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Irgendwann in den langen Winterarbeitstagen und Arbeitswochenenden in der Laager Kutterscheune hatten wir uns so gedacht, in alter Tradition mal wieder in Güstrow auf dem Inselsee mit dem Kutter zu segeln. Wir wollten dabei unsere Winterbaumaßnahmen und die Segel ausprobieren. So nahmen nach unserem Feinschliffkutterwochenende am 27.März 2018 in Laage, Volker und ich den Kutter in Schlepp in Richtung Güstrow und stellten ihn auf dem Gelände des WVG ab. So konnte sich der WVG einen Monat lang mit diesem schönen Kutter schmücken. Ein echter Hingucker.

Der 1. Mai rückte näher, die Wetterprognosen waren nicht so erquicklich. Letztlich hatten wir dann bedecktes aber trockenes Wetter mit genau dem Wind (3 bis 5 Bft), der für das Ausprobieren des Materials als ideal zu bezeichnen ist. Wir hatten uns um 09:00 Uhr verabredet. Boot über den Slip ins Wasser und aufgetakelt.

An der Kutterkampfdemonstration anlässlich des Tages der Arbeit (in dem Kutter steckt wirklich Arbeit), nahmen Hans-Werner, Idol, Carsten, Uwe, Walter, Gutschi und der Gastsegler Jörn-Christoph teil. Tüdel musste seine häuslichen Baumaßnahmen fortsetzen, also den Kampftag an häuslicher Front begehen und wir konkurrenzlos auf dem Inselsee. Walter musste die werktätige Bevölkerung am 1. Mai ausnahmsweise mal nicht mit Backwaren versorgen, sonst hätte sein Fehlen in Teterow wohl Ärger mit Partei und Regierung verursacht. Mit Kevin Kühnert haben wir ja vielleicht den „VEB Backwaren Peterß“ bald wieder.

Es segelte sich gar nicht so übel auf dem See, denn er hatte zu dem Zeitpunkt Pegelhöchststand (damit sind wir eine Ausnahme in der Mecklenburg-Vorpommerschen Seenlandschaft, die meisten Seen haben zum Normalstand erhebliche, ja bedenkliche Abweichungen). Der Pegel war also wesentlich besser als im Hochsommer. Schön wäre, wenn der Pegel so gehalten werden könnte!

Ja, wenn die Kutterarmada auf dem Inselsee segelt, sind wir und andere leider nicht eingeladen - unser Boot ist wie andere ja auch, nicht nostalgisch genug. Fehler weil: zwei Wertungen wären möglich, man kommt ins Gespräch, entdeckt Gemeinsamkeiten, vielleicht auch Mitfahrgelegenheiten usw., nicht gewollt …. Schade eigentlich, ne‘ nicht eigentlich, es ist mehr als schade. Der Teterower See verkraftet Jahr für Jahr so um die 20 bis 25 Kutter! Also geht doch.

So ziehen wir dann nach dem Auftakeln alleine unsere Kreise. Grauer Himmel, graues Wasser, graue Köpfe versteckt unter Basecaps, Pudeln und Basecaps ohne Schirm (die sind Shit damit sieht man besser und kann gleich korrigierend zuschlagen, wie Hansi uns ständig unter Beweis stellt). Bis hoch zur Schöninselbrücke, es folgen Erklärungen zu den Eigentumsverhältnissen auf der Insel (https://www.svz.de/lokales/sternberg-bruel-warin/geschaeftsmann-hat-sich-in-guestrower-schoeninsel-verliebt-id4749071.html), zur Brücke, zum Wahnsinnsslip, aktuellen Bauarbeiten usw.).

Unter Spi zurück auf den ersten See, wir stellen ein, stellen aus, ziehen hier, ziehen da, ziehen hin, ziehen her, und stellen fest, da muss es etwas weniger, da muss es etwas mehr, da schamfielt etwas, auf jeden Fall muss etwas geändert werden. Aufgaben werden verteilt, Sprüche fliegen hin und her. Man muss stark im Einstecken sein. Vor allen Dingen, die die austeilen. Man kennt sich seit Jahrzehnten – ja  so alt sind einige der Crew (deshalb auch die grauen Köpfe – nicht wegen des Kennens, wegen des Alters ihr Schelme). Die in der langen Zeit gemachten gemeinsamen Erlebnisse und Anekdoten werden ausgetauscht, Erinnerungen kommen hoch – so gehört das.

Wir wollen unter diesem Erdenhimmel unserem Spaß, nämlich der wunderschönen Sportart Segeln frönen und hoffen, dass die Großen dieser Welt nicht immer so viel oder noch mehr Chaos verursachen, das hoffen wir natürlich auch von den Kleinen dieser Welt.

Trotzdem sind und bleiben wir Optimisten und hoffen, dass wir noch viele schöne Segel – als auch sonstige Stunden in Gemeinsamkeit mit Gleichgesinnten verbringen dürfen.

Nach zwei Runden fahren wir an Land. Der Erbseneintopf ruft. Monika hat ihn und die Würstchen auf heißer Flamme gegart. Es schmeckt! Ein Dank, nein mehrere Danke an die Köchin.

Kahn abrundseln, slippen, verladen, verpacken (wir bekamen alles trocken in die Tüten). Hansi nimmt die „Teamwork“ mit nach Laage, von wo ihn dann Bernd Hahn am Freitag nach Rangsdorf ziehen wird. In Rangsdorf findet am 04./05.Mai die erste große Kutterregatta des Jahres stattfindet. Wir freuen uns.

Goode Wind wünschen wir allen Rundselbootfahrern, wie auch allen anderen Bootsfahrern auf dieser Welt!

Auf Wiedersehen auf dem Inselsee Güstrow (irgendwann oder vielleicht schon in diesem Jahr?)

Carsten
Crewmitglied der „Teamwork“ K 432

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