Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V., An den Bootshäusern 13, 18273 Güstrow info@wvg1928.de

Generalprobe geglückt: Segler des Landkreises auf dem Podium

Teterower Ines und Thomas Heldt gewinnen 65. Silbernes Beil

Rund zwei Wochen vor den Deutschen Meisterschaften im Rahmen der 83. WARNEMÜNDER WOCHE fand die 65. Auflage des Silbernen Beils statt. 39 Boote mit 78 Seglern fanden sich am vergangenen Wochenende zur Generalprobe auf dem Güstrower Inselsee ein. „Wir hätten unter diesen Umständen problemlos 50 Meldungen gehabt, aber wir haben uns selbst aufgrund der zu wahrenden Hygienevorschriften und zum Schutze der Gesundheit für eine Meldebeschränkung auf 40 Boote entschieden. Eine ganz kurzfristige Absage gab es dann doch“, erläuterte Peter Anders, Vorsitzender des veranstaltenden Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V. (WVG).

Das Wettfahrtkomitee um Andreas Möller (WVG) konnte wieder ein hochklassiges Feld mit insgesamt drei Deutschen Meistern, drei Europa- und zwei Weltmeistern begrüßen. Zu den klaren Favoriten gehörten die dreifachen Deutschen Meister Ines und Thomas Heldt, die seit 2013 gemeinsam fünfmal das Silberne Beil gewannen. Die amtierende Deutsche Meisterin und mehrfache  Europameisterin Svenja Thoroe (Kiel) musste kurzfristig ihren Stammvorschoter Karsten Bredt (Hannover) gegen Kirstin Wöhlk (Kiel) tauschen. Die Titelverteidiger und fünffachen Deutschen Meister Bernd Höft und Burkard Rieck aus Rostock konnten leider nicht teilnehmen. Dahinter bildete sich ein breites Verfolgerfeld, das vom ehemaligen Deutschen Meister und Europameister Detlef Hegert, der mit Tochter Luisa (Rangsdorf) an den Start ging, angeführt wurde. Auch Donald und Phyllis Lippert (Berlin) sowie Kai Bernstegel/Marcel Salewski (Schwielochsee) und die Meisterschaftsdritten von 2020 Björn und Marc Helms (Berlin) musste man auf der Rechnung haben.

Die Güstrower Hoffnungen ruhten auf den dreifachen Siegern Peter Anders/Peter Bark, auf den Vizemeistern von 2020 Andreas und Martin Ebel, sowie auf den gemixten Teams Daniel Reinsberg/Alfred Seeger (Röbel/WVG) und Magnus Hillenberg/Franz Dieter Ropeltien Howard (Güstrow/Wedel-Schulau).

Der Beginn der Veranstaltung war ungewöhnlich. Statt vormittags wurde nachmittags gestartet, weil ursprünglich ein erster Coronatest am Vormittag geplant war. Kurzfristig ließ sich das nicht mehr ändern. „Wir hatten eingeplant, alle Teilnehmer zweimal zu testen. Das entfiel und entkrampfte die Organisation kurzfristig. Dennoch haben wir wie gewohnt ein Hygienekonzept mit Hygienearzt, Reinigungsplänen, Einbahnstraßensystem und vieles mehr organisiert. Da geriet fast in den Hintergrund, dass wir eigentlich ‚nur‘ Segeln wollten“, so Peter Anders über die erneute Vorbereitung in Corona-Zeiten.

Immerhin konnte dann das erste Ankündigungssignal pünktlich um 13:30 Uhr erfolgen und auch der Start glückte sofort. Dass Heldt/Heldt auch in diesem Jahr siegeshungrig sind, zeigte sich schon, als sie gleich wieder an der 1. Bahnmarke führten. Dahinter folgten dicht an dicht Anders/Bark, Hegert/Hegert und der Rest des Feldes. Im Laufe der Wettfahrt schoben sich Ausborm/Raithel (Brunsbüttel/Wedel-Schulau) immer weiter nach vorne und auch die schon enteilten Heldt/Heldt konnten tatsächlich noch eingefangen werden. Gerade als der Wind den Inselsee verließ und der Wettfahrtleiter sich richtigerweise zur Bahnabkürzung entschloss, hatten Anders/Bark den Zweikampf aufgenommen und im Ziel waren sie eine Bootslänge vor Heldt/Heldt. Dritter wurden Bernstegel/Salewski vor Ausborm/Raithel. Die übrigen Güstrower hatten offenbar Startschwierigkeiten nach der langen Winterpause. Hillenberg/Rompetien (19.) und Ebel/Ebel (20.) schafften es knapp in die Top 20.

Der Wind legte daraufhin eine fast zweistündige Pause ein, die die Segler zum Landgang und zum Baden nutzen. Erst am späten Nachmittag glücke der Start zur 2. Wettfahrt, der nun ein Dreieckskurs war. Vom Start weg zeigten Heldt/Heldt wieder eine unglaubliche Form und führten wieder an der ersten Bahnmarke. Ein Verfolgerfeld mit Bernstegel/Salewski, Lippert/Lippert, Hegert/Hegert und Thoroe/Wöhlk sorgte für spannende Zweikämpfe. Kurzzeitig konnten Bernstegel/Salewski sogar die Führung übernehmen. Im Ziele waren sie jedoch Zweiter hinter Heldt/Heldt. Die weiteren Plätze belegten Hegert/Hegert (3.), Lippert/Lippert (4.) und Thoroe/Wöhlk. Den Güstrowern bekam die Pause nicht so gut. Anders/Bark (10.) schafften es gerade so unter die Topten. Ebel/Ebel (13.) und Hillenberg/Rompeltien (17.) zeigten sich leicht verbessert im vorderen Mittelfeld.

Unmittelbar im Anschluss und damit schon am frühen Abend folgte der Startschuss zur 3. Wettfahrt. Allerdings brauchte es zwei Versuche nach einem Fehlstart. Der gefürchteten Schwarzen Flagge fiel aber kein Boot zum Opfer. Bernstegel/Salewski starteten wieder gut, mussten aber schon auf der ersten Kreuz einige Boote ziehen lassen. Es führten an der ersten Bahnmarke Hegert/Hegert vor Anders/Bark und Schnepf/Jäckel (Teterow). Heldt/Heldt holten jedoch Platz um Platz auf und waren bei der Hälfte der Distanz schon wieder unter den ersten drei. In der zweiten Hälfte überholten sie schließlich auch noch Hegert/Hegert und Bernstegel/Salewski, die beide viele Plätze verloren, und sicherten sich den zweiten Tagessieg. Zweiter wurde Wildt/Wildt (Berlin) vor den formverbesserten Anders/Bark und Schnepf/Jäckel (Teterow).

Nach dem ersten Wettfahrttag führten also wieder einmal Heldt/Heldt, denen der Sieg kaum mehr zu nehmen war. Mit neun Punkten Rückstand folgten Bernstegel/Salewski und noch einen Punkt dahinter Anders/Bark.

Zum 2. Wettfahrttag präsentierte sich der Inselsee spiegelglatt. Nach einer kurzen Startverschiebung an Land sollte um 11:00 Uhr gestartet werden. Doch es wurde ein langes Warten bei weniger als 4 Knoten Wind. Als kurzzeitig eine Brise aufkam, glückte der Startversuch nicht und auch der Wind drehte um mehr als 45° von Nordwest auf Nord, sodass das Wettfahrtkomitee kurz vor dem Ende des Zeitlimits entschied, keine Wettfahrt mehr zu segeln.

Da es keine weitere Wettfahrt geben sollte, gewannen Heldt/Heldt zum sechsten Mal seit 2013 gemeinsam das Silberne Beil. In der ewigen Siegerliste hat Ines Heldt mit sechs Siegen als Steuerfrau nunmehr nur noch ihren eigenen Mann vor sich, der achtmal auch als Steuermann gewann. Bernstegel/Salewski wurden Gesamtzweiter. Anders/Bark komplettierten als Gesamtdritte das Podium. Den 123 Jahre alten Wilhelm-Jansen-Gedächtnispokal für den undankbaren vierten Platz gewannen Detlef und Luisa Hegert. Wilhelm Jansen (1907-1996) war 23 Jahre Vorsitzender des heutigen WVG 1928 e. V.

„Ines und Thomas Heldt sind die verdienten Sieger und in dieser Form auch auf der Ostsee Favoriten. Wir sind zum dritten Mal hintereinander unter den ersten drei und mit unserem Ergebnis zufrieden. Natürlich hätten wir lieber mehr Wettfahrten gesegelt, aber das war am Sonntag nicht möglich“, zog Peter Anders Bilanz des Segelwochenendes.

Für die Piratensegler geht es nun zur WARNEMÜNDER WOCHE. Nach geglückter Generalprobe dürfen sich die Segler aus Güstrow und Teterow auch auf der Ostsee Medaillenhoffnungen bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften machen, zu denen 47 Boote erwartet werden. Ein Wiedersehen auf dem Inselsee kann es zum 17. Nebelbeil am 09./10. Oktober in Güstrow geben.

Jörn-Christoph Jansen

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