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Bericht von der Tschechischen Meisterschaft 2020 am Machasee

Die Tschechische Meisterschaft stand bei Martin und mir nicht mal ansatzweise im Regattakalender, da parallel die Warnemünder Woche gewesen wäre. Dazu kam, dass wir eigentlich direkt nach Warnemünde weiter nach Schweden wollten in den Sommerurlaub. Aber dieses Jahr ist ja alles anders. Keine Warnemünder Woche und Quarantänepflicht für Schwedenrückkehrer… sprich wir mussten unseren Sommerurlaub neu planen. Kurzerhand die Eltern gefragt, ob wir uns deren VW-Bus ausleihen können und dann geschaut, ob es nicht auch eine Regatta gibt die man mit dem Urlaub verbinden kann und zack gab es einen Plan. Erst zum Machasee die Tschechische Meisterschaft mitfahren und dann weiter über den Millstättersee in Österreich nach Pula-Kroatien.

Am Freitag nach dem Silbernen Beil ging es dann auch endlich los bzw. machten wir uns auf den Weg in Tegeler Segel-Club, wo unser Boot steht. Leider kamen wir erst gegen 17:30 Uhr von da weg, da Martin noch eine Videokonferenz hatte. Gott sein Dank gab es eine gute Wlan-Verbindung im TSC, sodass alles funktionierte. Auf der Stadtautobahn in Berlin hatte Martin dann noch ein Telefoninterview mit einem potentiellen Bewerber für sein Team und danach waren wir beide offiziell im Urlaub und Arbeitsemails wurden nicht mehr gelesen.

Nach fünfstündiger Fahrt kamen wir dann im Dunkeln endlich an und wurden gleich von Jens und Susa und Dieter und Martin begrüßt. Drei deutsche Teams hatten im Feld der 25 Boote gemeldet und die Anzahl der Tschechischen Segler scheint sich langsam von Jahr zu Jahr zu erholen. Geplant waren 10 Wettfahrten an 4 Tagen und gleich bei der Eröffnung wurde klar gemacht, dass 4 Rennen pro Tag angesetzt sind, auch wenn das bedeutet, dass man dann ein Tag früher fertig ist. Was man sicher hat das hat man – eine gute Einstellung.

Der Samstag Morgen begrüßte uns mit Sonnenschein und null Wind. Die Einheimischen waren sich aber sicher, dass der Wind noch zunehmen wird und so kam es auch. Nach kurzer Wartezeit an Land wurden wir dann rausgeschickt und mussten auf dem Wasser noch ca. 1h warten bis der Wind einsetzte mit 1-3 Bft aus einer sehr inkonstanten Richtung. Bei Traumwetter und mehr als 25 Grad wurden gleich 4 Rennen straff durchgezogen. Die Wettfahrten zeichneten sich durch extreme Dreher, Windaussetzer und Einbahnstraßensegeln (der Kurs lag schief) aus. Irgendwo war vielleicht auch ein leichtes Konzept bzw. Schema zu erkennen aber für Martin und mich blieb es mehr eine Ahnung und kein Wissen. Wir überstanden den ersten Tag mit den Platzierungen 3, 3, 2 und 2 sehr gut und waren damit zufrieden. Jens und Susa schafften es sogar, den Altmeister Sivy zu schlagen und einen Wettfahrtsieg nach Deutschland zu holen.

Abends gab es dann ein Abendessen, wie an den anderen Tagen auch, und das für ein Startgeld von 40 € inkl. ständigem Freibier von morgens bis spät in die Nacht. Abends gab es dann auch eine Dampferfahrt für alle Teilnehmer über den Machasee inkl. den einheimischen Touristen. Das Boot war so voll, dass man meinen könnte Corona hat es in Tschechien nie gegeben.

Am zweiten Tag kam der Wind aus einer anderen Richtung und es war auch mehr Wind mit 2-4 Bft. An diesem Tag haben Martin und ich den See nicht mal ansatzweise verstanden. Sichergeglaubte Vorsprünge (> 50 m) waren innerhalb von 2 min wegpulverisiert und das Prinzip zwischen Tonne und Gegner bleiben hat auch nicht gereicht. Extreme Dreher aus allen Richtungen machten einem das Leben schwer. Jens und Susa hatten aber irgendwie den Durchblick und legten eine starke Serie mit den Platzierungen 6, 2, 2, 1 hin und wieder ein Tagessieg für die beiden. Somit hatten wir nach 2 Tagen schon 8 Wettfahrten sicher und am Montag waren dann noch die letzten beiden Rennen angesetzt und somit müsste am Dienstag nicht mehr gesegelt werden.

CZE 554 mit Josef Sivy und Ondrej Matousek standen am Sontag schon als Sieger fest. Jens und Susa lagen vor den letzten beiden Rennen auf Platz zwei und wir auf Platz vier. Platz 2 und Platz 5 trennten nur 3 Punkte. Somit war klar es würde spannend werden. Der Montag begrüßte uns wie der Dienstag: herrliches Sommerwetter und ordentlich Wind und wieder aus einer anderen Richtung. Bei 3-5 Bft war der Wind unglaublich stabil mit konstant pendelnden Drehern und auch die Tschechen meinten, dass der See sich heute von seiner besten Seite zeigt. Bei uns klappte es dann endlich auch und wir konnten zwei zweite Plätze ersegeln. Ein Sieg in beiden Rennen wäre möglich gewesen, wir sind aber doch auf Nummer sicher gegangen und haben nicht Sivy verteidigt sondern die anderen drei Schiffe die uns in der Gesamtwertung noch gefährlich werden konnten. Irgendwie trauten Martin und ich den Sahnebedingungen doch nicht und rechneten die ganze Zeit mit einem nicht nachvollziehbaren Dreher, den es aber an diesem Tag nicht gab.

Sivy wurde hochverdienter Tschechischer Meister und wir sicherten und noch den zweiten Platz vor CZE 951 mit Martin Vacula und Vaclav Hendrych. Jens und Susa belegten leider den undankbaren 4. Platz. Dieter und Martin wurden gute Siebte.

Zusammenfassend war es eine tolle Veranstaltung mit tollen Gastgebern die alles simultan für uns übersetzten und sich sehr viel Mühe gegeben haben.

Wer weiß, vielleicht werden wir nächstes Jahr noch ein paar Deutsche mehr sein die zur Tschechien Meisterschaft fahren.

Hacke Beil!

Andreas & Martin
GER 4490

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