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Die DM für die Kutter fanden in diesem Jahr auf dem Großen Goitzschesee statt (de.wikipedia.org/wiki/Großer_Goitzschesee). Wer weiß, wo das ist? Ich wusste es nicht und war schon deshalb neugierig neue Reviere kennenzulernen, denn die Crew der „Teamwork“ hatte mich wieder dazu geladen. Ich habe ohne zu zögern zugestimmt. Wann kann ich/man schon mal in einem Jahr zwei Deutsche Meisterschaften fahren. Eher selten und die Ergebnisse der ZK 32 im Jahr 2014 konnten sich sehen lassen, es versprach also interessant zu werden, und das wurde es auch. Die Zweckoptimisten und Konkurrenten hatten die „Teamwork“ gar auf Platz 1 gesetzt. Na ja…es hätte sicherlich keiner etwas dagegen gehabt, aber  schaun‘ mer mal wie der Kaiser zu sagen pflegt. Zum Team gehörten Hansi (Quirl), Walter (Besan), Dietmar (Groß), Carsten (Genua), Tüdel (Genua und Spi), Gutschi (Spi und Trimmer) und Idol (Mannschaftsbetreuer).


Ich setzte mich also am Freitag den 13. September gegen Mittag in Bewegung nach Laage, wo ich bei Hansi und sin Fru in das Auto stieg, um gemeinsam mit Ihnen, den Kutter „Teamwork“  im Schlepptau nach Bitterfeld zu fahren…ja richtig gelesen, der Goitzschesee liegt bei Bitterfeld, gleich neben dem Muldestausee. Bitterfeld - in anderen Zeiten und auch heute noch für einen Urmecklenburger undenkbar dort leben zu können, zu müssen.  Aber, die Region ist zwar von der Chemieindustrie gezeichnet, sieht aber zwischenzeitlich ganz anders aus. Abbau und Aufbau Ost haben ganze Arbeit geleistet. Links und rechts der Straße alte und neue Gewerbegebiete. Selbst in den alten Gebieten ist meistenteils alles saniert, ausgebaute Infrastruktur usw. und es wird immer noch gebaut. Wir steuerten das Goitzsche Camp direkt am See gelegen an.  Straßen und Wege im Camp neu, auf dem Campingplatz alte Tagebaueinrichtungen, Hallen Baracken , alte Lagerplätze für Kohle usw. In diesen Gebäuden haben sich Vereine und Clubs der Wassersportarten eingerichtet. Das ganze genießt sicherlich Bestandsschutz. Ich persönlich würde den Abriss gestatten, verbunden mit der Auflage ästhetisches schönes neu aufzubauen. Dagegen sprechen wohl die deutschen bürokratischen Hürden, dabei wäre das eine Super Wirtschaftsförderung!

Quartier gemacht - ich war Mitbewohner des Campingmobils von Bernd Hahn (unser Tonnenleger in Teterow und 470er Segler), der als Schlachtenbummler mit der Hoffnung auf eine Heuer angereist war, was dann auch im Team der „Preußen“ als Besaner klappte. Tolles Quartier, habe mich sauwohl gefühlt - danke Bernd.

Dann auf zum Entladeplatz, dem Bitterfelder Hafen. Gigantisch die gestaltet Uferlinie mit dem großen Hafen. Am Ufer tolle Appartements und Gastronomie (Blick über den See).  Wir reihten uns in die Warteschleife ein, denn der Kran war noch nicht angekommen.  Ausrichter der DM war der Bernburger Maritime Club, 60 km entfernt. Von dort kamen auch die Kameraden des THW, die die Kutter kranten. Klappte perfekt mit gesetzten Masten. Dann den Kutter in sicheres Gelände immer an der Kaimauer entlang treideln, dafür waren Dietmar und ich zuständig  gemacht worden (ca. 500 m?). Wir fanden dann auch einen relativ guten, etwas geschützteren Liegeplatz. Bei Ostwind hätten aber alle Kutter verholt werden  müssen. Nun, den hatten wir nicht. Es war Nieselwetter mit leichten Winden (2 Windstärken, ganz selten verirrte sich etwas mehr Wind über den See) und das hielt das ganze WE hindurch. Der See ganz toll, riesig 13,3 km² (zum Vergleich: der Inselsee hat 4,8 km², der Teterower 3,4 km²)! Direkt östlich neben dem Goitzschesee liegt der Muldestausee (6, 3 km² und südlich der Seelhausener See 6,4 km²). Alle Seen sind für den Wassersport zugelassen.  Neben den weiteren sich entwickelnden Tagebauseen wird das wohl die Segelhochburg der Republik werden. Also kurzum: Ein tolles Segelrevier, was ich und viele andere dort nicht vermutet hätten!

Es hatten sage und schreibe 42 Kutteraus ganz Deutschland gemeldet an den Start gingen  dann „nur“  40!!! Hut ab, da können sich meine geliebten Piraten eine Scheibe abschneiden. 40 Kutter heißt ja auch 240 Besatzungsmitglieder plus Tross. Die wollen alle Trinken und Essen. Eine logistische Meisterleistung sowohl beim Kranen als auch allen anderen anstehenden wichtigen Aufgaben.

Wieder angekommen im Camp gab Skipper Hansi angesichts der hohen Luftfeuchte eine, nein zwei oder drei Rationen Rum aus. Das war ungeheuer wichtig, dieser Niesel setzte sich trotz aller Ignoranz unsererseits irgendwie in den Knochen fest. Und bevor die Resignation und Lethargie einsetzen konnte, wirkte der Rum namens „Pyrat“ (eine nicht preiswerte aber schmackhafte Entdeckung Idols) und ließ uns den Niesel vergessen und das Leben ganz toll erscheinen. Schiet up dat Wedder, wenn äten un drinken god is. Denn dat wier dat.  

Nach dem Fassen von Dietmars Schwarzbrotschmalzstullen an unseren mobilen Quartieren im überdachten ehemaligen Kohlelagerplatz noch das ein oder andere Bierchen genommen. Dann nach ausdrücklich gewünschtem Dietmarabsacker ab in die Koje. Bernd hatte Kurs auf die Teterower Crews vom Seesportverein genommen. Die hatten Besuch von den „Weltenbummlern“, die ja immer so anstrengende Reisen durchführen, wie z.B. von Schwerin über Teterow nach Wladiwostok…. Sie waren zu „Resi“ und Co. gekommen, weil diese ja nicht zu den „Weltenbummlern“ kommen. Das hat wohl seine Gründe. Ja, und diese Reise ist mein Quartierbernd wohl mit angetreten. Ergebnis: Er ließ sich am nächsten Tag überhaupt nicht zu einem verdienten Abendbier überreden. Stark!“

Nächster morgen - früh raus, gewaschen, persönlich startklar gemacht. Nach kurzer bündiger Eröffnung der DM ab zum Kutter vorbei an der Hochwasserbank.

Hochwasserbank? - Man hat auf dem Deich eine vielleicht 60 bis 80 m lange Bank gebaut und alle Hochwasserhelfer dort mit einem Namensschild verewigt. Diese waren aus ganz Deutschland angereist um der Stadt Bitterfeld zu helfen als die Mulde 2002 der Muldedammes nicht mehr hielt und den Goitzschetagebau vorfristig flutete und Bitterfeld zum Teil auch. Respekt! Respekt aber auch davor, das diese Bank bisher keine Beschädigungen aufwies. Hoffentlich wird das noch lange so sein!!!

Kutter startklar gemacht und ab auf dieses Riesenmeer. Die Wettfahrtleitung um Rainer Arlt saß auf einem Kutter. Signalgebung sowohl Flaggen als auch Lautsignale waren nur bescheiden zu hören. Da hätte wir Güstrower durchaus mit unserem Equipment unterstützen können, aber wir sind ja nicht gefragt worden. Der Große Goitzschesee ist an den tiefsten Stellen 70 m. So dass sich die WFL mit ihrem Startschiff an die östliche Uferseite verholte und dort auch während der gesamten DM liegen blieb. Die Startlinie stimmte in der 1.Wettfahrt in etwa, in den folgenden vier Tageswettfahrten stimmte sie nicht mehr trotz einer einmaligen Korrektur. Da ich in diesem Jahr auf dem Traunsee gesegelt habe, dort Wassertiefen um die 170 m beherrscht werden müssen und wurden, muss man sich darauf einstellen mit seinem technischen Equipment. Ja, es war immer das Startschiff begünstigt, bei 40 Kuttern fast ein Harakiri. Ein Glück war wenig Wind, demzufolge  ist nichts passiert.

Nicht ganz pünktlich, also mit AP erfolgte der erste Start, denn der Wettfahrtleiter wartetet noch ein paar Nachzügler, die sich noch auf dem Weg zum Start befanden und die Entfernungen und den Wind in seiner Schwäche wohl etwas unterschätzt hatten. Eine richtige Entscheidung. Segeln sollten wir: Start- 1-2-3-1-3-1-2-3-Ziel. Ein für die erste Wettfahrt entschieden zu langer Kurs, denn  wir wollten fünf Tageswettfahrten segeln.

1. Wettfahrt: Windstärke  2 Beaufort  mit Tendenz zum Abflauen.  Wir kommen gut weg, segeln uns frei und sind an Bahnmarke 1 Erster. Auf dem raumen Schenkel überlaufen uns die „ N°. 7“ und der „Schwabenpfeil“. Sie fahren beide einen Luvbogen, auch die „Preußen“  kommt uns näher als uns lieb ist. Auf dem nächsten raumen Schenkel bleibt alles gleich. Auf der Kreuze segeln wir am Schwabenpfeil vorbei und sind wieder zweiter. Als wir nach einem Dreieck an Bahnmarke 1 ankommen sind wir schon etwas mehr als eine Stunde unterwegs. Der Vorsprung zum Dritten ist ok, aber die sind bei diesen schwachen Winden offensichtlich auf den Achterlichen einen Tick besser drauf. Wir haben schon die dünnste Zwirnschot gewählt, die an Bord ist. Tüdel muss das immer bei auffrischenden Winden ausbaden, die gab es aber nicht -leider. Oder sind wir zu schwer, wer?…. Dietmar wohl eher nicht. Wir gehen also auf den Spikurs und sind uns einig, die WFL wird abkürzen müssen, denn sonst ist das Tagesvorhaben mit fünf Wettfahrten gefährdet. Und so kommt es auch. An Bahnmarke 3 ist Bahnverkürzung. Wir gehen nach 1,5 h durchs Ziel. Die letzten befinden sich noch auf der Kreuze. Die werden also über 2 h segeln. Zieleinlauf: 1. „N°. 7“, 2. „Teamwork“, 3. „Preußen“,  4. „Weltenbummler“, 5. „Schwabenpfeil“,  6. „Resi“.
Wir sind sehr zufrieden, ein 2.Platz ist erst mal auf der Habenseite. In der Pause zieht sich die Zwirnschot in und durch die Blöcke der Genuaholung. Ein Glück nicht während der Wettfahrt. Wir haben jetzt ein zusätzliches Beobachtungselement (Spischot und Blöcke der Genuaholung). Ich schlage vor Zwirn gegen dickere Gottifredi Maffioli auszutauschen, die sind leicht und nehmen kein Wasser auf. Winterbaustelle.

2. Wettfahrt: Kurstafel zeigt Start-1-2-3-Ziel. Wind unter 2 Beaufort. Start liegt immer in der Mitte des Kurses. Startlinie begünstigt Luv. Wir versuchen uns an der Startlinie frei zu segeln da kommt  „Rasmus“ von oben.  Wir haben schon keine ausreichende Fahrt, können nicht dagegen halten, dann dreht das DRK ihr Motorboot direkt vor uns auf wir tauchen zwei Mal in dessen Heckwelle und stehen.  Tolle Wurst! Start vollkommen daneben. Als wir so einigermaßen in Fahrt und frei sind, sind die ersten schon 500 m weg. Wie sollen, können wir das aufholen bei dem kurzen Kurs? Egal – ohne Kampf kein Sieg. Wir gehen so um Platz 20 um Bahnmarke 1. Auf dem 1.Raumschenkel holen wir  drei Boote. An Bahnmarke 2 Whooling, wir kommen nicht weg. Dann endlich frei, wir holen wieder 3 Boote. Dann kurze Zielkreuz. Wir gehen nach links raus, die Masse zum Ufer. Wir holen noch mal zwei Boote 12. im Ziel. Nach dem vermasselten Start nicht schlecht, es ist hoffentlich unser Streicher. Zieleinlauf: 1. der amtierende Deutsche Meister „Weltenbummler“, 2.“Resi“, 3. „N°7“ 4. „Santa Fe‘“; 5.“Schwabenpfeil“.

3. Wettfahrt: Kurstafel zeigt wieder Start-1-2-3-Ziel. Wind um 2 Beaufort. Wir kommen besser weg. Gehen links über den See. Sind oben an Bahnmarke um Platz 8. Den halten wir auch über den Sprintkurs der 2 Raumgänge , um nach Bahnmarke 3 auf der Zielkreuz noch 3 weitere Kutter zu holen. Platz 5. Völlig in Ordnung. Zieleinlauf: Einer DM sind  diese Sprintkurse aber nicht würdig. Das geht vielleicht bei ausgeschrieben zehn Wettfahrten und zwei Streichern…. Aber letztlich haben alle die gleichen Bedingungen. 1. „Weltenbummler“ (segelt sich langsam auf Meisterschaftskurs ein), 2.“Zuarin“, 3. „N°7“, 4. „Santa Fe‘“, 5. “Teamwork“, 6.“Resi“. Es zeichnen sich erste Tendenzen ab.

4. Wettfahrt: Kurstafel zeigt Start-1-2-3-1-2-3-Ziel. Wind um 2. Beaufort. Wir kommen wieder so einigermaßen weg. Fahren wieder in der Mitte frei über den See. Kommen auf Platz 12 am Bahnmarke 1 an. Die taktische Wahl der Seemitte scheint nicht so recht zu funktionieren. Die Spitzenboote gehen meist alle über das rechte Ufer. Dort ist aber beim Start immer sehr eng. Halten uns an Bahnmarke 2 gut innen schnallen zwei Kutter. Unten an Bahnmarke 3 auf Platz 10. An den Tonnen ist es in der Regel ab Platz 5 bis 10 immer sehr eng. Dort es geht es stets um viele Plätze. Manchmal zogen wir uns gut aus der Affäre manchmal nicht. Nächste Runde segelten wir uns auf Platz 7 vor, um dann wieder auf der kurzen Zielkreuz auf Platz 5 vorzufahren. Wieder in Ordnung. Aber die ersten drei zeihen unermüdlich ihre Kreise. Zieleinlauf: 1. „Resi“, 2.“Merlin 2.0“, 3. „N°7“, 4. „Weltenbummler“, 5. “Teamwork“,. Tendenzen werden deutlicher. „Resi“ segelt sich in die Spitze.

5. Wettfahrt: Kurstafel zeigt Start-1-2-3-1-2-3-Ziel. Wind um 2. Beaufort. Wir kommen wieder so einigermaßen weg. Fahren wieder in der Mitte frei über den See. Dieses Mal klappt es wir gehen als 2. Hinter „Resi“ um die Bahnmarke 1. Vorne segelt es sich unbeschwerter und ist mit weniger Handicaps verbunden. Wir verteidigen diesen 2.Platz bei leicht auffrischenden Winden. Zieleinlauf:    1. „Resi, 2.“Teamwork“, 3. „N°7“, 4. „Santa Fe‘“, 5. “Weltenbummler“.  „Resi“ hat mit dem Steuermann Hubert Zisch und seiner guten Crew sich mit diesem 2. Tagessieg an die Spitze gesegelt. Nach diesen 5 Tageswettfahrten gibt mit Streichung einer Wettfahrt  folgende hochinteressante Platzierung: 1. „Resi“ 10 Punkte, 2.“Weltenbummler 10 Punkte, 3. „N°7“ 10 Punkte, 4. „Teamwork“ 14 Punkte, 5. „Santa Fe‘“ 19 Punkte. Wir können sowohl noch nach vorne unter die ersten drei fahren müssen aber natürlich auf „Santa Fe‘“ achten. 4. Platz eine tolle Platzierung, wir sind sehr zufrieden. Die ersten drei haben in Tat eine beeindruckende Serie hingelegt, das muss man den Hut ziehen. Außerdem würde es wenn der Wind hält noch eine spannende 6.Wettfahrt am nächsten Tag geben. Außerdem entsprach diese Platzierung dem Ergebnis für die Wertung des Bernsteinpokals, den die „Resi“ damit für sich entschieden hatte.
Wir hatten während der gesamten Wettfahrten wenig Zeit uns um das leibliche Wohl zu kümmern, auch die Pausen waren kurz, es war höchste Konzentration angesagt. Auch das Fotografieren kam zu kurz, denn wir waren ständig unter Anspannung.

Zwischen den Wettfahrten wurden Ausrüstungs-  und Kontrollen der Messmarken- und Plaketten durchgeführt.  Am  Abend spielte das noch eine die Stimmung drückende Rolle. Es wurden insgesamt 31 Kutter, wir und Resi, Poseidon, also alle Teterowschen waren auch darunter, kontrolliert.  Von diesen 31 überprüften entsprachen nur sechs Kutter!!! den Klassenvorschriften.  Au Backe Protest gegen alle anderen 25 Kutter. Man stellte ihnen anheim die Wettfahrten aufzugeben oder es würde eine Protestverhandlung stattfinden. Es fehlten Riemen, Rettungsringe, Verbandskästen, Werkzeugkisten, Messmarken, Messplaketten, Messstempel, kurzum alles was man sich so denken kann, aber lt. Klassenvorschrift hätte vorhanden sein müssen. Das wäre bei Ausrüstungskontrollen am Freitag und Sonnabend vor den Wettfahrten in vielen Fällen heilbar gewesen. Umgekehrt muss diese so schöne Klasse sich selbst entsprechend im vorab kontrollieren. Wat nu, Entsetzen und bei machen wohl auch ein Frohlocken machte sich breit. Wer möchte schon so eine gute Platzierung ersegeln? Im Gegenschluss  ist ein Regelverstoß ein Regelverstoß. Die Verhandlungen wurden, jeweils auf erstmal 15 min angesetzt. Das hätte sich also  bis weit nach Mitternacht hingezogen. Nach den ersten Protesten wurde gegen 21:30 Uhr Entwarnung gegeben. Der Skipper der „Preußen“, der auch sein gesamtes Diskoequipment mitgeschleppt hatte und sowohl am Freitag als auch Sonnabend durch das Programm führte und die heißen Rhythmen in der Ex-Kohlenlagerhalle mixte, war hörbar einer von denen die akzeptierten nicht regelkonform an den Start gegangen zu sein. Hut ab davor und  vor seiner Leistung und seinem Engagement. Kutter transportieren, auf- und Abbauen, Segeln und dann noch Musik machen und gute Laune verbreiten – ein echter Turniertyp! Danke an dieser Stelle! Zurück zum Protest. Schwierig, schwierig, dann kam eine gegensätzliche Entscheidung, alle Boote die mich und viele andere in Erstaunen versetzte, alle Boote wurden wieder in das Rennen eingesetzt, da die Abweichungen von den Klassenregeln keine Leistungsmerkmale verbessern und es keine zumutbare Gelegenheit gab diese abzustellen.  Die Proteste wurden zurückgezogen. Dabei wurde die Regel 64.3 (a) der WR 2013 bis 2016 bemüht, die da lautet:
            
„Ermittelt das Schiedsgericht, dass Abweichungen über die in den Klassenregeln festgelegten Toleranzen hinausdurch Beschädigung oder normale Abnutzung verursacht wurden und die Leistungsmerkmale des Bootes nicht verbessern, dann darf es das Boot nicht bestrafen. Jedoch darf das Boot nicht wieder an den Wettfahrten teilnehmen, bis die Abweichungen korrigiert wurden, außer das Schiedsgericht stellt fest, dass es keine zumutbare Gelegenheit gibt oder gegeben hat dies zu tun.“

Ja, was nun? Fehlende Ausrüstungsgegenstände….verloren, Beschädigung, Abnutzung? Ich denke die Entscheidung war schwierig, man hätte vor den Protesten noch eindringlicher beraten müssen. Denn die dann gefällte Entscheidung war mit Sicherheit eine von weither geholte Auslegung. Salomonisch wäre es sicherlich anders gegangen. Aber ich denke, das ist Warnschuss genug. Wie gesagt ich hätte nicht in der Haut der verantwortlichen Schiedsrichter und auch des WFL stecken mögen.
Ok, die gedrückte Stimmung lockerte sich, ein Geschmäckle blieb.
Irgendwann ging es Bett, denn der Sonntag mit seiner letzten Wettfahrt sollte noch folgen.

6. Wettfahrt Start 10:30 Uhr: Kurstafel zeigt Start-1-2-3-1-3-1-2-3-Ziel Wind 3 Beaufort, abflauend. Nieselwetter. Kurs noch etwas weiter östlich gedreht, Bahnmarke 1 liegt direkt vor dem Bernsteinschloss. Schöner Kurs. Startlinie etwas besser. Wir kommen ganz gut weg, aber wieder zieht es rechts besser. Wir übersehen nach guter Kreuz kurz vor Bahnmarke 1 einen Kutter mit weggerecht und müssen wenden. Hinten rumfahren wäre richtig gewesen. So gehen wir an Position 10 um die Bahnmarke. Liegen in luv und überlaufen mit frischem Wind unter Raumspi fünf  Kutter und  gehen als 5. um die Bahnmarke 2, 3 und ff. Die „Preußen“ führt, hinter ihr die Favoriten. Die sich ständig in den Positionen abwechseln und alle drei im Gesamtklassement  mal Deutscher Meister, zweiter oder Dritter sind. Ein tolles Rennen, ich denke so etwas hat man lange nicht mehr gesehen, es spricht für die Leistungsdichte. Aber irgendwann wird die „Preußen“ durchgereicht. Es zeigt sich die Klasse von „Weltenbummler“ mit Heiko Grambow (einem alten Güstrower heute in Schwerin) am Quirl mit seiner Crew, die eiskalt alle abzocken, mit gekonnten Schlägen die Führung erobern und hochverdient als erste durchs Ziel gehen und damit ihren Titel verteidigen. 2. wird „Resi“, 3.“N°.7“. Das ist auch die Platzierung der Medaillenträger. In der 6.Wettfahrt wird  „Preußen“ 4. Wir lassen uns auf der kurzen Zielkreuz durch eine Unaufmerksamkeit und einen ungeplanten Winddreher von „Rollo“ noch auf Platz 6 abdrängen. Wir werden in der Gesamtwertung  4. „Santa Fe‘“ wird Gesamtfünfter. Die gesamte Crew ist sehr zufrieden mit der Platzierung. Mehr war dieses Mal nicht drin.

Die ersten drei waren die Macher dieser Meisterschaft und haben hochverdient ihre Medaillen ersegelt. Dazu unser aller herzlicher Glückwunsch!!!

Entschuldigt bitte meine kritischen Anmerkungen. Aber ich selbst bin NRO, helfe ab und an in Schiedsgerichten, bin seit Jahrzehnten aktiver Segler und kenne aus vielen Regatten und Meisterschaften, auch als Betroffener  ähnliche Probleme und deren Lösungen. Die lauteten in der Regel so: Disqualifikation die Wettfahrt nach der die Regelverstöße festgestellt wurden. Auch wenn weitere Wettfahrten am gleichen Tage stattfanden hat man die durchgehen lassen. Aber am nächsten Tag gab es eine erneute Kontrolle und da musste man sauber sein. Wir haben manchmal die halbe Nacht hindurch bauen oder organisieren müssen. Sicherlich auch nicht ohne dieses Verfahren, aber es war schon eine Strafe vorhanden, so ja gar nicht! Man hätte auch eine Steuermannsbesprechung durchführen können und alle befragen können wie diese Geschichte zu händeln sei. Ok, niemand ist fehlerfrei, ich will auch nicht als Besserwisser verstanden werden. Ich hoffe, dass aus dieser Panne alle ihre Lehren ziehen. Es ist eine tolle Klasse und alle Beteiligten haben tollen Sport gezeigt. Imponiert haben mir vor allem die Kutter, auf denen die Crew überwiegend aus Kindern und Jugendlichen besteht. Gegenüber denen haben wir eine besondere Verantwortung auch was das Einhalten von Regeln betrifft.

Kutter verladen klappt wieder toll. Dann Siegerehrung gegen 15.30 Uhr. Kurz und bündig nur die Sieger bekommen Preise, alle Kutter eine Urkunde. 60 EUR Startgeld! (bei 6 Mannschaftsmitgliedern), Vollverpflegung mit vier Mahlzeiten 15,60 EUR, dazu Abendessen Boulette od. Bratwurst mit Brötchen 1,20 EUR oder Steak mit Brötchen 2,20 EUR. Die Getränkepreise waren auch sehr moderat. Es geht also auch anders liebe Veranstalter in dieser Republik - Back to the Roots!

Dann gegen 16:00 Uhr ab auf die Piste. Wir kommen super durch. Rangieren den Kutter in gegen 20:00 Uhr Laage in die Scheune, ich bin gegen 21:00 Uhr in Güstrow und falle voller Eindrücke geschafft ins Bett.

Ein herzliches Dankeschön an den Veranstalter, die Organisatoren und die vielen Helfer im Hintergrund!  Danke aber auch an euch „Teamworker“, es hat wieder richtig viel Spaß gemacht!

Goode Wind!
Carsten


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