Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e.V., An den Bootshäusern 13, 18273 Güstrow info@wvg1928.de

Güstrower helfen und segeln auf 84. WARNEMÜNDER WOCHE

Dr. Jörn-Christoph Jansen (WVG) leitete erneut Internationale Segeljury

Die 84. WARNEMÜNDER WOCHE 2022 ist inzwischen Geschichte. Die Segler sind abgereist und die Helfer haben wieder alles abgebaut. Rund 400 Ehrenamtliche haben das Regattageschehen rund um 900 Segler in knapp 400 Booten aus 23 Nationen u. a. von den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Neuseeland, Hong Kong und ganz Europa gemanagt. Höhepunkte der Wettfahrten vor Warnemünde waren zweifelsohne die Weltmeisterschaften der H-Boote, die deutsche Meisterschaft der Offshoresegler sowie der Europacup der olympischen ILCA-Klasse.


Highlight der 84. WARNEMÜNDER WOCHE - Die H-Boot Weltmeisterschaft mit 47 Startern

Seit 2009 gehört Jörn-Christoph Jansen vom Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) zu jenen, die zehn Tage vor Ort sind. Der Güstrower ist internationaler Schiedsrichter des Weltseglerverbandes „World Sailing“, leitet seit 2016 als Chairman die Internationale Jury. „Wir hatten zum ersten Mal Schiedsrichter aus Italien, Ungarn und Südafrika im Team. Insgesamt bestand die Jury aus 11 Nationen und 15 Schiedsrichtern“, erläuterte Jansen, der seit 2012 auch Teil des ehrenamtlichen Organisationsteams der WARNEMÜNDER WOCHE ist. Neben Italien, Ungarn und Südafrika stammten die Schiedsrichter aus Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Norwegen, Österreich und Deutschland.

„Der Tag beginnt üblicherweise mit der großen Lagebesprechung, die vom Hauptwettfahrtleiter geleitet wird. Hier kommen alle Bahnwettfahrtleiter, die Wasserwacht, das Landteam, das Pressebüro, die Wasserschutzpolizei und die Jury zusammen. Zunächst empfangen wir einen ausführlichen Livewetterbericht vom DWD. Nach einem kurzen aber guten Frühstück folgt dann das Jurymeeting mit allen 18 Schiedsrichtern unter meiner Leitung. Die Amtssprache innerhalb der Jury ist Englisch“, so Jörn-Christoph Jansen, der seine 13. WARNEMÜNDER WOCHE in der Jury erlebte.

Nachdem die Schiedsrichter auf die Bahnen ‚Alpha‘ bis ‚Hotel‘ verteilt sind, geht es auf die Ostsee. Hier schiedsen immer zwei Schiedsrichter zusammen. Auf einem Kurs sind oft zwei bis drei Schiedsrichterboote verteilt, insgesamt also vier bis sechs Schiedsrichter. „Nach Rückkehr warten wir ab, ob es Proteste gibt und verhandeln diese möglichst noch am selben Abend. Nicht selten haben Tage 12 bis 14 Stunden“, so Jörn-Christoph Jansen.

Doch der WVG stellt nicht nur den Jurychairman, sondern ist als Co-Organisator omnipräsent. So halfen Susanne Anders, Monika Jansen, Isa Kitta, Anke Kruse und Marie Bark beim Präparieren der Lunchpakete ab morgens halb sechs oder beim Getränkeausschank am Nachmittag.

Seit 2012 stellt der Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) eine komplettes Wettfahrtkomitee. In der ersten Hälfte der WARNEMÜNDER WOCHE betreuten sie den Kurs der Korsare und Piraten. Unter Leitung von Carsten Jansen (WVG) wurden an vier Wettfahrttagen 10 Wettfahrtfahrten bei den Korsaren und sieben Wettfahrten bei den Piraten gesegelt. „Die Meldezahl war bei beiden Klassen im Ranglistenbereich. Bei besten Segelbedingungen haben wir die maximale Anzahl der Wettfahrten segeln lassen können“, erläutert Carsten Jansen.


WVG stellte Wettfahrtkomittee für die Korsare

Hilfreich standen dem WVG-Wettfahrtleiter dabei neben seinem Stellvertreter André Schmidt (Sternberg) auch Jan Schebeko, Susanne Anders, Peter Kruse, Tobias Bayer, Elias Edelberg, Isa Kitta, Holger Schmidt, Andreas Möller, Marko Bachmeyer vom WVG und einige Segler befreundeter Vereine zur Verfügung.

Am ersten Wochenende segelten mehrere Güstrower bei starkem Winden von 4 bis 7 Beaufort auch sieben Wettfahrten in der im WVG am meisten gesegelten Klasse „Pirat“. „Die Ostsee ist speziell Wellen von bis zu 1,5 Metern auszusteuern und das bei starkem Wind ist eine echte Herausforderung, aber das macht den Segelsport auch aus“, freute sich der WVG‑Vorsitzende Peter Anders, der gemeinsam mit Vorschotmann Peter Bark Gesamtplatz vier belegte. Erwartungsgemäß gewannen die Crews, denen der Starkwind liegt: Die amtierenden Deutschen Meister und zweifachen Europameister Frieder Billerbeck/Julius Raithel (Wedel-Schulau) vor Ines und Thomas Heldt (Teterow). Dahinter belegten Andreas und Martin Ebel (WVG) den Bronzerang. Marko Monegel (Teterow) und Ludger Jacobs (WVG) kamen auf den 8. Rang vor Paul Bachmeyer/Marie Bark (WVG) auf dem 9. Platz.

In der zweiten Wochenhälfte übernahm der WVG aufgrund eines coronabedingten Ausfalls eines gesamten Wettfahrtteams spontan die Klasse der RS Aero. „RS Aero wird von einer Person mit verschieden großen Segeln gesegelt ähnlich dem ILCA-Dinghy, sodass Kindern, Jugendliche und Erwachsene damit segeln können“, erläutert Carsten Jansen, der sich kurzfristig mit seiner Crew auf die Wettfahrten vorbereiten musste. Dabei brachte das Güstrower Wettfahrtteam 13 Boote für die German Open der Klasse „RS Aero 5“ auf den Kurs. Leider konnte nur drei Wettfahrten gesegelt werden. „Es war an drei von vier Tagen schlicht zu starker Wind mit 30 Knoten in Böen und Wellen bis 1,5m. Das ist ein bisschen schade für die Segler, aber man muss die Sicherheit im Auge behalten, weshalb die Entscheidung nicht segeln zu lassen, richtig war“, bilanzierte Carsten Jansen.

„Wir stehen hinter der WARNEMÜNDER WOCHE als Co-Ausrichter und werden auch 2023 wieder dabei sein. Wir planen erneut mit einem kompletten Wettfahrtkomitee. Viele unserer Mitglieder nehmen sich dafür extra Urlaub“, blickt Peter Anders voraus. „2023 wird das letzte Jahr der großen Umbauphase der Mittelmole sein. Die WARNEMÜNDER WOCHE soll dann wieder wachsen. Stellflächen für Boote, Wohnmobile, Zelte und Parkplätze sind dabei die Grundvoraussetzung für eine Segelveranstaltung dieser Dimension“, blickt Jörn-Christoph Jansen, der auch 2023 der Internationale Jury vorsitzen wird, voraus.


Baustelle der Sportschule prägte Gesicht der 84. Warnemünder Woche

Für die 85. WARNEMÜNDER WOCHE sind Meisterschaften der Star-Boote geplant und auch die ehemals olympischen Flying Dutchman sind im Gespräch. Außerdem wurde erneut eine Bewerbung für den Europacup der „ILCA“ abgegeben. Die Güstrower Segler werden dann wieder helfen, segeln und schiedsrichten.

Jörn-Christoph Jansen

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