Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V., An den Bootshäusern 13, 18273 Güstrow info@wvg1928.de

Wetterchaos zum 66. Silbernen Beil auf dem Inselsee

Teterower Ines und Thomas Heldt gewinnen einzige Wettfahrt

Rund eine Woche vor der 84. WARNEMÜNDER WOCHE fand die 66. Auflage des Silbernen Beils statt. 42 Boote mit 84 Seglern fanden sich am vergangenen Wochenende zur Generalprobe auf dem Güstrower Inselsee ein. „Nicht nur alle Boote die vorab gemeldet haben, sondern auch noch eine Nachmeldung sorgten für einen Beteiligungsrekord nach den Deutschen Meisterschaften“, sagte Peter Anders, Vorsitzender des veranstaltenden Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V. (WVG), sichtlich stolz.

Das Wettfahrtkomitee um Andreas Möller (WVG) konnte wieder ein hochklassiges Feld mit insgesamt vier ehemaligen Deutschen Meistern, früheren Europa- und Weltmeistern begrüßen. Zu den klaren Favoriten gehörten die dreifachen Deutschen Meister Ines und Thomas Heldt, die gemeinsam bereits siebenmal das Silberne Beil gewannen und die fünffachen Deutschen Meister und vierfachen Sieger des Silbernen Beils Bernd Höft und Burkard Rieck aus Rostock. Dahinter bildete sich ein breites Verfolgerfeld, das vom ehemaligen Deutschen Meister und Europameister Detlef Hegert, der mit Rainer Bernhardt (beide Rangsdorf) an der Vorschot an den Start ging, angeführt wurde. Auch Marko Anderssohn, Deutscher Meister 2006, mit Vorschoter Jakob Engelmann (beide Cottbus), Björn Helms/Daniel Edinger (Berlin/Cottbus) sowie Gunter Edinger/Wilhelm Wutzler (Berlin) musste man auf der Rechnung haben.

Die Güstrower Hoffnungen ruhten auf den dreifachen Siegern Peter Anders/Peter Bark, auf den Vizemeistern von 2020 und Europameisterschaftsdritten von 2021 Andreas und Martin Ebel sowie auf dem vielfachen Meister Jens Bauditz mit Vorschoter Magnus Hillenberg (WVG).

Schon die Wettervorhersage versprach allerdings nichts Gutes und sie sollte Recht behalten: Spiegelglatt präsentierte sich der Inselsee bei schwülwarmem Wetter und so hieß es erst einmal warten. „Segeln ist eine Freiluftsportart und wir sind nun mal vom Wetter abhängig“, zeigte sich Wettfahrtleiter Andreas Möller (WVG) gelassen. Die Segler nutzten das Warten für Schwimmen, Beachvolleyball, kühle Getränke und einen Kuchenbasar zugunsten der Seglerjugend.

Um 15:30 Uhr zeichnete sich ab, dass sich um etwa 17 Uhr ein Windfenster öffnen würde. Alle Vorhersagen zeigten zwar Gewitter, aber südlich und nördlich an Güstrow vorbeiziehend. Um kurz vor 16 Uhr wurde Startbereitschaft hergestellt. „Es sah für einen kurzen Moment wirklich gut aus“, so Andreas Möller. Als der erste Donner zu hören war, entschied der Wettfahrtleiter jedoch umgehend, dass an Land zu bleiben ist. Fünf Minuten später begann das Unwetter. Erst um 16:23 Uhr warnte der Deutsche Wetterdienst vor Starkregen, der jedoch schon in vollem Gange war. Als die Unwetterwarnung verlängerte wurde, verschob das Wettfahrtkomitee alle Wettfahrten auf den nächsten Tag. Die Entscheidung stellte sich als richtig heraus, denn nach dem Unwetter war der See erneut spiegelglatt, aber um 5 cm Wasser reicher.

Da die Prognose für Sonntag jedoch nicht viel besser aussah und allenfalls schwachen Wind vorhersagte, wurden Gedanken an 1964 laut, als das Silberne Beil erstmals und bisher einmalig mangels Windes nicht vergeben werden konnte.

Leichter Wind zeigte sich am Sonntagmorgen mit 3-4 Knoten. „Wir benötigen für eine Ranglistenregatta vier Knoten am Start und wir haben 4-6 gemessen, also fahren wir raus“, verkündete Wettfahrtleiter Andreas Möller.

Nach einer kurzen Startverschiebung wurde mit dem ersten Start um 10:40 Uhr doch noch eine Wettfahrt begonnen. Höft/Rieck erwischten den besten Start und waren Erster an der ersten Bahnmarke vor Rex und Rico Rychlitzki von der Seglervereinigung Einheit Werder (Havel) aus Brandenburg. Dritter waren die Güstrower Eben/Ebel. Anders/Bark waren Achter und Heldt/Heldt lagen auf Rang elf dichter an der Spitze als es der Platz aussagte.

Ebel/Ebel segelten vor dem Wind am schnellsten und waren an der zweiten Bahnmarke des Up-and-Down-Kurses Erster. Doch das Feld war dicht beisammen und alle Favoriten in Lauerstellung. Heldt/Heldt entschieden sich für einen Kurs über die rechte Seite und genau dort setzte der Wind auch ein. Mit einem Vorsprung von mehr als fünf Minuten kamen sie vor Anders/Bark zum zweiten Mal an die Luvbahnmarke und es war klar, dass sie sich den Sieg mit dem Vorsprung nicht mehr nehmen lassen würden, zumal der Wind auf 3 Knoten nachließ – schlecht für Verfolger.

Mit unglaublichen sieben Minuten Vorsprung gewannen die Teterower Ines und Thomas Heldt schließlich die Wettfahrt vor Peter Anders und Peter Bark (WVG), die wiederum fünf Minuten von den Rostockern Bernd Höft und Burkhard Rieck trennten. Weil das Zielfenster nur 20 Minuten beträgt und schon den Ersten vom Dritten zwölf Minuten trennten, deutete sich an, dass es viele gar nicht ins Ziel schaffen würden. Normalerweise dauern Zieldurchgänge in der Piratenklasse vom Ersten bis zum Letzten aufgrund der hohen Leistungsdichte acht bis zehn Minuten. Doch nun fielen dem nachlassenden Wind verbunden mit dem großen Vorsprung der Erstplatzierten insgesamt 28 der 42 Boote zum Opfer.

Mit Ebel/Ebel auf Platz 4., Faaß/Henke (Wakenitz/WVG) als 10. und Bachmeyer/Bark (WVG) als 12. kamen noch ein paar Güstrower ins Ziel. Jedoch fast genau vor Anita Stieblich und Silene Antes (WVG) wurde das Zielfenster geschlossen – bitter. Weil der Wind anschließend ganz wegblieb, signalisierte das Wettfahrtkomitee, dass es keine weitere Wettfahrt geben würde. Heldt/Heldt gewannen erneut und zum achten Mal gemeinsam. Ebel/Ebel sicherten sich mit dem gar nicht so „undankbaren vierten Platz“ den Wilhelm-Jansen-Gedächtnispokal.

„Wir haben uns natürlich keine Regatta mit nur einer Wettfahrt und wenigen Zieldurchgängen gewünscht, aber dennoch sind Ines und Thomas Heldt einmal mehr die verdienten Sieger. Sehr gern hätten wir mehr Wettfahrten gesegelt, aber das war in diesem Wetterchaos am ganzen Wochenende einfach nicht möglich“, zog Peter Anders Bilanz des Segelwochenendes.

Für die Piratensegler geht es nun zur WARNEMÜNDER WOCHE. Nach geglückter Generalprobe dürfen sich die Segler aus Güstrow, Teterow und Rostock auf der Ostsee Hoffnungen auf Podiumsplatzierungen machen. Ein Wiedersehen auf dem Inselsee kann es zum 18. Nebelbeil am 8./9. Oktober in Güstrow geben.

Jörn-Christoph Jansen

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