Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V., An den Bootshäusern 13, 18273 Güstrow info@wvg1928.de

„Uns Uwe“ wurde 85 Jahre alt! - oder meine Begegnung mit Uwe Seeler

von Carsten Jansen

Was hat das mit Segeln zu tun – der Mann oder besser dieses deutsche Idol und diese Legende ist doch Fußballer! Er wurde nun am 5. November 2021 85 Jahre alt; da kamen Erinnerungen hoch.

Ja, für mich hat es sehr wohl etwas mit Segeln zu tun.

Das Ganze begann im Jahre 1982, als ich einen Brief von Manuel Stiff aus Münster bekam. Er war Piratensegler und hat irgendwie bei einer Europameisterschaft unsere Adresse in Erfahrung gebracht. Er war damals Student der Juristerei und ein voller Ideen und Tatendrang sprühender Mensch. Nach einigen Briefwechseln folgten einseitige Besuche immer von West nach Ost. Er war der Auslöser dessen, dass ich 2018 folgenden  Artikel für unserer Homepage schrieb, der einiges mehr erklärt:

80 Jahre Pirat – ein Kreis hat sich geschlossen (Den Artikel gibt es >>hier<<.)

Vier Jahre später am heutigen 9. November 1989 fiel die Mauer. Wir fuhren am Wochenende zum spontanen deutsch-deutschen Piratentreffen nach Hamburg, wo wir einen Großteil der im Artikel genannten Personen trafen und das Ereignis ausgelassen feierten. Frank Soltau, der Vorsitzende der Deutschen Piratenklassenvereinigung, und damaliger Eigner des Piraten G-3737, überließ uns bei diesem Anlass vier Karten für das UEFA-Cup-Spiel des HSV gegen den FC Porto, weil er beruflich verhindert war. Das nahmen wir natürlich freudig an. Es waren auch nicht irgendwelche Karten, nein sie waren für den V.I.P.-Bereich des HSV mit Parkkarte. Mein Vater, der schon gegen Uwe Seelers Vater Erwin Seeler in Rostock Fußball gespielt hatte, konnte leider nicht teilnehmen, da er auf Reisen in Dänemark war. So fuhren wir vier Segler (Detlef Schewe, Rüdiger Schmidt, Manfred Thurm und ich) aus unserem Verein nach Hamburg. Mittwoch, der 22.11.1989 war ein trüber Novembertag, ungemütlich und kalt, sogar mit Schnee.

Vor dem Stadion des HSV wollten uns die Ordner ausbremsen als sie das Auto sahen. Ostkennzeichen … aber unsere V.I.P.-Parkkarte ließ uns drei Kontrollen passieren und dann standen wir vor der Haupttribüne des damaligen Volksparkstadions – beeindruckend. Wir gelangten dann in die V.I.P.-Lounge und sahen dort alle Größen des HSV beim Futtern, Fachsimpeln und beim Bier. Es herrschte eine fröhliche Stimmung. Dann begann das Spiel. Uwe Seeler nahm drei Reihen vor uns Platz. In der Halbzeitpause, er blieb auf seinem Platz sitzen, sonst wäre das wohl nicht möglich gewesen, fasste ich mir ein Herz und sprach Uwe Seeler mit einem Autogrammwunsch auf die Eintrittskarte an. „Ja, gerne, woher kommst du?“, antwortete er. „Ich komme aus Güstrow …“, antwortete ich. Bevor ich weiter erklären konnte, sagte er: „Das ist doch in der DDR“. „Ja, wir haben vier Karten am 9. November hier in Hamburg von Segelfreunden für das Spiel geschenkt bekommen und sind froh, hier sein zu können“. Uwe: „Und fahrt ihr wieder zurück?“ „Ja“, sagte ich, „wir müssen doch die DDR jetzt umkrempeln!“.  „Das ist richtig und gut!“, war seine Antwort, dann noch ein paar Worte zum Spiel, Danke und viel Glück! Das Spiel war nicht gut, so auch Uwes Meinung, aber der HSV gewann 1:0 (Tor: Thomas von Heesen). Das Rückspiel ging 2:1 an den FC Porto. Dank der Auswärtstorregel war der HSV aber weiter.

Ja, Uwe Seeler machte auf mich genau den Eindruck, wie er uns von Funk und Fernsehen bekannt war: Bodenständig, geradeaus, ehrlich, die Bodenhaftung nicht verloren. Ein echtes Idol, davon wünscht man sich mehr Menschen.

Ohne Segeln, ohne das Piratensegeln und Freundschaften, die daraus entstanden sind, wäre mir diese nachhaltige Begegnung nicht möglich gewesen. Danke Frank! Danke Manuel! Danke Helmut! Danke Uwe!

Uwe, Dir wünschen wir noch einige gute gesunde Jahre im Kreise deiner Familie!!!

Carsten Jansen
9. November 2021

Wetter

Statistik

HeuteHeute839
GesternGestern1120
Diese WocheDiese Woche7746
Dieser MonatDieser Monat30148
gesamtgesamt2580284
Max. 13.10.2021 : 1577

Login Form