Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V., An den Bootshäusern 13, 18273 Güstrow info@wvg1928.de

Absage statt Segelfinale in Güstrow

Bachmeyer/Bark bei Deutscher Jugendmeisterschaft auf Platz 8

Es war alles vorbereitet: 43 Boote mit 66 Seglern hatten für die letzten beiden großen Regatten auf dem Inselsee gemeldet. Aufgerufen waren die Klasse Pirat in der 17. Auflage des Nebelbeils sowie das olympische Finn-Dinghy zur 10. Nebelwelle. Amtierende Deutsche Meister, ehemalige Europa- und Weltmeister waren der Einladung des Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V. (WVG) gefolgt.

Doch in diesem Jahr kam es wie so oft alles ganz anders: Als am Donnerstagabend vergangener Woche die Einstufung von Berlin als Corona-Risikogebiet durch das Robert-Koch-Institut vorgenommen wurde, war die Unsicherheit unter den Seglern groß: Darf man überhaupt noch anreisen? Wann muss man in Quarantäne? Auch Helfer und sogar Schiedsrichter, die aus Berlin kommen sollten, waren betroffen.

„Es hat sich über die Woche angedeutet, was dann Tatsache geworden ist: Die Corona-Infektionszahlen sind so weit gestiegen, dass Berlin durch das RKI zum Risikogebiet erklärt wurde. Es ließ sich für uns als Veranstalter nicht aufklären, wer in den letzten 14 Tagen in Berlin oder auch in Frankfurt/Main, in Bremen oder in einem anderen Risikogebiet gewesen ist, sodass wir nicht mehr für die Gesundheit garantieren konnten. Aus diesem Grunde hat sich der Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. entschlossen, die Regatten um das 17. Nebelbeil und um die 10. Nebelwelle abzusagen“, erläuterte Peter Anders, Vorsitzender des WVG.

Während für viele Piratensegler der Saisonabschluss buchstäblich ins Wasser fiel, nahmen jedoch zwei Crews des Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V. Kurs auf die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft (IDJM) in Hamburg. Sowohl für Mads-Ove Pagel und Kay Schmidbauer als auch für Maurice Bachmeyer mit Marie Luise Bark war es die Premiere auf der Elbe.


(c) Jan H.W. Kruse

Veranstaltet vom Deutschen Segler-Verband e. V. und durchgeführt vom Blankeneser Segel-Club e. V. qualifizierten sich 25 Teams aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg und auch fünf Jugendcrews aus Mecklenburg-Vorpommern, die aus Ribnitz, Röbel/Müritz und Güstrow kamen. Favorisiert waren die Teams aus Nordrhein-Westfalen, die den Jugendmeistertitel seit Jahren abonniert haben. Seit 2015 stellte der Aachener Boots-Club e. V. immer den Deutschen Jugendmeister.

Doch am ersten Tag segelten Jonas Voß und Henri Neumann vom Segel-Verein Wedel-Schulau e. V. allen davon und unterstrichen mit drei ersten Plätzen ihre Meisterschaftsambitionen. Emma Leja und Daria Vorobyova aus Röbel hielten mit den Plätzen 3 und 2 gut mit, bevor sie sich eine Disqualifikation wegen Frühstarts einhandelten. Die Güstrower Bachmeyer/Bark starteten mit den Plätzen 9, 10, 12 direkt im Mittelfeld und waren zufriedener als Pagel/Schmidbauer, die trotz neuer Segel mit den Plätzen 17, 19 und 21 haderten.

Am zweiten Tag wirbelte der Nebel den Zeitplan gehörig durcheinander. Statt geplanter drei Wettfahrten konnte nur eine gesegelt werden und die gewannen Leja/Vorobyova und schoben sich an die weiter Gesamtführenden Voß/Neumann heran. Bachmeyer/Bark auf Platz 11 und Pagel/Schmidbauer auf Platz 20 traten auf der Stelle.

Wiederum drei Wettfahrten brachte der 3. Tag. Während Voß/Neumann mit den Plätzen 5, 10 und 8 nicht mehr an die Leistungen der ersten Tage anknüpfen konnten, kamen Leja/Vorobyova immer besser zurecht und übernahmen nach den Plätzen 1, 2 und 1 die Gesamtführung vor dem Schlusstag. Nach einem 15. Platz in der 1. Tageswettfahrt kamen auch Bachmeyer/Bark mit dem Revier nun besser zurecht und erreichten mit den Plätzen 8 und 5 wieder Plätzen in den Topten. Endlich legten auch Pagel/Schmidbauer mit den Plätzen 10, 18, 10 eine bessere Serie hin und schoben sich in der U17‑Wertung, an der Bachmeyer/Bark nicht teilnehmen, auf Platz 3 vor.

Nach einer Startverschiebung am letzten Tag fiel der Startschuss zur achten und letzten Wettfahrt bei 4-5 Windstärken erst gegen 13 Uhr. Während Claas Mischok/Jannik Schramm vor Voß/Neumann (alle Segel-Verein Wedel-Schulau e. V.) diese Wettfahrt für sich entschieden, reichte Leja/Vorobyova der 3. Platz zum Titel des Deutschen Jugendmeisters. Voß/Neumann sicherten sich so Silber vor Lilly Neumann (Blankeneser Segel-Club e. V.) und Nele Appel (Mühlenberger Segel-Club e. V.)

Mit Platz 7 in der letzten Wettfahrt erreichten Maurice Bachmeyer und Marie Luise Bark aus Güstrow einen guten Gesamtrang 8. Mads-Ove Pagel und Kay Schmidbauer verpassten durch einen 18. Platz im letzten Rennen knapp Platz 3 der U17-Wertung und ersegelten insgesamt Platz 19.


(c) Jan H.W. Kruse

„Vier der fünf Boote aus Mecklenburg-Vorpommern sind unter die Top Ten gesegelt und das, obwohl es für fast alle die erste Deutsche Jugendmeisterschaft war. Emma Leja und Daria Vorobyova haben verdient gewonnen. Beide haben in diesem Jahr die meistern Segelstunden absolviert und ihre Manöver wurden von Tag zu Tag besser“, zog Andreas Ebel, Obmann für Wettsegeln der Klassenvereinigung, ein positives Fazit.

„Wir sind glücklich, dass zwei Jugendteams bei der Jugendmeisterschaft in dieser verrückten Segelsaison dabei waren. Das Ergebnis hat Licht und Schatten. Was mit viel Training und Ehrgeiz möglich ist, haben Emma und Daria unseren Jugendlichen gezeigt. Als Güstrower sind wir stolz auf den Titel der Röbeler Jugendmeister“, schickte Peter Anders die Gratulation des WVG an den Röbeler Segler-Verein „Müritz“ e. V.


Die Ergebnisse der IDJM im Einzelnen:

1. Emma Leja / Daria Vorobyova (Röbel/Müritz) 13 Pkt.
2. Jonas Voß / Henri Neumann (Schleswig-Holstein) 23 Pkt.
3. Lilly Neumann / Nele Appel (Hamburg) 28 Pkt.
4. Franz Erpenbeck / Charlotte Meyer (Ribnitz) 37 Pkt.
:
8. Maurice Bachmeyer / Marie Luise Bark (WVG 1928 e. V.) 62 Pkt.
9. Magnus Martius / Marie Merkel (Röbel/Müritz) 70 Pkt.
19. Mads-Ove Pagel / Kay Schmidbauer (WVG 1928 e. V.) 112 Pkt.

Jörn-Christoph Jansen

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