Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V., An den Bootshäusern 13, 18273 Güstrow info@wvg1928.de

Güstrower richtet über den Seesport

Dr. Jörn-Christoph Jansen zum Bundesrichter des DSSV gewählt

Der Deutsche Seesportverband e. V. (DSSV) hat auf seinem Verbandstag in Berlin das ehrenamtliche Bundesgericht neu gewählt. Das Bundesgericht des DSSV besteht aus fünf Richtern, von denen zwei Volljuristen sind. Jörn Christoph Jansen vom Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) wurde mit 95 % direkt als stellvertretender Vorsitzender erstmals zum Bundesrichter gewählt.

„Natürlich gratulieren wir als Verein und sind stolz. Wir sind seit vielen Jahren als WVG Mitglied im Deutschen Seesportverband und haben mit einigen Seglern im Kutter ZK 10 schon Gold- und Silbermedaillen bei Deutschen Meisterschaften errungen. Jörn-Christoph Jansen ist als Schiedsrichter und Volljurist prädestiniert für die Verbandsgerichtsbarkeit. Der Verbandstag des DSSV hat eine gute Wahl getroffen“, freute sich Peter Anders, Vorsitzender des WVG über die Nachricht.

Dem Deutschen Seesportverband e. V. (DSSV) mit Sitz in Berlin gehören etwa 110 Vereine aus dem Bereich des Seesports in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern mit über 3.500 Mitgliedern an. Er ist der einzige deutsche Sportverband in diesem Metier.
„Als die Anfrage kam, habe ich nicht lange gezögert. Mecklenburg-Vorpommern steht für den Seesport und muss im Bundesgericht vertreten sein“, zeigt sich Jörn-Christoph Jansen, der heute als Volljurist Geschäftsführer beim Bauverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. ist, erfreut über die Wahl.

Jörn-Christoph Jansen hat das Segel-Abc ab 1986 beim Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. erlernt, wobei der Verein seinerzeit noch „BSG Lokomotive“ hieß. Nach Regattajahren im Optimist und später im Pirat folgte eine Pause aufgrund des Jurastudiums, das an der Universität Rostock mit dem Ersten Staatsexamen endete. 2010 folgte der Abschluss des Referendariats mit dem Zweiten Staatsexamen am Oberlandesgericht und im selben Jahr auch die Promotion wiederum an der Universität Rostock.

Schon während des Referendariats qualifizierte sich der Güstrower zum Nationalen Schiedsrichter, zu dem er vom Deutschen Segler-Verband e. V. 2008 ernannt wurde. Ab 2009 folgten Einladungen in die Internationale Jury der Warnemünder Woche. Seit 2016 durfte er selbst die Leitung der Internationalen Jury als deren Chairman übernehmen. Zur 84. Warnemünder Woche in diesem Jahr bilden 16 Schiedsrichter aus zwölf Nationen die Jury.

Nach entsprechender Qualifikation und Bestehen einer theoretischen und praktischen Prüfung folgte 2020 schließlich die Ernennung vom Weltsegelverband „World Sailing“ zum Internationalen Schiedsrichter. Schon seit 2010 bildet Jörn-Christoph Jansen selbst Wettfahrtoffizielle für den Seglerverband unseres Bundeslandes aus.

„Der Kontakt zum DSSV kam auf skurrile Weise zustande. Ich habe eine Crew juristisch beraten und vor dem Bundesgericht rechtsanwaltlich vertreten. Das Verfahren zog sich über fast drei Jahre und endete ohne Entscheidung in der Sache“, erinnert sich Jörn-Christoph Jansen, der vor neun Jahren seine Zulassung durch die Rechtsanwaltskammer Mecklenburg-Vorpommern verliehen bekam.

„Im März kam aufgrund dieses Verfahrens die Anfrage des Landesvorsitzenden Stefan Ulbrich und nach einem Telefonat hat mich der Landesverband schließlich vorgeschlagen“, erläutert der frisch gewählte Bundesrichter weiter.

Das Bundesgericht des DSSV entscheidet bei Streitigkeiten unter anderem in den Disziplinen Kuttersegeln, Kutterrudern, Jollenmehrkampf, Kuttermehrkampf, Seesportmehrkampf und bei Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedern als letzte Instanz. Jährlich führt der DSSV mehr als 70 Wettkämpfe auf verschiedenen Ebenen durch. Das Altersspektrum der Teilnehmer reicht von acht Jahren bis über 60 Jahre. Eine der großen Klassensegelregatten in Deutschland ist schon seit Jahrzehnten der Kampf um das Blaue Band vom Strelasund in Stralsund mit bis zu einhundert Kuttern ZK 10. Nach der Wiedervereinigung kamen aus den alten Bundesländern als weitere Klasse die etwas größeren Marinekutter mit Besatzungen u. a. der Deutschen Marine und der Bundespolizei hinzu. Zu den großen Kuttersegelregatten zählt auch die traditionelle Veranstaltung während der Kieler Woche.

„Ich bin gespannt auf die ersten Verfahren. Zunächst aber werden wir uns unter der Leitung des bisherigen und künftigen Vorsitzenden und Rechtsanwaltskollegen Michael Rothe als Bundesgericht konstituieren. Als Schiedsrichter hat meine Saison 2022 mit kleinen Regatten auf dem Güstrower Inselsee schon begonnen. Im Juni folgt dann die Weltmeisterschaft in der Drachen-Klasse“, blickt Jörn-Christoph Jansen auf die noch junge Segelsaison voraus.

Isabell Kitta

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