist als Co-Organisator omnipräsent. So halfen Susanne Anders, Monika Jansen, Isa Kitta, Regine Schebeko, Marie und Peter Bark beim Präparieren der Lunchpakete ab morgens halb sechs oder beim Getränkeausschank am Nachmittag.

Seit 2012 stellt der Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) eine komplettes Wettfahrtkomitee. In der ersten Hälfte der WARNEMÜNDER WOCHE betreuten sie den Kurs der vormals paralympischen Bootsklasse 2.4mR. Unter Leitung von Carsten Jansen (WVG) wurden drei Wettfahrten an nur einem Tag gesegelt. „In der 2.4mR-Klasse können gehandicapte Segler und andere gegeneinander segeln. 24 Boote sind Melderekord. Leider fiel der zweite Wettfahrttag wegen Starkwind aus Sicherheitsgründen komplett aus“, erläutert Carsten Jansen.

Hilfreich standen dem WVG-Wettfahrtleiter dabei neben seinem Stellvertreter Jörg Hillenberg, auch Regine und Jan Schebeko, Susanne Anders, Peter Bark, Marlit Hillenberg, Tobias Bayer, Ludger Jacobs, Isa und Jürgen Kitta, Stephan Kruse, Dr. Jens-Christian Schewe, Holger Schmidt, Peter Karstens, Johann Wiedewald vom WVG und einige Segler befreundeter Vereine zur Verfügung.

Am ersten Wochenende segelten mehrere Güstrower bei starkem Wind von 5 bis 7 Beaufort auch fünf Wettfahrten in der im WVG am meisten gesegelten Klasse „Pirat“. „Wellen von 1,5 Metern auszusteuern und das bei starkem Wind ist eine echte Herausforderung, aber das macht den Segelsport auch aus“, freute sich der WVG‑Vorsitzende Peter Anders, der gemeinsam mit Vorschotmann Peter Bark Gesamtplatz fünf belegte. Erwartungsgemäß gewannen die Crews, denen der Starkwind liegt: Europameisterin Svenja Thoroe (Kiel) mit Vorschoter Karsten Bredt (Hannover) vor den Vize-Europameistern Frieder Billerbeck/Julius Raithel (Wedel-Schulau). Andras und Martin Ebel (WVG) wurden 6. der 20 Boote.

Mit Stolz blickt der WVG auf sein Mitglied Ludwig Ploen. Als Teil der Crew der Segelyacht „Ospa“ hat er den eigenen Rund-Bornholm-Streckenrekord von 2017 unterboten. Der ehemalige Volvo Ocean Racer vom Rostocker Team Speedsailing legte die 270 Seemeilen in 24 Stunden, 54 Minuten und 23 Sekunden zurück. Damit wurde der alte Rekord um unglaubliche 3 Stunden, 40 Minuten und 7 Sekunden unterboten.

In der zweiten Wochenhälfte managte der WVG gleich drei Bootsklassen. Dabei brachte das Güstrower Wettfahrtteam 25 Boote der Klasse 420er, 14 Finn-Dinghy-Segler und 12 Korsare auf den Kurs. Auch hier wurden fünf Wettfahrten gesegelt. „Es ist schon kurios, dass am ersten Wochenende ein Tag wegen Starkwind und am zweiten Wochenende ein Tag wegen Schwachwind ausfällt. Unser WVG-Team hat das wirklich gut gemeistert“, bilanzierte Carsten Jansen.

„Wir stehen hinter der WARNEMÜNDER WOCHE als Co-Ausrichter und werden auch 2020 wieder dabei sein. Wir planen erneut mit einem kompletten Wettfahrtkomitee. Viele unserer Mitglieder nehmen sich dafür extra Urlaub“, blickt Peter Anders voraus. „Wir machen uns ein bisschen Sorgen um die Warnemünder Wochen, die während der Umbauphase der Mittelmole stattfinden werden. Stellflächen für Boote, Wohnmobile, Zelte und Parkplätze sind Grundvoraussetzung für eine Segelveranstaltung dieser Dimension“, blickt Jörn-Christoph Jansen, stellvertretender Vorsitzender des WVG, voraus.

Auch die 83. WARNEMÜNDER WOCHE hat Großes vor. So werden mit den Weltmeisterschaften der H-Boote und den Europameisterschaften der ehemals olympischen Klasse „Soling“, dem Europacup der „Laser“ und der Internationalen Deutschen Meisterschaft der „Flying Dutchman“ gleich mehrere Höhepunkte stattfinden. Die Güstrower Segler werden dann wieder helfen, segeln und schiedsrichten.

Jörn-Christoph Jansen

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