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Im Rahmen der Stralsunder Segelwoche 2016 ging es am 04. Juni „Rund Hiddensee“. Zusammen mit den „Rundseligen Teamworkern“ bin ich (Carsten) nun schon zum 4. Mal dabei. Ein seglerisches wie auch naturelles Highlight im Segeln ohnehin und mit dem Kutter sowieso. Top-Wetter mit leichten Winden aus Nordost waren angesagt. So fuhren wir dann am Freitag bereits am frühen Vormittag (ich) und Hansi und Dietmar gegen Mittag los. Ich wollte mir die Stadt anschauen, denn als ich das letzte Mal in Stralsund war, gab in der Stadt eine riesige Baugrube, mich interessierte was daraus geworden ist. Ich wurde nicht enttäuscht, die Sanierung der Innenstadt ist gelungen und schreitet weiter voran. Eine tolle Stadt!

Am Strelasund auf dem Dänholm angekommen prächtiges warmes Sommerwetter. Kühlung verschafft der frische Wind aus Nordost. Von unserem Stellplatz haben wir einen herrlichen Blick über den Sund.

Dieses Mal kein Ankommenstrunk, gleich runter zum Hafen. Hansi und Dietmar hatten den Kutter zum Kranen präpariert. Dann wurde gekrant, Dietmar und ich suchen eine Box mit grünem Schild und machen uns dort fest. Wir stellen die Masten und takeln auf. Dann Ankommenstrunk und auf die weiteren Crewmitglieder warten.  Lolek der Spifahrer und Gutschi, der immer bei dieser Regatta unser Steuermann ist, treffen am späten Nachmittag ein.  Etwas später erreicht dann unser diesmaliges Crewmitglied mit dem größten Anmarschweg, Lupo aus Cottbus gelegen im schönen Sorbenlande, den herrlichen Platz am Strelasund.  Dass Walter erst am Segelmorgen zu uns stößt ist ja bekannt, denn er muss ja am Sonnabendmorgen die Teterower Rundselbürger mit Rundseln versorgen. Wir sortieren uns und genießen auf den künstlichen Klippen im Wassersportzentrum Dänholm in der Abendsonne mit Blick auf Altefähr das Wetter bei Dönjes…na ja nicht nur Dönjes, denn es rundselt wieder. Der Abend klingt mit dem obligatorischen Feuerwerk am Thälmannufer in Stralsund aus, ab in die Haia. Good sloppen!

Am nächsten Morgen gegen 5:45 Uhr raus aus den Federn, Bad im Strelasund, Essen fassen. Sichtlich überrascht vom Ansturm gab es beim Caterer nicht mehr genügend Rundseln, die letzten Frühstücker mussten Bockwurst fassen. Das Frühstück wurde gesponsert, tolle Sache  - aber vielleicht sollte man die Meldedisziplin verbessern, damit auch alle Rundseln fassen können.

Zur um 07:00 Uhr stattfindenden Steuermannsbesprechung hatten  sich dann 24 Kutter mit insgesamt 150 Aktiven am Strelasund auf dem  Dänholm  eingefunden, um direkt vor der imposanten Brücke zu starten und später dort auch durch das Ziel zu gehen.

Unter den 24 Kuttern waren auch zwei Teterower Kutter. Die „Poseidon“ unter Steuermann Heiko Otte vom Teterower Seesportverein e.V. und wir die „Teamwork“ mit Steuermann Jörg Gutschner vom SSV Teterow Abteilung Segeln e.V. Weitere Crewmitglieder und Positionen, wo sie dem Stürmann, das steuern erschweren sind:  Besaner dieses Mal Lupo aus dem schon erwähnten befreundeten Sorbenlande (der Stätte unseres bisher größten Kuttererfolges), Groß -  Dietmar (darüber haben wir uns alle gefreut, auch die zu Hause gebliebenen), Schnacker und Rundselschreiber Carsten, Focker Walter, Spi und Fock Lolek, Vorschiff Lotmann (ja Lotmann und nicht Lötmann) Hansi. Das war die Crew. Tüddel war gerade im Rückflug von Rhodos im schönen Griechenland (hier zeigt sich, muss man leider sagen, ist nicht böse gemeint - von Urlaubsplanungen sollte man unsere lieben Frauen lieber fern halten!!!). Mit dem Schwenk beim Rückflug über den Strelasund hat es offensichtlich nicht geklappt, sonst hätte im Strelasund neben uns sicherlich einen Platsch gegeben und wir hätten unseren Tüddel mit seinem Riesenfallschirm aufgefischt. Den Schirm hätten wir dann wir dann zusätzlich zum Spi gehisst…ach ne, das ist ja wohl nicht gestattet, ist ja schließlich auch keine Rundsel ihr Rundselsäcke. Ja, mit Regeln und so muss man sich ja wohl ein bisschen auskennen…Idol hatte wie jedes Jahr zu diesem Termin familiäre Verpflichtungen, auch die müssen eingehalten werden.

Nach der Steuermannbesprechung wurde dann pünktlich im 8:30 Uhr gestartet. Auf Grund der zu erwartenden leichten Winde wurde schon vorab eine evtl. Bahnverkürzung angekündigt.

Start gelingt uns mittelprächtig (hatten uns ein wenig mit den abflauenden Winden verschätzt), die Leestartbahnmarke ist bevorteilt. Wir schaffen es nicht mehr dorthin, starten etwas rundselhaft aus der Mitte. Top starten „Kuddel“, „Nautilus“, „Pax“, die auch zeitweise mit beachtlichem Vorsprung führen.

Ich kann nicht sagen, was auf der Steuermannsbesprechung zur Rundungsseite der Bahnmarke gesagt wurde, aber offensichtlich war das wohl nicht für alle ganz klar. Jedenfalls nehmen wir auch die Bahnmarke eins an ca. 8. Position im Felde, wie alle auf der Bb-Seite. Nach segelbaren schwachen Winden aus den angekündigten nordöstlichen Richtungen arbeiten wir uns langsam vor. Irgendwann übernehmen wir mit „Cutty Sark“ die zwischenzeitliche Führung. Dann, schlief der Wind in Höhe Parow ein, um auf links in Richtung West einsetzend zu drehen. O Graus, damit hatte sich das ganze Feld verschoben, jetzt führten „Habakuk“, vor „Santa Fe“ d.h., die bis dahin Führenden Boote fanden sich im Mittelfeld wieder. Im Fahrwasser der südwestlichen Ansteuerung von Hiddensee in Richtung Reede Bock drehte der Wind dann glücklicherweise auf Nordost, so das ein Aufkreuzen im Fahrwasser vermieden werden konnte und alle Kutter und auch das Dickschifffeld im Fahrwasser zusammenliefen. Ausgerechnet im Fahrwasser und die Kutter waren mit ihren Spis deutlich schneller, von wegen lahme Rundselkiste, war nicht so. Beide Teterower Crews profitierten von dem Rückdreher und befanden sich zu diesem Zeitpunkt des Eintauchens in das Fahrwasser Ansteuerung Barhöft wieder aussichtsreich im Rennen, da sie Extremschläge vermieden hatten. Die „Teamwork“ lag auf Platz vier, die “Poseidon“ auf Platz sechs. Wir versuchen sehr aufmerksam zu segeln (ich denke das gelang uns auch).

Dann kam auf der Reede Bock die erwartete Bahnverkürzung und es ging nicht Rund Hiddensee, sondern vom Südzipfel Hiddensees wieder zurück in Richtung Stralsund.

An der Wendemarke merkte man einigen Kuttern die Unsicherheit an, wie sollte nun welche Tonne oder welches Schiff  gerundet werden. Auch wir ließen uns beeindrucken und fahren hinter der „Santa Fe“, mit Stürmann Rundselronny, der muss es ja schließlich wissen, ist ja echter Kaptain. Auf Zuruf des flaggenführenden Schiffes ging es aber um selbiges. „Habakuk“ führt nach der Rundung immer noch.  Wir meistern das auch ganz gut, schieben uns bei der Rundung des Schiffes auf Platz drei vor.

Nach dem Passieren der Untiefe Gellen Haken müssen  die Kutter aber im Fahrwasser aufkreuzen. Wir schieben uns dabei auf Platz eins vor, profitieren aber auch davon, dass einige sich zu weit aus dem Fahrwasser herauswagten und kurzzeitig Grundberührung hatten. Wir hatten unser Rundselschwein dabei und konnten unser auf dem Grund schleifendes Ruderblatt, durch eine gekonnte rundselige Gewichtsverlagerung der Crew in das Vorschiff, frei legen. Fast ohne Geschwindigkeitsverluste. Ja, Gewicht hat halt auch was. Wir waren schließlich sieben schwergewichtige Rundselcrewmitglieder. Ach ne, eines musste ja am Quirl bleiben, ausgerechnet das Gewichtigste. Aber das machte seine Sache top!

Aus dem Tonnenstrich heraus ins freie Fahrwasser eintauchend setzten wir („Teamwork“) uns gemeinsam mit der „Habakuk“ aus Rostock entscheidend vom Feld ab. Der Wind hatte zwischenzeitlich auf nordöstliche Richtungen gedreht und wir bekamen ihn zuerst, das war wohl der Grund.

Auf den folgenden Seemeilen  lieferten wir uns heftige Kämpf mit der „Habakuk“. Scheinbar hatten wir immer ein wenig die Nase vorne, aber bei diesen schwierigen Bedingungen war es wohl doch ein wenig Lotterie. Als die „Habakuk dann neben uns lag, wollten sie nicht darauf eingehen, dass wir unsere schwerste Rundsel an sie abgeben. Wir merkten dann aber sehr schnell, dass wir dann ja sozusagen unseren Steuermann abgeben wollten, hmm… das ging ja nun gar nicht, der wurde ja (noch) gebraucht…ja, wenn so eine Rundselcrew anfängt zu denken…

Irgendwann drehte der Wind hinter Parow auf Süd und später weiter in Richtung West - Nordwest. Nicht zu verstehen, da die Benzdreher an Land alle mit Ostwind drehten. Die Südrichtung war ok, eine Kreuze bei leichten Winden, die wir gut nutzten und unseren Abstand etwas vergrößern konnten. Der West - Nordwest hingegen, shit!!!! O Schreck, Wind von achtern, Spikurs. Die Habakuk holte auf und lag ca. zwei Seemeilen vor dem Ziel eine halbe Seemeile in luv parallel über uns. Uns schwante Rundseliges. Wir konnten aber in lee liegend etwas raumer fahren und ca. eine sm vor dem Ziel lugte unser Rundselschwein hervor, die „Teamwork“ fing an zu fahren, jedenfalls schneller als die „Habakuk“. Wir fuhren noch einen guten beruhigenden Vorsprung heraus und siegten nach neun anstrengenden Segelstunden (Anmerkung der Rundsel: Im letzten Jahr haben wir bei Rundung der Insel Hiddensee sieben Stunden gebraucht!) und hartem Kampf vor der „Habakuk“ aus Rostock, der „Santa Fe“ aus Anklam, der „Cutty Sark“ aus Waren und dem Kutter „Kuddel“ aus Anklam. Die „Poseidon“ kam letztlich auf Platz acht ein. Eine sehr gute Platzierung angesichts der doch sehr schwierigen seglerischen Bedingungen.

Zieldurchgang, Abklatschen, wir sind ob dieses hart erkämpften Sieges besonders glücklich!  Da greift Lupo in seinen Sack und zaubert, ne ne, so doll kann er nun doch nicht zaubern, aus dem großen grauen Torqueedosack (hatten uns schon gewundert was er so für Sorbenreisegepäck…ähnelte einem Rundselsuuperzaubersack…mit sich rumschleppt), zwei große gläserne Flens. Ha, der Rundselsuuperbursche, die hätte er uns verschwiegen, weil wenn wir auf den Plätzen gelandet wären, weil wir dann ja ganz hurtig den Grund ausgemacht hätten. Ja, aber so, danke du Rundsellupo statt Sorbengurken Flens das lenzt.

Damit geht der begehrte Siegerpokal bereits im dritten Jahr hintereinander nach Teterow. Dieses Mal an uns von der Teterower „Teamworkrundselcrew“ mit unserem Stürmann Gutschi. Freu, freu!

Im Nachhinein wunderten wir uns, wie gut mehrere Steuerleute doch harmonieren können! Toll – sind eben alle etwas rundselbehaftet und können deshalb so harmonisch agieren.

Es war ein ganz toller Tag!!! Rund Hiddensee zwar nicht geschafft aber die Landschaft, das Wetter, die Platzierung, was will man mehr!!! Am Kran wartet Katja mit `ner Trommel Bier – toll unsere Frauen, auf die wir stolz sind.

Abriggen, verladen, Siegerehrung ich fahre schon etwas eher, da ich die nächsten Wochenenden sowohl seglerisch als auch in Wettfahrtleitungen tätig bin. Das schlaucht, macht aber Spaß.

Nachsatz: Wir fahren zum Segeln um Spaß zu haben!!! Wenn hier und dort mal was nicht klappt denkt immer im Sinne aller. Es ist ganz einfach so, dass nur wer Verantwortung übernimmt auch Fehler macht, die besten WFL sitzen immer in den Booten oder am Biertisch, also selbst mal ran!!! Jungs das war ein Superwochenende auf der Positivseite des Lebens. Es hat Riesenspaß gemacht, ich freue mich auf Kiel!!!

Goode Wind!
Euer Rundselcarsten
(Carsten Jansen)

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